POEM - Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug

News von Timo Reith
23.03.2003


Am 8. Mai startet bundesweit in den deutschen Kinos der Film POEM von Ralf Schmerberg. POEM ist eine Verfilmung 19 deutscher Gedichte von Goethe über Heine, Hesse zu Ingeborg Bachmann mit namhaften Schauspielern wie Klaus-Maria Brandauer, Jürgen Vogel, Meret Becker und dem Fanta Vier Star Smudo.

 
 Filmplakat
 
Liebe und Leidenschaft, Glück und Unglück – kurz die Macht der Gefühle, das Menschliche und Allzumenschliche zusammengefasst in einer magischen Reise durch die Welt der Poesie und Imagination: Das ist POEM.

Regisseur Ralf Schmerberg setzt deutschsprachige Lyrik in flirrende und verführerische Bilder um, unterstützt von grandiosen Schauspielern wie Meret Becker, Klaus Maria Brandauer, David Bennent und Jürgen Vogel, die Texten von Heiner Müller, Hermann Hesse, Heinrich Heine oder Ingeborg Bachmann ein "Gesicht" geben.

Ein raffiniertes Spiel mit Worten und Träumen, unerfüllten Sehnsüchten und Symbolismen. Der visuell opulente Trip von Rio bis zum Himalaja, von Island bis Spanien und Berlin ist aufregend junges Kino. Ein Fest der Sinne.

Informationen zum Gedicht von Hesse:

Gedicht: "Ich weiß von solchen..."
Kamera: Ralf Schmerberg
Sprecher: Lars Rudolph
gedreht auf dem Burning Man Festival, Nevada 2000


Weiterführende Links:
www.poem-derfilm.de
www.ottfilm.de
www.poem-salon.de



POEM in der Schule

Kindern und Jugendlichen wird Literatur und Poesie häufig ausschließlich über rationale Kritik und Analyse vermittelt. Wenn Jugendliche aber einen Text mögen, von seiner inhaltlichen und ästhetischen Komplexität und den von ihm geweckten Gefühlen berührt sind, lehnen sie häufig einen bloß kognitivanalytischen Zugang ab. Der Lyrikunterricht sollte Freude am Umgang mit Gedichten und somit Lust an der Literatur wecken, was durch einen alternativen Unterricht sicherlich eher erreicht werden kann als durch eine ausschließliche kognitive Analyse von Gedichten.

Die Beschäftigung gerade mit Gedichten fördert die Ausdrucksfähigkeit und das Textverständnis sowie die sprachlich-kreative Betätigung und die künstlerische Interaktion.

Einen besonderen Zugang für Jugendliche bietet die Umsetzung der Gedichte in bewegte Bilder. Der Kinofilm POEM setzt sich aus 19 Episoden zusammen, die jede auf unterschiedliche Weise ein Gefühl vermitteln soll, das durch das Lesen eines Gedichts entstanden ist und somit eine Form der Interpretation darstellt.

Die Stärke des Regisseurs Ralf Schmerberg ist die Emotionalität seiner Bilder, die er bisher hauptsächlich in Musikvideos und Commercials umsetzten konnte. Gerade eine junge Zielgruppe hat er mit den Clips von den Fantastischen Vier, den Toten Hosen und Zweiraumwohnung erreicht.

Auch spielt die Umsetzung von Texten – HipHop-Texte haben durchaus Gedichten vergleichbare Strukturen – in bewegte Bilder die entscheidende Rolle.

POEM bietet die Möglichkeit den klassischen Lyrikunterricht und aktive Medienerziehung zu verbinden. Das bedeutet ein lebender und kreativer Umgang mit literarischen Werken, eine die Fächer Bildende Kunst, Musik, Darstellendes Spiel und Deutsch zusammenführende Kooperation sowie eine Nutzung der Neuen Medien.

Durch die Umsetzung in bewegte Bildern gewinnen die Gedicht-Texte für die Jugendlichen eine sinnliche Realität und Intensität, in der ihr jeweils eigener subjektiver Erfahrungs- und Stimmungshintergrund mit dem objektiv vorliegenden Text verknüpft ist.

Gerade in der heutigen Zeit wird auch die Bedeutung des Mediums Film im Bereich der Wissensvermittlung an Schulen immer mehr erkannt.

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung: "Für den pädagogischen Bereich sind somit die Vermittlung von Medienkompetenz und Filmsprache von Bedeutung. Film ist Unterhaltung, Film ist aber auch Fenster zur Welt, Erzieher, Vorbildlieferant und Maßgeber. Medienkompetenz ist eine Notwendigkeit und gehört zu den modernen Kuturtechniken. Kino als Lesesaal der Moderne ist Ort der Unterhaltung und der Filmbildung. Kino ist Lernort."

Quelle: www.hhesse.de