HERMANN HESSE

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Analyse des Lyrik-Beitrages von .




„“ von
Gedanken von Bettina.

„Für Manfred H.“ untertitelt blumfeld dieses Gedicht, er hat es - laut eigener Auskunft – seinem Vater gewidmet. Das sollte man zur Kenntnis nehmen, wenn man sich mit dem hier Gesagten auseinandersetzt und den Versuch einer Beschreibung und Deutung unternimmt. Es ist also ein sehr privates Gedicht, das trotzdem öffentlich gemacht wurde, vielleicht, um eine ganz bestimmte Art
der Vater-Sohn-Beziehung so darzustellen, dass sie auch anderen Lesern zugänglich ist und nachvollzogen werden kann. Ein Gedicht ist ja von Natur aus sehr subjektiv und warum sollte sich das lyrische Ich nicht auch einmal selbst reflektieren? Sozusagen Bilanz ziehen dessen, was war und was ist?
Stille – viermal findet sich dieses Wort, einmal im Titel und dann dreimal im Text, als Einzelzeile. Stille kann vieles bedeuten: Sendepause, Ende eines Gesprächs, Ruhe, Reglosigkeit, Teilnahmslosigkeit, keine Reaktion, keine Antwort, Reflexionszeit, Introvertiertes Verhalten, Abwesenheit von Lärm, Abkehr, Kommunikationsende... Man kann hier vieles assoziieren, bei dem dargestellten Besuch aber handelt es sich wohl eher darum, dass es nichts zu sagen gibt, dass Zeit für Gedanken bleibt und dass Worte fehlen.
In dieser Stille geht nun der Besucher seinen Erinnerungen nach und versucht herauszufinden, ob sie dem Leben standgehalten haben. Ein schwieriges Unterfangen, da es sich um Erwartungen handelt, die aus einer anderen Lebensphase stammen, der aktiven, als der Vater noch seine Rolle ausfüllte und mit dem Sohn abenteuerliche Nachtspaziergänge unternahm (...der Neumond über uns damals..), Gänge im Dunkeln, nicht im Mondschein...Die Erinnerungen betreffen die Art und die Physis des Vaters (Augenrund-blau/ Atemzug-warm), vielleicht auch seine Liebe, die das lyrische Ich erneut „schauen“ und „spüren“ möchte. Aber: Stille. Es gibt kein Echo mehr, welcher Art auch immer.
Die letzte Strophe wechselt vom Possessivpronomen „dein“ zu „mein“, d.h., es geht nun um die Befindlichkeit des Dichtenden. Und dem erscheint nichts mehr gesichert: „ob“ und „wenn“ zeigen, dass er seine neue, möglicherweise enttäuschende oder traurige Erfahrung erst noch verarbeiten muss – „Wehmut, leis“,- sie überfällt ihn möglicherweise, dass bleibt offen. Die „Regenschuhe“ sind ein Bild eines Weggangs in trübseliges Wetter, der eigenen Gemütslage entsprechend.. alles zerfließt nach dieser statischen, tonlosen Begegnung. Keiner kann sagen, was am Ende Wichtigkeit behält von all den kindlichen Erinnerungen, die einen an die Eltern binden..
Diesem Eindruck des Ungewissen hat blumfeld eine sprachlich strenge dreischrittige Form gegenübergesetzt, innerhalb derer refrainhaft als unendliche Wiederholung stets die gleichlautende Frage gestellt wird, die nach dem, was bleibt, und in der es ebenso zwanghaft keine Antwort gibt: „Stille“. Das Ende einer Kindheit ist gekommen, das Ende aller Nachtwanderungen voller Gedanken und Gefühle, übrig bleibt nur der „stille Abschied“ voller Wehmut, von dem aber der Vater, möglicherweise krankheitsbedingt, wohl nichts mehr bemerkt...
Es macht traurig, dieses formvollendete Gedicht, aber es zeigt auch, dass die poetische Selbstreflexion helfen kann, mit emotional schwierigen Situationen wie der des Abschieds vom Vater an der Schwelle zum Erwachsenwerden fertigzuwerden.
Therapeutisches Schreiben?? Nein, dieses anrührende Gedicht ist viel mehr: rücksichtslose Offenlegung eines persönlichen Konflikts, der zunächst unlösbar erscheint durch den Faktor Zeit, den der Mensch eben noch nicht bestimmen kann, der aber auch die Dimension der wehmutsvollen Trauer und der Überwindung aufweist, die das lyrische Ich befreien könnte...“wenn ich mit Regenschuhen von dir geh.“


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