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Hermann Hesse: Farbe ist Leben
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am 28.07.2003
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Unter dem Titel „Farbe ist Leben“ stellt die diesjährige Große Sommerausstellung in der Städtischen Galerie im Fruchtkasten des Klosters Ochsenhausen vom 20. Juli bis zum 5. Oktober rund 100 Bilder des Literaturnobelpreisträgers vor. Die Ausstellung wird durch Bücher und literarische Dokumente ergänzt.

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OCHSENHAUSEN (Sch) Mit rund 100 Millionen verkaufter Bücher ist Hermann Hesse (1877 - 1962) einer der erfolgreichsten Autoren aller Zeiten. Gleichzeitig war der Schöpfer von „Siddharta“ und „Steppenwolf“ aber auch Maler, der die Schönheit seiner Schweizer Wahlheimat im Tessin in Hunderten von zauberhaften Aquarellen festgehalten hat. Unter dem Titel „Farbe ist Leben“ stellt die diesjährige Große Sommerausstellung in der Städtischen Galerie im Fruchtkasten des Klosters Ochsenhausen vom 20. Juli bis zum 5. Oktober rund 100 Bilder des Literaturnobelpreisträgers vor. Die Ausstellung wird durch Bücher und literarische Dokumente ergänzt.

Als Hermann Hesse mitten im Ersten Weltkrieg zu malen beginnt, ist er vierzig Jahre alt und in einer tiefen seelischen Krise. Zunächst illustriert er Handschriften eigener Gedichte und verkauft sie als bibliophile Kostbarkeiten an Liebhaber, um Geld für seine Arbeit in der Kriegsgefangenenfürsorge zu gewinnen. Nach dem Krieg und während der Inflationsjahre bestreitet er daraus seinen kargen Lebensunterhalt. „Jetzt wo die Geldverhältnisse mich als Dichter fast brotlos machen“, schreibt Hesse 1920 in einem Brief, „beginne ich von der Malerei zu leben.“

Doch das Malen ist für Hermann Hesse weit mehr als Broterwerb oder ein willkommener Zeitvertreib. Es wird für ihn zu einer existenziellen Notwendigkeit und zum Mittel, um Abstand vom Literaturbetrieb zu gewinnen. Als sich der Autor nach der Trennung von seiner ersten Frau und von seinen Kindern 1919 im Tessin niederlässt, beginnt seine bis dahin gedämpfte Farbpalette regelrecht zu explodieren. In der farbenfrohen südlichen Landschaft entstehen in rascher Folge Aquarelle von expressiver Farbigkeit und Leuchtkraft. Während des ersten Sommers im Tessin setzt sich Hermann Hesse in der autobiographisch gefärbten Novelle „Klingsors letzter Sommer“ selbst ein Denkmal als Maler: „Die kleine Palette voll reiner, unvermischter Farben, voll hellster Leuchtkraft“, lässt Hesse den Maler in seiner Erzählung sagen, „sie war mein Trost, mein Arsenal, mein Gebetbuch und meine Kanone, mit der ich nach dem Tode schoss. Mit ihr habe ich schon tausendmal Magie getrieben und den Kampf mit der blöden Wirklichkeit gewonnen.“

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Mit rund 100 Aquarellen, Malbriefen und illustrierten Gedichten ist die Ausstellung in Ochsenhausen eine der größten Präsentationen des malerischen Werkes von Hermann Hesse, die bisher in Deutschland zu sehen waren. Die Ausstellung wird ergänzt durch eigenhändige Manuskripte und Briefe Hermann Hesses sowie durch zahlreiche Erstausgaben seiner Bücher aus Hesses eigener Bibliothek. Im Zusammenklang von Wort und Bild entsteht so ein faszinierendes Bild einer der größten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 – 12 Uhr und 14 – 17 Uhr; Samstag, Sonn- und Feiertag durchgehend 10 – 17 Uhr. Begleitend zur Ausstellung werden neben Führungen unter anderem eine Konzertlesung und eine Literaturreise auf den Spuren von Hermann Hesse angeboten.

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