HERMANN HESSE

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bonheur sentir
- von Die Geschwister Landri



bonheur sentir

„Platsch“ und weitere Steine fielen in den rauschenden Fluss. „warum?“...sagte Lene zu sich. Dicke Regentropfen kamen hernieder und tauchten die Landschaft in dunkles Grau.

Lene rannte den Weg entlang bis sie zu einer zerfallenen Hütte kam, die ihr Schutz vor dem Regen bot. Sie betrachtete die Regentropfen die vom Dach herab tropften.

Die Sonnenstrahlen die hin und wieder durch die Wolkendecke brachen tragen auf die Tropfen und riefen einen Regenbogen hervor. „Wohin würde er führen?“ dachte sich Lene.

Das Glück muss zu finden sein. Einmal, nur einmal wollte Lene, dass auch sie Glück erfahren könne. So ging sie durch den Regen dem Regenbogen entgegen, der sich über den weiten Horizont streckte.

Die Hütte hinter ihr wurde immer kleiner und rückte in weite Ferne. Von Pfütze zu Pfütze hüpfte sie ihrem Ziel entgegen. Der Weg wurde sumpfiger und beschwerlicher. Die Regentropfen peitschten ihr ins Gesicht, doch im Blick hatte sie immer ihren Regenbogen, in seiner ganzen Farbenpracht.

Sie lief bergauf bis sie auf eine weite Ebene kam. Sie schaute hinab ins Tal und lief rückwärts einer Bank entgegen und lies sich fallen. „Pass doch auf du dummes Ding!“

Erschrocken sprang Lene auf und schaute um sich. Doch sie erblickte niemanden. „Hier unten!“ und da lag ganz zerknüllt ein Blatt Papier.

„bonheur sentir“ laß Lene laut. Was soll das bedeuten? Bonheur heißt Glück aber was heißt sentir? Welch ein seltsames Rätsel. Was will das Blatt mir sagen?

„Das werdet ihr noch herausfinden...doch noch ist die Zeit nicht gekommen. Geduld ist ein Schlüssel.“
Eine Stimme, vielmehr mehrere Stimmen kamen aus einer Baumkrone. Stand der Baum schon von Anfang an dort? „Ihr werdet sehen!“

Herab sprang eine große zierliche Gestalt und verschwand in einem kleinen Wald. „Wartet doch, wartet doch mein Herr so gebt mir Antwort!“ Doch die Gestalt verschwand in der Dunkelheit des Waldes.

Ohne zu wissen was sie dort erwartet rannte sie hinterher. Überall Schwärze. Und plötzlich erfüllte ein Gelächter mehrerer Stimmen die Luft. „Ihr werdet schon sehen“ drang aus dem Gelächter.

Lene ward verwirrt und suchte den schnellsten Weg in das Dorf. Sie rannte und rannte in ihrer Hand den Zettel. Sie war bei Madame Potine untergebracht, eine nette alte Frau.

„Menschenskind! Wie siehst du denn aus? Mädchen, Mädchen!“ rief sie als die Lene erblickte. Tropfnass und schmutzig stand sie in ihrer Tür und schämte sich dafür. Doch fürs Schämen kam sie gar nicht vollkommen, denn sofort trat Madame Potine zu ihr, nahm ihr die Kleider vom Leib und wies sie auf einen großen Zuber der mit seifigem Wasser in der Ecke stand. Lene machte keine Anstalten und trat ins warme Wasser.

Anschließend trank sie eine Tase warmer, frischer Milch und wünschte Madame Potine eine gute Nacht. Lene legte den Zettel auf den Schreibtisch. Es hatte aufgehört zu regnen und der Mond schien hell und warf seine Strahlen ins dunkle Zimmer. Lene starrte auf den Zettel und laß immer wieder die Worte „bonheur sentir“ Dem Glück war sie nachtgeeilt und doch hatte sie es wieder nicht gefunden, weder das Ende des Regenbogens.

Da legte sie sich von Fragen geplagt ins Bett. Doch Ruhe fand sie keine. Das Fenster zu ihren Füßen stand offen und die Gardine flatterte mit dem Wind. „Mein Kind...vergiss deine Sorgen erstmal.“ Flüsterte Madame Potine zu ihr ans Bett tretend. Da fuhr sie noch einmal über ihre geschlossenen Lider und küsste ihr die Stirn.

