HERMANN HESSE

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Das Attentat Akt 2
- von Peter Simon



Das Attentat Akt 2

- Peter: Ein Attentat ist schon etwas, das auffällt, nicht war?
- Lars: Ich dachte man fällt schon vorher auf, damit man verschwinden kann. Unter Beachtung.
- Peter: Es ist eine Geschmacksfrage, wer vor dem Attentat oder danach als Phantom operiert. Ich persönlich würde die Methode bevorzugen vor dem Attentat an mehreren Orten gleichzeitig eine Person erscheinen zu lassen auf die, die Beschreibung des Täters nachher paßt. Denn damit diese Person verdächtigt wird, muß sie schon vor dem Attentat gesehen worden sein. Gesehen wird gewöhnlich, wer auffällt. Sie fällt dadurch auf, daß sie vermehrt existiert. Man verfolgt dann jemand, der um die Gegend zerstreut ist.
- Lars: Wenn das Attentat nicht nach einem Attentat aussieht, sondern zum Beispiel nach einem Unfall oder nach einem Selbstmord...
- Peter: Das Attentat sieht natürlich nicht nach Attentat aus. Die Tarnung ist nur für den Fall, wenn man den Unfall nicht schluckt... Leier, Amateure pflegen nach der Tat ihr Aussehen zu verändern. Profis tun das davor. Meister Agenten nehmen nicht nur eine andere Identität auf, sie „vermehren sich“ auch vor dem Attentat, damit ihre spätere Verfolgung komplizierter und damit erheblich erschwert wird. Sie sind überall und somit nirgends. Denn nicht sie sind überall, sie sind nirgends.
- Lars: Wie viele Menschen müssen gleich aussehen in verschiedenen Orten damit ein Phantom entsteht?
- Peter: Es gibt ein Optimum.
- Gibt es etwa eine Abkürzung durch die Gärten?
- Peter: Ja. Ein schmaler Gang, wenn du willst kann ich sie dir später zeigen.
- Lars: Es gilt also, was die Menschen glauben. Wenn sie glauben, du kannst nicht überall sein, dann bist du so gut wie verschwunden. Es geht umgekehrt, als man vermutet. Man verschwindet nicht, indem man sich in der Luft auflöst, denn daß geht ja gar nicht, sondern so, indem man sich vermehrt.
- Peter: Sehr gut. Was haben wir gelernt?
- Lars: Zaubern ist Trick?
- Peter: Zaubern ist Trick.



- Peter: So. Ziehe bitte das an!
- Lars: Was ist das und wie kommt das Zeug hier auf den Zaun?
- Peter: Es ist deine Tarnung. Es kommt her, wie es kommen mußte.
- Lars: Was für ein Kleid ist das?
- Peter: Das ist das Ding, das manche Frauen im Nahen Osten tragen. Das mußt du so anziehen, daß auch dein Gesicht bedeckt ist. Ab jetzt bist du eine Frau. Einverstanden?
- Lars: Wozu denn? Es ist doch dunkel...
- Peter: Im Eßlokal wird hell sein.
- Lars: Was für ein Eßlokal?
- Peter: Die Eifelstube, hier im Dorf.
- Lars: Du hast doch gekocht.
- Peter: Dort können wir jetzt nicht mehr hin.
- Lars: Wie, dort können wir nicht mehr hin? Mich knutscht ein Elch!
- Peter: Es gehört eben dazu.
- Lars: Was gehört wozu?
- Peter: Das Unerwartete zu unserem Beruf.
- Lars: Also. Zu unserem Beruf. Das Unerwartete. Ich verstehe schon... Du ziehst das Zeug an, ich will jetzt keine Frau sein.
- Peter: Agenten können sich den Luxus nicht leisten sich das auszusuchen!
- Lars: Du aber.
- Peter: Die Umstände.
- Lars: So. Dann du bist von nun an ich, ich bin du und der die Frau aus dem Nahen Osten spielt bin nicht ich, sondern du!
- Peter: Ist gut. Ich kleide mich an, aber wehe dir, du benimmst dich nicht wie ein Gentleman. Nimm den Rucksack!
- Lars: Aber hallo, das ist doch mein Rucksack.
- Peter: Wie kannst du das im Dunkel erkennen?
- Lars: Stimmt ja, er ist es gar nicht. Mein Rucksack liegt in deiner Wohnung.
- Peter: Mag sein, in diesem Rucksack ist trotzdem das Zeug drin, das du mitgebracht hast.
- Lars: Mein Fotoaparat!
- Peter: Ist das deiner?
- Lars: Er sieht so aus, wie meiner.
- Peter: Ich meine, du hast mir gesagt, du könntest einen besorgen. Das heißt leihen oder?...
- Lars: Die Holzkeile. Noch ein Fotoapparat und ein Vernglas!
- Peter: Das sind meine Sachen.
- Lars: Wie kommst du dazu, in meinem Rucksack herumzuwühlen?
- Peter: Weil du nicht sicher sein kannst, ob das deine Sachen und dein Rucksack ist, wir sehen das ab jetzt so: Das alles gehört mir. Wir werden annehmen, daß dein Zeug in meiner Wohnung liegt. Wie soll das alles auch hergekommen sein?
- Lars: Das nehme ich dir nicht ab, denn diese Sachen sehen genau so aus, wie mein Zeug. Das muß meines sein.
- Peter: Ich mache einen Vorschlag: du hast dein Zeug und ich habe mein Zeug in dem Rucksack.
- Lars: Wie kommt der Rucksack mit unserem Zeug hierher?
- Peter: Na auf Füßen, wie immer. Apropos Füße: Du betrittst vor mir das Restaurant und läßt uns vom Ober einen Tisch zuweisen. Wir werden nicht tanzen, damit du nicht auf meine Füße treten kannst. Wie du weißt, ich trinke nicht. Ich will auch weder über, noch unter dem Tisch betatscht werden...
- Lars: Auch kein Knutschen?
- Peter: Mach es dir selber, wenn es dir danach ist. Nur nicht zu laut,... Ist jetzt auch mein Bart unter dem Kittel?
- Lars: Ziehe den Schleier noch etwas mehr über die Nase! Wie willst du mit bedecktem Gesicht die Speise zu dir nehmen, doch nicht Oral?
- Peter: Du speist. Mein Gemahl. Ich schau friedlich zu.
- Lars: Was ist wenn du etwas sagen mußt?
- Peter: Du sorgst natürlich dafür, daß ich nichts sagen muß.
- Lars: Wie denn?
- Peter: Du wolltest der Mann sein, denke dir denn etwas aus mit deinem Spatzenhirn!
- Lars: Männer haben ein größeres Gehirn, als ihr unterentwickelte Frauen.
- Peter: Jawohl. Denn ihr kommt nicht wie wir mit weniger aus. Ein Armutszeugnis.
- Lars: Ich dachte Frauen deiner Sorte haben den Maul nicht so aufzureißen.
- Peter: Hinter einem erfolgreichen Mann verbirgt sich meistens eine Kluge Frau.
- Lars: Soll das ein Kompliment sein?
- Peter: Natürlich. Für die Frau.
- Lars: Halte deinen Schnabel. Wo ist das Lokal? Wie soll ich es finden, wenn du paar Schritte hinter mir latschst?
- Peter: Ist auf der halben Strecke zum Bäcker.
- Lars: Davon will ich nichts mehr hören! Gefülltes Hühnchen mit gebratenen Kocheiern, liegt alles brach...
- Peter: Auf der linken Seite. Hotelrestaurant Eifelstube.
- Lars: Ja, ja. Du hast wohl nur gekocht, damit man glaubt, daß du gekocht hast und Zuhase ißt... denn man riecht es im ganzen Haus. Ein Phantom was?
- Peter: Opferbereitschaft gehört auch zur Grundausstattung.
- Lars: Wo wirst du jetzt wohnen? Und was wirst du essen?
- Peter: Das Hühnchen kann warten. Läßt sich erwärmen. Ich werde nach Beendigung unserer Aktion mein Versteck, meinen geheimen Stützpunkt wieder in Besitz nehmen können. Wir sind bald da. Meine Lippen sind versiegelt.
- Lars: Wenn du etwas mehr Bewegung in deiner Hüfte hättest, könntest du mich glatt an Nestrin erinnern...
- Peter: Schön für dich Lars, schön für dich.


- Lars: Kommt kein Ober, ich werde uns einen Tisch zuweisen. Der da, in der Ecke.


- Lars: Wir möchten essen.
- Wirtin: Ich hole die Speisekarte.
- Peter: Tolpatsch! Wir wollen nicht essen. Das sagt man nicht. Benimm dich wie ein Gentleman: du sollst sagen: Geben sie mir bitte die Speisekarte!
- Lars: Du hast nichts zu murmeln verdammt!
- Wirtin: Bitte schön.
- Lars: Danke, sie hat sich entschlossen nichts zu verzehren.
- Wirtin: Etwas zu trinken?
- Lars: Bringen sie ihr bitte eine Kola! Haben sie Brathühnchen mit eiern und Kartoffeln?
- Wirtin: Nein. Ich würde ihnen den Pfeffersteak empfehlen. Mit Spargelsuppe und Salat.
- Lars: Nein. Ich nehme den Kordon bleu. Mit einem halb süßen Rotwein.
- Wirtin: Danke. Spricht sie unsere Sprache nicht?
- Lars: Sie ist Witwe.
- Wirtin: Aus Bosnien?
- Lars: Aus Kurdistan. Sie war mit einem Ägyptischen Türken in Bagdad verheiratet. Sie lebten in Kuwait.
- Wirtin: Traurig. Ich dachte Kurdinnen brauchen sich nicht zu verschleiern.
- Lars: Sie macht das nur wegen ihres toten Mannes. Aus Traue.
- Wirtin: Schöne Augen hat sie. Grün. Ist bestimmt selten.
- Lars: Einmalig. Bitte geben sie die Bestellung auf, dann können wir von mir aus weiter quatschen.
- Wirtin: Natürlich... sie ist mit ihnen bestimmt glücklich. (sarkastisch)
- Lars: Sie könnte meine Mutter sein! (spöttisch)

Wirtin ab.

- Lars: Man ist sie vielleicht neugierig.
- Peter: Sie ist verwitwet. Warum hast du mir Kola bestellt?
- Lars: Wegen Nestrin. Sie hätte Kola getrunken.
- Peter: Helena auch?
- Lars: Helena auch. Man bin ich vielleicht hungrig...
- Peter: Agnes hätte Bitter Lemon getrunken.
- Lars: Und du?
- Peter: Ich auch.
- Wirtin: Der Wein und die Kola. Bitte schön.

Wirtin ab.

- Peter: Daß ich die Kola stehen lasse ist wohl klar?
- Lars: Ist mir Schleierhaft.
- Peter: Eben. Ein technisches Problem. Ich darf meine Tarnung wegen meines Erhaltungstriebs nicht lüften. Lars: Es könnte in der Zeitung heißen: "Coca Cola hat Spion auffliegen lassen!"
- Peter: "Skandal im Senat!"
- Lars: "Bürger fordern neue Regierung!"
- Peter: "Chef der Bande gefaßt!"
- Lars: "Petrus packt aus!
- Peter: Kola wird mit Öl gepanscht!"
- Lars: "Öl Aktien fallen!"
- Peter: Die Saudis drohen mit Hungersnot!"
- Lars: "Gott ist außer sich!"
- Peter: "Coca Cola bankrott!"
- Lars: "Börsenkrach!"
- Peter: "Internationale Wirtschaftskrise!"
- Lars: "Welthungersnot befürchtet!"
- Peter: "Die Russen geben Husseins Versteck gegen Weizen bekannt!"
- Lars: "Hussein packt aus!"
- Peter: "Die Unruhen bringen Packeis zum schmelzen!"
- Lars: "Ozonloch Pakt löst sich auf!"
- Peter: "Satan reibt sich die Hände!"
- Lars: ..."Es wird in die Hände gespuckt..."

- Wirtin: So, Ihre Bestellung. Guten Appetit wünsche ich Ihnen! (ab)

- Lars: Kordon bleu... anstatt Brathühnchen mit Kartoffeln und Eiern... (jammernd)
- Peter: Lasse es dir an der Zunge ergehen! (ermutigend)
- Lars: Ich bin gespannt, was mir noch so entgeht.
- Peter: Nichts.
- Lars: Also.
- Peter: Schmeckt es?
- Lars: Ich will nicht zwanzig Jahre meines Lebens dafür Opfern, daß ich alles erreiche, was mir vorschwebt. Ich will sofort ein tolles Haus mit Garten und Swimmingpool haben. Ich will einen Zeitsprung. Ich will eine Frau und Kinder, in denen ich mich selbst lieben kann. Sie sollen mich vergöttern...
Ich will sofort vierzig werden und das alles haben, ohne dafür zwanzig Jahrelang ackern zu müssen.
- Peter: Schon wieder. Deine Generation tut mir leid. Ich denke, ihr seid zu aufgeklärt. Zu abgeklärt. Der
Neugier ist euch genommen worden. Ihr wißt alles. Wie man dreißig ist, wie man vierzig ist, wie man
fünfzig ist, sechzig, siebzig und achtzig. Ihr habt schon mit zwanzig alles gesehen. Egal was ihr wählt, euch
kann nichts gefallen, denn ihr die Sehnsucht mit Kehrseiten nimmt. Euch wird das gespannt sein statt im
Leben im Kino beigebracht. Ihr lernt nicht mehr von der Natur sondern von Maschinen. Bei der Arbeitsuche
wird von euch erwartet, daß ihr mit zwanzig vierzig Jahre Erfahrung habt.
- Lars: Das bringen wir.
- Peter: Traurig.


Erzähler: Lars ißt und Peter schaut zu. Sie sagen nichts mehr, bis Lars fertig ist.


- Lars: Die Rechnung bitte!


Erzähler: Lars bezahlt und sie verlassen das Restaurant.


- Peter: Es tut gut wieder an der frischen Luft zu sein.
- Lars: Sie kochen ganz gut.
- Peter: Nicht gerade billig, aber recht gut.
- Lars: Wohin jetzt?
- Peter: Unser Verbindungsmann fährt bald vor.
- Lars: Was für ein Verbindungsmann? Ach so, der Geheimnisvolle... mit dem Rätsel des Rucksacks?!
- Peter: Nein, nein... das war ein Anderer. Der hier operiert als Taxifahrer.
- Lars: Wo fährt er vor und wie hast du ihn bestellt?
- Peter: Hinter der Kirche. Per Telefon. Heute Morgen. Für 21 Uhr.
- Lars: Hätte ich ihn vom Restaurant aus nicht anrufen können?
- Peter: Dann hätte die Wirtin Bescheid wissen können und uns unseren Verfolgern verraten können.
- Lars: Es gibt doch nur einen Taxifahrer in Weibern... nehme ich an.
- Peter: Eben.
- Lars: Was ist?
- Peter: Na was denn? Er kommt nicht aus Weibern.
- Lars: Lasse mich raten...: du hast einen aus Dresden bestellt.
- Peter: Lasse dich raten!
- Lars: Mich knutscht ein Elch. Da kommt ein Taxi.
- Peter: Ja. Es ist 21 Uhr.
- Lars: Er hält nicht.
- Peter: Vielleicht ist er verfolgt worden und er will uns nicht auffliegen lassen.
- Lars: Du spinnst wohl!
- Peter: Es war ein joke. Unser Auto steht hinter der Kirche.
- Lars: Wo geht die Fahrt hin?
- Peter: Zum schlafen.
- Lars: Wird er dich unter dem Kittel identifizieren können?
- Peter: Du sagst dann bitte: Meyer. Das genügt.
- Lars: Ich soll ihn bestellt haben?
- Peter: Komm, nur dieses eine mal! Im Hotel wirst du schon Roßmann heißen.
- Lars: Zu Befehl Frau Roßmann!
- Peter: Stillgestanden! ...Nicht doch. Komm weiter!
- Lars: In diesem Tempo wird das Geld bis zum Attentat kaum reichen. Frau Meyer!
- Peter: Sag ihm bitte, wir nehmen hinten Platz und "Zum Hohenzollern!"


- Taxifahrer: Herr Meyer?
- Lars: Ja. Wir nehmen hinten Platz.

- Lars: Zum Hohenzollern!
- Taxifahrer: In Ahrweiler?
- Lars: Mäuschen?
- Peter: (Nickt)
- Lars: In Ahrweiler.
- Taxifahrer: In Ordnung.
- Peter: (Gibt Lars seinen Geldbeutel)

Erzähler: Es ist alles still innen und außen, das Auto fährt durch dunklen Wäldern, durch verschlafenen Dörfer und Tälern Bergen hinauf und herunter bis in das romantische Städtchen Ahrweiler. Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten. An der Römischen Villa sammelt das Auto seine Kräfte und stellt sich dem steilen, kurvenreichen Zufahrtsstraße des Panorama Hotels Hohenzollern. Die Lichter von Ahrweiler leuchten im breiten Tal.

- Taxifahrer: Bitte schön. Einunddreißig Mark vierzig.
- Lars: Danke, der Rest ist für sie.
- Taxifahrer: Danke. Gute Nacht wünsche ich ihnen.
- Lars: Danke, gleichfalls.


- Lars: Da wären wir. Es ist kälter als in Weibern.
- Peter: Der Wind geht.
- Lars: Ein amerikanisches Eisautomat.
- Peter: Gehen wir hinein! Wenn sie fragen, so bist du Herr Roßmann und ich soll deine Frau sein.
- Lars: Wenn sie meinen Ausweis haben wollen?
- Peter: Dann sagst du, wir hätten keine Ausweise dabei.
- Lars: Das geht?
- Peter: Sie werden keinen Ausweis haben wollen.
- Lars: Sie werden doch.
- Peter: Dann sag statt Roßmann Meyer und gib deinen Paß!
- Lars: Meinst du, sie finden den Taxifahrer?
- Peter: Wenn sie lange genug suchen...
- Lars: Mal ehrlich, wo hast du ihn bestellt? In Koblenz?
- Peter: Sei nicht so neugierig, sonnst wirst du zu schnell alt.
- Lars: Das ist sicherlich ein ungarischer Spruch. Wie lange bleiben wir?
- Peter: Eine Nacht mit Frühstück.


- Lars: Ein Doppelzimmer für eine Nacht mit Frühstück!
- Portier: Ihre Ausweise bitte!
- Lars: Bitte schön. sie hat ihren Ausweis nicht dabei. Ist das ein Problem?
- Portier: Nein, Wenn sie in Voraus bezahlen.
- Lars: In Ordnung. Was macht das?
- Portier: Hundertsechzig.
- Lars: Bitte schön.
- Portier: Ihr Zimmerschlüssel. Wann möchten sie Frühstücken?
- Lars: Gegen Neun.
- Portier: In Ordnung, gute Nacht wünsche ich ihnen!


- Peter: Nettes Zimmer. Auf welcher Seite möchtest du schlafen?
- Lars: Am Fenster.
- Peter: Wenn du willst, kannst du dich vor mir duschen. Ich werde solange Bart wachsen lassen.
- Lars: Was? Was hast du eigentlich mit Perücke und Augenbrauen gemacht, als ich zu dir kam?
- Peter: Ich war mit einem Auftrag soeben fertig geworden.
- Lars: ... und jetzt willst du dir Bart aufkleben!?
- Peter: Den Auftrag habe ich ohne Bart ausgeführt. Dann habe ich mich überall mit Bart sehen lassen.
- Lars: Wenn dein Bart eine Attrappe war, wird man bei der Gegenüberstellung ihn wohl entdecken, nicht war?
- Peter: Wohl kaum. Mein Bart ist echt. Daß ich keinen Bart hatte, das war nicht echt.
- Lars: Ich stehe im Wald!
- Peter: Gut, ich sage es dir. Ich habe ihn mit einer Kunsthaut überzogen, damit ich so aussah, als hätte ich keinen Bart gehabt. Seitdem wir zusammen sind habe ich die Kunsthaut wieder an.
- Lars: Wer soll dich denn gesehen haben? Du hattest doch den Kittel an!?
- Peter: Zum Beispiel in Weibern haben sie mich mehrere Menschen z.B. vor der Bäckerei gesehen.
- Lars. Ohne Bart. Sie dachten, das ist ihr Nachbar, Peter Simon. Aber nein, aber nein, das warst du nicht, denn du hast einen echten Bart!
- Peter: So ist es. Also ich stand doch nicht da. Du hast dich geirrt. Auch du.
- