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Ellen Weber: „Wir haben alle unsern Demian“

 

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Ellen Weber: „Wir haben alle unsern Demian“
Pressemitteilung
am 06.08.2002
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CALW. Mit seinem 1919 erschienenen Roman „Demian“ traf Hermann Hesse genau den Nerv der Zeit. Millionen Heranwachsender erkannten sich in Emil Sinclair, dem Protagonisten der Erzählung wieder, wie er waren sie hin- und hergerissen zwischen zwei Welten, wussten nicht wohin mit sich und hatten auf dem Weg zum Erwachsenwerden eine Vielzahl an Problemen zu bewältigen.

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Klick zum Vergrößern Demian, Erstausgabe
 
„Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören“, heißt eine der wichtigsten Aussagen. Nur wer mit seiner Kindheit endgültig abgeschlossen hat, wer sich durch die Wirren der Pubertät gekämpft hat, kann sich als Erwachsener bewähren.

Wie aktuell und durchaus weltbewegend die in „Demian“ behandelten Themen auch noch in heutiger Zeit sind, zeigte Ellen Weber bei ihrem Vortrag im Georgenäum, anlässlich der Amerikatage im Rahmen des Calwer Hesse- Festivals auf.

Die gebürtige Stuttgarterin, die in den USA Germanistik und Pädagogik an der Bemidji State University im Staat Minnesota unterrichtet, hatte Aussagen und Meinungen ihrer Studenten zu „Demian“ gesammelt und trug diese nun den Zuhörern im Georgenäum vor.

Mit ihren Studenten hatte sie innerhalb von nur vier Wochen den Roman gelesen, für viele war es das erste deutsche Buch überhaupt. In Aufsätzen, Diskussionen, Videobeiträgen und fiktiven Briefen an den Autor setzten sich die Studenten mit der Thematik auseinander und schufen so mit ihren Beiträgen die Basis des Vortrages. Dieser begann mit einem kurzen Überblick über die Universität, an der, nahe der kanadischen Grenze gelegen, ungefähr 4900 Studenten aus 45 Staaten und 40 Ländern studieren.

Aufgrund der relativ kurzen Zeit, in der die Studenten „Demian“ nicht nur lesen, sondern auch verstehen und interpretieren mussten, war es nicht möglich, das Werk vollständig zu analysieren und so bestand der Hauptteil des Vortrages aus vorgelesenen Eindrücken und Äußerungen der Studenten. Diese schienen von dem Roman durchaus beeindruckt zu sein, waren die Eindrücke doch in fast allen Fällen positiv, viele konnten sich mit Emil Sinclair identifizieren, waren wie er auf der Suche nach sich selbst. „Wir haben alle unseren Demian“ meinte einer der Studenten, der Demian als die allen Menschen innewohnende innere Stimme zu erkennen glaubte, als das „Menschengewissen“ in jedem von uns.

Eine Studentin las in einem Videobeitrag einen selbstverfassten Aufsatz zum Thema vor, erkannte in „Demian“ Ansätze einer Kritik am Christentum und eine Annäherung an Nietzsches Philosophie des „wir Menschen sind jenseits von gut und böse“.

Auch die am Schluss vorgetragenen Lebensweisheiten, die die Studenten mit ihrer Dozentin herausgearbeitet hatten, zielten in diese Richtung: „Jeder ist ein Wurf der Natur“, „der Kampf zweier Welten im Inneren sollte viel eher als Prozess zur Selbstfindung angesehen werden“, „das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selber hin, der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades“. Und in diesem Sinne endete der Vortrag auch, mit einem Aufruf der Studenten an die Zuhörer, immer zu fragen, zu zweifeln und zu denken. „Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst“ - dieses Zitat passt wohl am Besten, sowohl als wichtige Aussage des Romans, als auch zu dem Vortrag.

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