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Hermann Hesse - Grenz├╝berschreitungen

 

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Hermann Hesse - Grenz├╝berschreitungen
Pressemitteilung
am 23.01.2002
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Zum 125. Geburtstag des Schriftstellers Hermann Hesse beginnt am 6. Februar eine Ausstellung und Veranstaltungen in der “Coalmine” im Hause der Volkart-Stiftung in Winterthur.

Vernissage: 6. Februar um 18 Uhr

Eine Ausstellung und Veranstaltungen in der “Coalmine” im Hause der Volkart-Stiftung in Winterthur, entstanden in Zusammenarbeit mit der Fondazione Hermann Hesse Montagnola und dem Suhrkamp Verlag in Frankfurt, zeigen Hermann Hesse als einen Menschen und Schriftsteller, der nicht nur im geographischen und kulturellen Sinne, sondern auch auf der geistigen und pers├Ânlichen Ebene das Erkennen von Grenzen und deren ├ťberwindung thematisiert hat.
Hermann Hesse, geboren in Calw in Baden-W├╝rttemberg, unternahm zahlreiche Reisen nach Italien und verbrachte drei Monate in Ceylon, Malaysia und Indonesien. Er verbrachte den gr├Âssten Teil seines Lebens in der Schweiz, seit 1919 bis zu seinem Tode 1962 in dem Tessiner Dorf Montagnola. Sein Leben lang besch├Ąftigte er sich intensiv mit indischen und fern├Âstlichen Kulturen und Religionen.
Dar├╝ber hinaus kommt im Werke Hermann Hesses auch die Notwendigkeit der inneren Grenz├╝berschreitung, der Wandlung der Pers├Ânlichkeit und der individuellen, geistigen Weiterentwicklung zum Ausdruck: “Es gibt die M├Âglichkeit f├╝r unseren Geist, sich hinter die Grenze zur├╝ckzuziehen, die wir ihm gezogen haben, ins Jenseits. Jenseits der Gegensatzpaare, aus denen unsere Welt besteht, fangen neue, andere Erkenntnisse an” schreibt Hesse im Fabulierbuch 1935.
Im Kontakt zur Natur erlebt Hesse nicht nur Bezauberung und Offenbarung, sondern die Begegnung mit sich selbst: “[…] ich bin auf dem Weg des Erstaunens f├╝r einen Augenblick der Welt der Trennungen entlaufen und in die Welt der Einheit getreten, wo ein Ding und Gesch├Âpf zum andern sagt: Tat twam asi (Das bist Du).”

Die unkonventionelle Gestaltung der Ausstellung, entworfen und realisiert von Riccardo Signorell und Bemjamin Rauber, animiert den Besucher nicht nur, sich in die Gedanken- und Lebenswelt Hesses einzufinden. Sie legt ihm dar├╝ber hinaus nahe, ├╝ber eigene Grenzen und deren m├Âgliche ├ťberwindung zu reflektieren.
Die auf Stoff-Paravents gedruckten Collagen aus Fotos, Aquarellen, Dokumenten und Zitaten werden erg├Ąnzt durch eine Installation zum Ausstellungstitel.

W├Ąhrend des Ausstellungzeitraumes finden in der Coalmine im Volkart-Haus jeweils mittwochs um 20 Uhr Veranstaltungen zu Hermann Hesse - im weitesten Sinne! - statt.
Den Auftakt macht am 6. Februar zur Vernissage der Verleger des Suhrkamp Verlags Dr. Siegfried Unseld aus Frankfurt mit einem Vortrag ├╝ber “Hermann Hesse heute”. Siegfried Unseld steht anschliessend f├╝r Fragen aus dem Publikum zur Verf├╝gung.
(F├╝r diese Veranstaltung bitte unter Tel. 052 – 268 68 68 reservieren)

Am 13. Februar ist der junge deutsche Autor Andreas Maier (geb. 1967) zu Gast. Maier, bekannt durch seinen vielger├╝hmten Deb├╝t-Roman “W├Ąldchestag” wird zum Thema “Hermann Hesse als Lateinsch├╝ler” aus Hesse-Texten lesen und sie anschlie├čend kritisch kommentieren. Denn - Andreas Maier ist nicht nur Autor, sondern auch Altphilologe und "Lateiner".

Am 20. Februar geht es um “Was ist Liebe?”. Hermann Hesses Liebesgeschichten und das heutige Verst├Ąndnis von Liebe und Beziehung werden in einer Lesung der etwas anderen Art gegen├╝berstellt: Jagoda Marinić, eine junge deutsche-kroatische Autorin aus Heidelberg, liest ausgew├Ąhlte Liebesgeschichten Hesses, der Z├╝rcher Schauspieler Ernst S├╝ss wiederum liest aus Marinićs Geschichtenband “Eigentlich ein Heiratsantrag”. Dieses Deb├╝t der 1977 geborenen Autorin erschien vor genau einem Jahr im Suhrkamp Verlag und wurde als literarische Entdeckung des Fr├╝hjahrs gefeiert: " Eine luftige ‘kleine Prosa’, herangeweht von irgendwo, ein bi├čchen heiter, ein bi├čchen traurig und ohne dr├╝ckende Pointe. ..., eine Prosa, die aus einem Ton und deren Rhythmus unverwechselbar ist." Andreas Nentwich, S├╝ddeutsche Zeitung


Am 27.2. ist der Schauspieler Moritz Stoepel mit einer freien Rezitation des 'Glasperlenspiels' zu Gast, Hesses grossem Alterswerk. Stoepel hat sich als Theaterschauspieler unter anderem in Wien, M├╝nchen, Frankfurt, Z├╝rich und Kairo sowie als vielseitiger Solok├╝nstler in eigenen literarisch-musikalischen Projekten einen Namen gemacht. Mit seinem Hesse-Programm f├╝rs Jubil├Ąumsjahr erleichtert er vielen Leserinnen und Lesern, jung und alt, den Zugang zu diesem vielleicht schwierigsten, aber auch wichtigsten Werk Hermann Hesses. Zu Gast an dieser letzten Veranstaltung wird auch der Verlagsleiter des Suhrkamp Verlages, G├╝nter Berg, sein sowie Regina Bucher, Direktorin der Fondazione Hermann Hesse Montagnola. G├╝nter Berg wird vor der Auff├╝hrung zum Thema “Die Bedeutung grosser Schriftsteller f├╝r einen unabh├Ąngigen Verlag” sprechen.

Die Autoren werden eingef├╝hrt von Mitgliedern der Literarischen Vereinigung Winterthur, welche die Veranstaltungen mitbegleitet. Zur Erinnerung: Hesse hatte im Februar 1922 als einer der ersten bedeutenden Autoren auf Einladung der Literarischen im Club zur Geduld in Winterthur aus seinem Werk gelesen.

F├╝r weitere Informationen steht Ihnen Regina Bucher, Direktorin der Fondazione Hermann Hesse Montagnola, unter Tel. 076 – 335 12 25, Tel./Fax 091 – 994 12 29
oder hesse.museo@ticino.com zur Verf├╝gung.

Das Volkarthaus
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