HERMANN HESSE

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**Traumgebilde**
- von monschdrum



**Traumgebilde**

Eines Tages wachte ich an einem anderen Ort auf, als an dem ich zu Bett ging. Nachdem meine Augenlieder, meine Pupillen freigaben, ich mich umsah, konnte ich einen absolut nackten Raum um mich herum erkennen. Nun lag ich da auf dem Boden, keine Decke, kein Bett, ich lag einfach auf dem Boden. Ich erblickte absolut nichts um mich herum, außer den nackten Holzwänden und einigen sich darin festsetzenden Schimmelpilzen, welche die einzigen Farbfelcken an der ganzen Wand bildeten. Ich lag zentriert in jenem viereckigen Raum, nördlich, östlich und südlich von mir konnte ich nur die nackten Wände mit Schimmelpilzbelag erkennen. Westlich jedoch, war neben der Wand und dem Belag, der von Schimmelpilzen herrührte, noch ein kleines rundes Loch in der Wand erkennen, welches gerade noch den Durchmesser besaß um einem mitteldicken Menschen Durchgang zu gewähren.Ich rappelte mich auf, setzte mich in rundes Loch in Bewegung und zwängte meinen ungefähr einssiebzig langen Körper hindurch. Ich war in einem neuen Raum angekommen, welcher in der größe absolut identisch war mit dem vorherigen, genauso identisch war der Schimmelbelag auf den immergleich braunen Wänden. Der Unterschied an diesem


Raum war nur, dass in diesem Quadrat, abgesehen von dem östlich, direkt neben mir liegenden Wurmloch, noch drei weiter Löcher befanden. Die Wände als Ebenen gesehen, befanden sich also in jeder Wand ein Loch, ausser der Ebene die mich trug und der Ebene, welche die Sonnenstrahlen daran hinderte auf mich herabzuprasseln. Da ich nun die Auswahl zwischen mir


drei unbekannten Löchern hatte und einem bekannten und ich auf den bekannten verzichten konnte, da mir der Raum dahinter schon bestens vertraut war, musste ich nur noch die Wahl zwischen drei identisch aussehenden Löcher treffen. Eine Meisteraufgabe. Nachdem ich drei Tage lang sinniert hatte und einer Entscheidung nicht näher gekommen war, entschied ich mich schlict und einfach für das mir direkt gegenüberliegende Loch, das westliche, da im Westen ja schon jeher die Freiheit lag, ich hoffte dort auch auf etwas unterwerfbares zu treffen, denn Triebbefriedigung ist eine feine Sache. Ich rappelte mich wiederum auf, aus meinem Schneidersitz, den ich einnahm, als ich über meinen weiteren Weg sinnierte. Ich zwang mich wiederum durch das Loch, zuerst Hände, Arme, Bauch, Beine und schließlich folgten auch noch meine Füße. Nun stand ich in einem engen Gang, symmetrisch in je einem Meter hingen Fackeln an der Wand, das Knistern des Feuers war allgegnwärtig, ich richtete meinen Blick den Gang entlang, doch ich konnte kein Ende erkennen, ich kniff die Augen zusammen, doch ich sah nichts ausser Schwarz. So dauerte es auch sieben Tage, sieben Nächte und sieben Minuten, bis ich endlich den Ende des Ganges erblicken konnte. Ich lief immer im gleichen Tempo, gemächlich und doch schnell. Niemand verlangte je eine Pause, mein Magen verlangte nie etwas zu Essen und meine Niere nie etwas zu trinken. Ich verlangte nie danach mich zu waschen, mit jemandem zu reden, ich verlangte nach garnichts, ich lief einfach. Als ich dann endlich das Ende des Tunnels vor Augen hatte, dauerte es weitere sieben Minuten, bis ich vor einer Türe stand, die den Ende des Tunnels darstellte und auf der stand :" Freiheit! Täglich einmal geöffnet." Sekunden später öffnete sich die Türe unter einem knarrenden Geräusch. Vor mir erstreckte sich der Traum meiner Träume, ich lies meinen Blick über eine kilometerweite Landschaft schweifen , hier ein Wasserfall, dort ein Meer das ans Ufer rauscht, überall Aphroditen, die mich zu sich winkten, Eden, für jeden. Als ich mich dann in diese Welt hineinbewegen wollte, als ich mein Bein vorzuschwingen begann, spürte ich sofort einen perversen Schmerz in mir, der mich sofort Zwang rückwärts von der Freiheit Abstand zunehmen, um die Schmerzsignale die meinen Körper durchfluteten zu stoppen. Nachdem ich von der


Türe Abstand genommen hatte, fiel sie Sekunden später unter einem dumpfen Knall wieder zu. Ich stand vor der Tür und mein Blick fiel auf die Sigantion: "Freiheit! Täglich einmal geöffnet."


So dachte ich, musst du halt bis morgen warten, bis die Türe sich wieder öffnet. Also setzte ich mich und wartete einfach, bis die Türe sich Stunden später wieder öffnete, ich reckte, streckte mich, erblickte wiederum dasselbe schöne Bild wie am Tag zuvor und schwang mich gen Freiheit. Als ich meine Hand zwischen den Türrrahmen steckte, durchfuhr mich jedoch wieder die Angst und der Schmerz. Es war als würden plötzlich tausend Nadeln in mir stecken, als würden tausend Spinnen ihre Acht Beine im Gleichschritt über meinen gesamten Körper schwingen und als würde ich eine Nacht lang gefoltert und gequält werden. Der Schmerz verschwand wiederum, nachdem ich vor der Türe zurückschrak und diesselbige sich unter einem dumpfen Knall wieder schloss. Nachdem ich wieder meine Stundenvor der Türe verbracht hatte, sie sich öffnete, ich einen Blick hinauswerfen durfte und ich das gesamte Schmerzspektrum erfahren durfte, sas ich wieder und wartete.Tag um Tag, Jahr um Jahr geschah nun immer dasselbe.Ich durfte immer meinen Trip ins Schmerzparadies unternehmen. Als ich dann schon sehr sehr alt war und im Sterben lag, erschienen plötzlich vor mir alle Menschen, denen ich je im Leben begegnet war, sie sahen mich alle an, musterten mich, lachten, schüttelten ihren Kopf, bemitleideten mich. Daraufhin schied ich dahin. Dann öffnete sich die Tür, doch was dahinter lag war nicht mehr das was ich immer geshen hatte , sondern die Realität wie si hier und da existiert. Die Leute die mich gerade noch untersuchten, gingen nun durch die Türe hinaus.

 



 
 

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