HERMANN HESSE

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NS
- von Herr Mann



NS

...
So erklärt sich der Idealismus dieser Texte aus dem Wunsch nach einer besseren Realität, da man an der gegenwärtigen leidet. Alle halten fest an gedanklicher Tradition, bewusster Lüge, Erhaltung erhaltener Macht.
Gegen Individualismus richten sich alle, an ein zur Weltanschauung erhobenes Leiden am eigenen Ich, auch wenn sie selbst wieder in einen Individualismus fallen. Rationalismus wird angeklagt. Trotzdem sind alle Texte intellektuelle Erzeugnisse, die mehr eine phantastische Idee beschreiben, als Realität.
Geschichtliche Tatsachen sind zu eigenen Zwecken interpretiert und ausgesucht worden, jedoch frage ich mich, ob es neutrale Geschichtsforschung gibt. Aus dem Darwinismus beziehen sie ihr Hauptargument, das Recht des Stärkeren, damals, wie heute eine anerkannte und überzeugende These, auch wenn sich immer mehr begründete Kritik gegen ihre ausschließliche Gültigkeit breit macht. "Der Kampf ums Überleben, der bereits dem frühen Menschen nachgesagt wird, ist eine Projektion der protestantisch-kapitalistischen Wettbewerbsgesellschaft - wie Darwins ’Kampf ums Dasein’ genau zur richtigen Zeit entstanden, als die die Erde unterjochenden, sich gegenseitig ausbeutenden Menschen der westlichen Zivilisation allerorten biologische, anthropologische, historische Legitimationen für ihr eigenes (Fehl-)Verhalten suchten - und eben deshalb auch fanden", schreibt J.E, Berendt. Und wird nicht das Kämpfen und Siegen des NS durch den Kampf ums Dasein begründet, die Mittel dadurch gerechtfertigt, wie die Ausrottung des Schwächeren.

Um den Sinn dieser ns Ideen besser zu begreifen, habe ich die theoretische Geschichte der Zellen zum Vergleich benutzt. Nach dieser Theorie, gab es eine Entwicklung von Einzellern zu Zellverbänden, die zu ’höherwertigem’ Leben, schließlich zum Menschen führen. Sigmund Freud weist in "Massenpsychologie und Ich-Analyse" auf eine Schrift von W. Trotter, Instincts of the Herd in Peace and War hin, "der in der Neigung zur Massenbildung eine biologische Fortführung der Vielzelligkeit aller höheren Organismen erblickt". So ließe sich also auch der Staat ansehen, so stammt der Wille zur Nation aus einem Massentrieb, der nur biologische Tatsache, Tendenz zur Vielzelligkeit ist.
Der Staat, als ein vielzelliger Menschenverbund, lässt sich nun mit dem einzelnen Menschen, als Zellverbund vergleichen, der nur gesund bleibt, wenn alle seine Zellen, oder Organe, Schmitt hat Verwaltungen im Staat selbst als Organe bezeichnet, gesund sind und zusammen arbeiten, für das Leben des Menschen. Ein krankes Organ muss geheilt werden. Der nutzlose, entzündete Blinddarm wird entfernt, da er sonst zum Tod des Menschen führt. Zellen, die sich ihre eigenen Individualität einbildeten, würden zur Zersetzung des Körpers führen, dem Zweck des Ganzen sich entziehend. Durch vererbende Entwicklung wurden die Organe zur heutigen Qualität ausgebildet. Gene speichern notwendige, überlebenswichtige Information, im langen Kampf des Daseins erworben, durch lange Tradition hindurch. Die Organe an sich wüssten nicht, was sie tun sollen, die Hände und Beine, würden absterben, nicht ernährt werden, wenn nicht ein Führer, das Gehirn sie leiten würde, das jedoch ihre Funktion selbst zum Überleben braucht.
Wir sehen die natürliche Rangordnung, Aufgabenteilung nach angeborener Begabung, wie sie in den Texten zum ns Staat beschrieben wurde, vollzogen im Menschen.
Das Gehirn selbst muss eine klare, eindeutige Linie, Idee verfolgen, alle Kräfte auf ein Ziel vereinigen, da mit Persönlichkeitsspaltung, Ziellosigkeit nichts erreicht werden kann, wie unsere heutige Kultur lehren würde. Es wird jedoch nicht nur zum eigenen Überleben, sondern auch zur Weiterentwicklung der zu vererbenden Information gebraucht: Selbsterhalt für Arterhaltung. Die Gesundheit der Zellen, Organe muss also für die Gesundheit des Menschen erhalten werden. Ein vergnügungssüchtiger Mensch, ein Alkoholiker zerstört seine Zellen, ist als Zelle im Staat nicht mehr zu gebrauchen, muss geheilt oder entfernt werden. Darüber entscheidet dann der Nutzen/Kosten-Faktor. Würde der NS sagen.
Das Volk der Welt lässt sich aber auch als Zellverband seiner einzelnen Völker, Rassen, Kulturen, Menschen auffassen, dessen Zellen einerseits gesund sein müssen, nach dem NS: national, rassisch gesund. Außerdem müssen sie jedoch zusammenarbeiten, natürlich wieder in einer Rangordnung, mit einem Gottesbedürfnis, Führerbedürfnis.
Europa hat sich in seiner Unterwerfung anderer Völker als mächtigstes erwiesen, sagt der NS, wo bleibt die Arbeitsteilung, ich sehe nur Ausbeutung, sagt der Humanismus, das Gehirn alleine kann nicht überleben, wo bleibt die Wahrung der Tradition, der Schutz der Mutter, ich sehe nur Zerstörung der Natur, sagt der Naturschützer. Weltanschauungen, als einzelne Zellen gesehen, nach einem Verband hin strebend, im Kampf ums Dasein. Wo bleibt die Liebe.
Natürlich ist dies keine wertfreie Beschreibung. Es greift wert volle Wissenschaft auf, liegt also ‚Rassismus’ schon in der Wissenschaft, oder vergessen wir hier den Wissenschaftler. Das Ziel des Menschen, und andere Sachen müssen gesetzt werden. Wer ist der Führer, nach welchen Werten ist er dafür ausgezeichnet, was ist das Ziel, was ist rein, was ist gesund. Wenn Inzucht zu vermehrten Erbkrankheiten führt, wohin führt dann rassische Reinheit, Inzucht der Rasse.
Ist es nicht staatlicher Individualismus, wenn sich ein Staat, eine Rasse über alle anderen erheben will, sie nur zur Ausbeutung gebraucht. Und Individualismus führt zur Zersetzung, wie die Texte selbst gesagt haben, was also zu einem Selbstwiderspruch führt.
Der alles zerstörende Relativismus zernagt den tollen Plan. Es soll also auch keine Rechtfertigung des NS sein, dessen Realität nicht in dem Ideal seiner Beschreibung in den Texten erfasst wurde.
Die alltägliche Meinung eines funktionierenden, gesunden Menschen wird jedoch wieder gegeben, was zu denken gibt. Zwingt das untersuchte Wesen des Menschen uns diese Ansicht von ihm auf, oder legen wir eine Schablone über ihn?



 



 
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