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- von Herr Grau



Höre Dir an was ich heute Nacht träumen werde

Es ist schwer, die eigene Liebe Tag auf Tag sehen zu müssen, mit dem Wissen, dass die Gefühle ungeteilt sind. Es ist schwer mit ihr zu reden, ihre schönen, traurigen Augen zu sehen, ihre Märchenstimme hören zu müssen. Sie - mit ihrer seltsamen, einmaligen Figur - dieses kleine, unglaubliche Wesen, das seit einer Dekade meine Gefühle verwaltet. Wie toll sie mit meiner überstürzten Offenbarung umgeht! Kein Zug von Überlegenheit, Überheblichkeit. Ich denke, es freut sie, dass ich überhaupt noch mit ihr reden kann. Wenn ich mich schonen wollte, täte ich dies nämlich nicht mehr. Aber ich habe immer eine irrsinnige Freude daran gehabt, mir die grausamsten Gefühle der Welt zu suchen, jene zu erforschen und so rede ich nach wie vor mit ihr.

Unsere Wesen ähneln einander so sehr!

Sie ist vielleicht eine Spur kälter, nicht so hitzköpfig und nervös wie ich es bin, vor allem in ihrer Nähe, aber was soll ich tun?, sie bedeutet mir die Welt, sie ist der einzige Mensch für den ich morden und sterben würde. Und die Grundzüge sind die selben: absolute Einsamkeit, Gier nach Trost, Narzissmus, Selbstzweifel, Aufrichtigkeit, Ehrgeiz und versteckte Zähigkeit. Wie schön wir sind, und wie kriminell sterblich. Ich wünschte, sie stünde jetzt in der Tür, mit ihrem Mut, all ihren Jahren, ihren grünen Weltmeeraugen und ließe es zu, dass ich an ihre Brust sinke, ihr Dinge sage, von denen kein Mensch je gehört hat, ihren unschätzbaren Kopf in beiden Händen halte und unser beider Worte und Zungen endlich einander fänden. Ich hatte nie einen Zweifel an ihr, denn ich liebe sie im gesamten, mit ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten. Wäre sie nur ein kleines Stück anders, so liebte ich sie nicht mehr, wäre sie jünger oder älter als sie es in jedem Moment ist, hätte sie Züge einer anderen Frau, eines anderen Menschen an sich, könnte ich sie nicht mehr lieben.

Aber, aber..

Es liegen alle Zweifel bei mir. Mich - liebe ich nicht, oder nicht genug, nicht genug scheinbar, um sie mit mir zu reißen, ihr selbstverständlich zu begegnen, ich trete ihr nur als halber Mensch gegenüber, ich brauche sie, um ich zu sein, ich brauche ihr Lachen, ihre Berührung, ich brauche ihre Selbstverständlichkeit, die Erlaubnis, ihr Leid zu lindern, meines dabei zu vergessen. Ich brauche sie, um endlich zu leben. Es geht nicht ohne sie.

 



 
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