Am nächsten Spätmittag ging Lene in einen alten Buchladen um sich ein Buch zu suche. Sie war ein Freund der Poesie und schöner Worte und lass aufmerksam in mehreren Büchern. Sie schlug ein Buch zu um nach dem Autor zu schauen. Es war Richard Sentil. „Sentil?“ sagte Lene laut. „Woher kenne ich diesen Namen?“ „Oh eine Liebhaberin der Poesie!“ sagte eine Männerstimme die hinter ihr her kam. Sie drehte sich um und vor ihr stand ein junger Mann mit einem schwarzem langen Umhang. Sein Haar war schwarz und glatt und er hatte einen klugen Blick. Lene schaute etwas verlegen und ging aus dem Buchladen! „Wartet doch, wartet doch junge Frau, gebt mir doch Antwort!“

Da hielt Lene inne. Sie erinnerte sich wieder an die Stimme welche diese Gestalt gehörte, die vom Baume sprang und wieder im Wald verschwand. Lene drehte sich um und hing zurück. Zunächst noch zaghaft und unentschlossen.

„Wer seid ihr?“ fragte Lene. „Verzeiht, ich bin Collien Amaster.“ Collien verbeugte sich. „Ward ihr das neulich im Walde?“ Lene warf ihm einen strengen Blick zu, doch Collien lächelte: „Ich hoffe ich habe euch nicht all zu sehr erschreckt. Seid ihr immer noch auf der Suche nach dem Glück?“

„Wer seid ihr wirklich?“ warf Lene ein. „Dies habe ich euch bereits gesagt.“ sagte Collien lächelnd. „Wer seid ihr wirklich? Was habt ihr vor?“- „Ist das wichtig? Versucht nicht immer den Grund für irgendetwas herauszufinden. Sondern lasst es einfach geschehen und genießt es. Laßt es euch durchfließen! Wenn ihr versucht das Glück in euren Händen festzuhalten, so wird es euch wie feiner Sand in den Händen entgleiten. So, dies war mein Rat an euch. Nun dreht euch um und geht bis ans Ende der Straße!“

Lene schaute ihm intensiv in seine Augen und war ganz verwirrt von solch seltsamen Worten und doch befolgte sie seinen Rat und ging hinab. Sie kam an einem alten Haus vorbei, wovor ein heulendes Mädchen saß. Lene sah dem Mädchen ins Gesicht und ging auf es zu.

Mit funkelnden Augen schaute sie Lene an. Lene gab ihr die Hand, als Geste der Hilfe. Zögernd legte sie die Hand in Lenes. Und nun gingen sie gemeinsam bis ans Ende der Straße. „Warum weinst du?“ fragte nun Lene das Mädchen. „Ich habe Angst“- „Wovor?“- Davor, dass die Sonne untergeht.“

„Und vor was fürchtest du dich genau?“ „Vor der Dunkelheit, vor dieser Ungewissheit, was dort lauert im dunklen Garten, dich fürchte mich davor.“ sagte das Mädchen leise. „Wie ist dein Name kleine Mädchen?“ fragte Lene. „Marie!“ „Also meine liebe Marie, heute Abend werde ich wieder zu dir kommen und du wirst keine Angst mehr haben!“ Lene ging die Straße hinab und bog in die Seitenstraße zu Madame Potine´s Haus ab.

Doch sie fand das Haus leer vor. Fenster und Türen standen weit offen. Einsam flackerte Feuer im Kamin. Langsam schob sich der sichelförmige Mond über den Horizont. „Madame?“ rief Lene.

Lene setze sich auf die Veranda und schaute hinauf zum Mond. Da kam eine Gestalt die Straße hinauf. „Guten Abend nettes Fräulein, dessen Namen ich noch nicht erfahren durfte!“ Lene erschrak doch erkannte sie dieses Lächeln, es war Collien, der ein rotes Buch hoch hielt. „Wolltet ihr nicht dieses Buch lesen?“

Fragte er sie tief in die Augen schauend. Doch hielt Lene seinen Blick nicht stand und schweifte verlegen ab. Collien warf es hoch und verschwand wieder ohne Antwort. Lene, noch etwas verwirrt, nahm das Buch, welches vor ihren Füßen landete. Sie blätterte es gedankenlos durch. Dabei fiel ein Stück Papier heraus.

„Gefühle wollen bemerkt werden, Gefühle wollen leben und lassen sich nicht fangen und zähmen!“ darunter stand der Name des Autors „Richard Sentil“. Wieder dieser Name er erinnerte sie an etwas. Sie ging in ihr Zimmer und als sie zum Schreibtisch kam fiel ihr der Zettel ins Auge worauf „bonheur sentir“ stand. Nun wusste sie woran sie dieser Name erinnerte, an das Wort „sentir“. Ein Blick auf die Uhr und ihr fiel das kleine Mädel wieder ein.

Sofort falltete sie beide Zettel, legte sie zwischen die Seiten des Buches und ging damit aus dem Haus. Stolpernd schritt sie durch die Kälte der Nacht und traf wieder auf das Haus. Marie saß wieder kauernd auf der Türschwelle. Ihr Blick haftete am Himmel. Es schien so, als ob sie noch etwas suche. Sie bemerkte nicht wie Lene zu ihr trat und erst als Lene ihre Hand auf ihre Schulter legte, drehte sie ihren Kopf zu ihr und schaute sie traurig an. „So viele! So viele Sterne am Himmel! Wo dind sie, wenn der Tag erwacht? Aber ich bin froh, dass sie da sind, sie helfen mir, hier in dieser Dunkelheit.“ „Lebst du denn allein hier?“ fragte Lene.

„Oh nein, meine Mutter und mein kleiner Bruder leben noch hier!“ sagte Marie. Lene nahm Maries kleine Hand: „Siehst du, du bist doch gar nicht alleine, aber warum hast du dann Angst vor dem dunklen Garten?“

„Wenn du einmal durch diesen Garten schreitest, dann werden deine tiefsten Ängste, die in dir wohnen plötzlich frei. Lichtstrahlen sterben und Hoffnung erlischt.“ und dann wies Marie mit ihrem Finger auf eine hölzerne Tür, eingefasst in einer rießigen Steinmauer.

„Ich weiss nicht was da dahinter ist, oft träume ich von dieser Tür.“ Maries Stimme zitterte. Lene nahm Marie an der Hand: „Wir werden gemeinsam durch diese Tür gehen!“

Die eiserne Tür fühlte sich kalt auf der Haut an und beim Herunterdrücken gab die sie unter quietschen und unter Knarren nach und öffnete sich weit.

Die 2 traten durch die Tür und vor ihnen lag ein Feld und direkt vor ihnen lag ein kleiner schöner See im silbernen Mondlicht. Grillen zirpten und der Wind säuselte leicht. „Wie schön!“ sagte Marie und strahlte. „Hast du nun keine Angst mehr?“ fragte Lene. „Oh nein, nun kann ich wieder schlafen, dich danke dir und wünsche dir eine gute Nacht!“ Marie ging ins Haus und Lene stand eine Weile still. Welch ein herrliches Gefühl lebte in ihr auf, eine helle Freude, sie empfand eine tiefe Zufriedenheit. Lene ging die Straße hinab und genoß dieses wohlige Gefühl. Was war dieses Gefühl, so rein und gut? Es war Glück. „Guten Abend ein zweites Mal!“ Collien stand vor ihr. „Und habt ihr nun das Glück gefunden?“- „Oh ja! Ich habe es in den einfachen Dingen gefunden! Ich habe einem kleinen Mädchen geholfen ihre Angst zu überwinden, das hat mich glücklich gemacht!“ sagte Lene. „Nun hast du deine Antwort gefunden!“ Collien nickte ihr zu und drehte sich um und ging. Lene rief ihm nach: „Wartet, so wartet doch, ich habe noch eine Frage!“ „Was heißt sentir?“ Collien antwortete ihr: „ Sentir heißt empfinden! Das sollte dir sagen, dass Glück eine Empfindung ist und kein Ding wonach man suchen kann!“- „Wie wahr! Sie haben mir die Augen geöffnet, ich danke euch!“


 



 
 

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