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„“ von
Gedanken von Rich.

Chrysanths Prosawerk "Dumpfe Ahnungen" ist ein fesselndes Nachdenken über die Kindheit, die mich beim ersten Lesen besonders fasziniert hat. Der Autor verfügt über eine glänzende Erzähltechnik, die durch eine Vielfältigkeit von textlichen Stärken bereichert und erweitert wird.

In seiner "Vorbemerkung" zu diesem Werk bezeichnet der Autor das Werk als eine "Erzählung", und in einer autobiographischen Erzählung wie dieser ist die Zeit ein zentraler Begriff. Der Autor legt geschickt diesen Begriff am Anfang der Erzählung vor, durch ein bekanntes Symbol aus der Weltliteratur: den Bach. Flüsse und Bäche gleichen dem Strom der Zeit. Wenn der Autor an einen Bach in einem Ort seiner Kindheit denkt, denkt er nicht zufällig an eine gewöhnliche Ortsgegebenheit, sondern er gibt das Zeichen, daß er über die Zeit schreibt. In diesem Werk ist der Bach sogar das Element, das den Autor dazu bringt, über seine Kindheit nachzudenken; der Bach verbindet den Autor mit der Vergangenheit.

In diesem Sinne wird der Bach zu dem erzählerischen Trieb des Werkes, wobei die Stadien des erwachsen Werdens der Wechselbeziehung zum Strom entsprechen. Am Anfang ist das "Ziel" die belichtete Quelle des Baches, die den Leser an den Schoß erinnert. Später interessiert der Autor sich für Steine, Molche und Wasserpflanzen. Hier ist ein wichtiges, narzißtisches Element im Werk zu erkennen, das die autobiographische Stimmung der Erzählung verstärkt: wenn der Autor in den Bach schaut und diese Schöpfungen betrachtet, denkt er zugleich an seine inneren Eigenschaften, die diese Schöpfungen darstellen.

"In diesem Zusammenhang erinnere ich mich, wie ich spaßeshalber eine dieser
Pflanzen von ihrer Verwurzelung befreite und den Kaltenbach hinabtreiben ließ,
um so ihrem Streben nach Erkenntnis oder Erlösung oder Erfüllung einen
entscheidenden Anstoß zu geben…"

Wenn der Autor diese Pflanze beobachtet, denkt er wohl an sein eigenes "Streben nach Erkenntnis", das solche Pflanzen "dumpf-ahnungsvoll" wiederspiegeln.

Eine Spannung in dieser Erzählung befindet sich in der Beziehung zwischen dem Autor und seinem Großvater. Die reine Anwesenheit dieser Figur ist eine weitere "dumpfe Ahnung", ein Gegenstand, der den Autor an sein eigenes, unabwendbares Schicksal erinnert. Der Großvater wird mit mehreren bleibenden Gerüchen in Verbindung gesetzt, wie z.B. dem Öl des "antiquarischen" Traktors und gilbem Buchpapier. Zwar stellt der Großvater nicht nur die zukünftige Männlichkeit des Autors dar, sondern auch einen Kampf zwischen "Kultur und Natur, von höherem Ideal und dunkelstem Trieb", den der Autor ablehnt.

Die bereits erwähnten Stärken dieses Textes verwandeln eine Kindheitserinnerung in ein bewegendes Stück Literatur. Der Autor hat sich nicht mit einer Beschreibung seiner Heimat befriedigt, er schafft eine dynamische Interaktion zwischen den oberflächlichen Details seiner Jugend und seiner persönlichen, innerlichen Entwicklung.


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