HERMANN HESSE

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- von oswald



das Verhör



die Verhöre dauern ewig, und ich schlafe die meiste Zeit, die Fragen bekomme ich viel leicht mit, verstehe sie, leicht fragen sie mich so gar viel, etwas in mir, doch ich bin zu müde, die Antworten laufen im Kreis, im engen, kurvenden Kreis, viel leicht in eine in sich gekehrte Spirale, sie sind träge und erschöpft, können sich kaum noch auf den Stühlen halten, so kommen wir nicht weiter, sie hätten schon längst entlassen sein können, höre ich eine Stimme, Vieh leicht von einem der lässigen, keine Hektik zeigenden Verhörer, ohne eine Anklage, ein Drängen aus zu filtern, doch beim genauer hin Blicken, erkenne ich doch Verkrampfung bei ihnen, verschwommen, im Nebel meiner schläfrigen Augen, ein Wille, doch noch andere Verhöre zu machen, in ihrer Dienstzeit, wenn sie auch genau so verlaufen werden, so dass es ihnen egal sein könnte, wie es scheint, viel leicht ist dieser Drang zum Fortschritt auch nur mein eigener, heraus projiziert, ja, ich weiss, erschallt, und mein Kopf fällt erschöpft wieder auf den Tisch, die Fragen, deren nächste ich ängstlich erwarte, in halb schlafender Aufmerksamkeit, im Wunsch, sie möge noch etwas auf sich warten lassen, und noch etwas, die Bilder vertreibend, die nächste doch nicht zu verpassen, was mir ein bitterlicher Verstoss, mit unbestimmtem Ausgang zu sein schien, aus dem ich nicht probieren wollte, schienen sich an den Antworten zu schliessen, von den Verhörern, die genau so schläfrig schienen wie ich, in von mir nicht zu beeinflussen scheinenden Abständen doch nicht auf hörten, ohne Motivation, ohne besondere Unlust, Gereiztheit, ein Fach aus reiner Pflicht, so gar in ihrer Trägheit, ich weiss nicht, wer sich an wem geschlossen hat, nun versumpfen beide, scheint es für keinen ein Reich an Hilfe zu sein, sich weiter zu fügen, Fragen oder Antwort sollten sich befreien, wenn sie das Ziel erreichen wollten, und das wollten sie doch, oder nicht, erschütterte es mich leicht, meine tiefe Überzeugung, das Verhör würde schon noch enden, waren nicht auch die Fragen viel langsamer geworden, wie meine Antworten, wo war das Ziel, unser Ziel, meins, ihres, hatten sie mich denn zu dem Verhör bestellt, das sie so gleich gültig betrieben, oder bin ich nur in diesen einen Raum gebrochen, habe ihren Schlaf gestört, sie erst ein geschläfert, oder erweckt, aber sie waren doch da, in ihrem scheinenden Kontrollraum, fragend blickte ich sie an, mein Licht schien sie schon wieder zu stören, zu reizen, so legte ich mich wieder hin, auf die nächst Frage zu warten, der gutmütig, interessierten Hörerschaft, kurz richtete ich meine Blick durch das Fenster, winkte den anderen Reisenden, den meisten hier rauf blickend, in vielerlei Anerkennung und Ablehnung, wussten sie, wo ich war, was ich machte, war ich ein Verurteilter, leicht so gar ein weit gezogener, den es so lange hier oben hielt, wo hin geht die Reise, fragte ich mich, wieder liegend, auch das Transportmittel hatte ich vergessen, ohne es zu bereuen, ohne Panik zu verspüren, die so gewohnt empfundenen Personen, hatte ich sie schon gesehen, war ich schon bei ihnen gewesen, oder starren sie nur an ein Bild an der Wand, die nächste Frage durch bricht meinen Traum, wieder Stille, könnte in einem Fach weiter schlafen, ab der nächsten Frage warten, sie forderten keine Beantwortung, doch würde mich, die Erregung, in die sie mich gesetzt hatten, die Ungewissheit, nicht schlafen lassen, viel leicht doch, wie lang, die schläfrige Lustlosigkeit tötete selbst den Reiz des Aufstands, ein undefinierbares, unfassbares, immer wieder schwindendes Surren hinten im Grund, viel leicht könnte ich auch auf einem Fach stehen, und gehen, sei es nur den Fragen nach, und sie erwarteten dies so gar, erschöpft, ungläubig, denn mein Gepäck war schon sehr weit an gewachsen, wie ich sehen musste

 



 
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