HERMANN HESSE

  Name:
  Passwort:
 
 
 

User online: 130 
 
 
  Autorentreff
 

Literarischer Austausch unter Morgenlandfahrern

 

Besuchen Sie auch:











      
 
Start/Artikel
Forum
Autorentreff
Das Werk
Gedichte
Referate/Schule
Weitere Infos
Hesse-Links
Über
Kontakt
   
 
   Fragen stellen
   Referate
   Arbeiten
 

In den Erdbeerfeldern
- von timo



In den Erdbeerfeldern

(Zwei Herren im Chat haben mich überredet, doch auch mal was von mir zu posten... :-)



In den Erdbeerfeldern

Ist es nicht schon etwas seltsam im Leben? Ich mühe mich ab, strenge mich an, meine Person in Kollegenkreisen einzubringen, mein Ansehen unter ihnen zu festigen und nachdem es mir einigermaßen geglückt ist, muß ich feststellen, daß ich mich in meiner Rolle eigentlich gar nicht so wohlfühle. Denn neuerdings höre ich die Kollegen nur noch von Aufstiegschancen, Qualifikationen und Einstiegsgehältern sprechen. So heißt es, ohne ein Studium sei es unmöglich in die höheren Etagen zu kommen, so sei es nun mal dort draußen in der Geschäftswelt und ich werde das schon auch noch lernen. Ein Fernstudium sei in Betracht zu ziehen oder sogar ein berufsintegriertes. Dies sei zwar gleichbedeutend mit dem Verlust jeglicher Freizeit für die nächsten drei Jahre, aber es würde sich schließlich auszahlen, wenn man danach mit einem entspannten Lächeln auf seine Kontoauszüge blicken kann.

Nun, in drei Jahren bin ich 28, ein biblisches Alter, so kommt es mir heute vor. Aber meine Kollegen haben sicher recht. Wer rastet, der rostet und ist bald zu nichts mehr zu gebrauchen.

Wenn ich sie so reden höre, von ihrer Kompetenz und der bevorstehenden Karriere überzeugt, bleibe ich immer still. Ein beklemmendes Gefühl setzt ein, reißt an den Magenwänden und der Kehle bis hinauf zu den Tränensäcken. Ich blicke aus dem Fenster der Bahn, in der diese Diskussion auf dem Nachhauseweg entfacht ist, und muß beinahe meine Tränen zurückhalten. Die Felder huschen an uns vorüber, die Menschen, die schon den ganzen Tag Erdbeeren aus ihnen gepflückt haben, blicken kurz auf und verschnaufen. Weiter entfernt steht die Sonne noch halb am abendlichen Himmel und taucht die herannahende Stadt in ein gleißendes, warmes Licht.

Wir verschwinden im schwarzen Tunnel, nächste Station Hauptbahnhof. Meine Kollegen verlassen mich, sie müssen sich beeilen, um ihren Anschlusszug noch zu bekommen. Ihn zu verpassen wäre ärgerlich, erklären sie mir beim Aufstehen, die Abende seien ja so kurz geworden. Das stimmt, nicke ich, bis morgen dann.

 



 
 

Um dem Autor einen Kommentar zu seinem Text zu schreiben, klicke auf seinen Nicknamen unter der Überschrift und schreibe ihm eine private Nachricht. Du kannst dich auch im Forum anmelden, um mit anderen Mitgliedern zu diskutieren.

Lyrik

  Morgenlandfahrer: 1416
 
Info: deutsch englisch französisch spanisch italienisch polnisch ungarisch tschechisch türkisch
 
 
Termine:
 
<< Juni 2018 >>
M D M D F S S
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30  

Termin eintragen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 
   

 


© 2004-2010 hhesse.de  |  Impressum  |  Kontakt:  |  Technische Umsetzung: www.ifeelweb.de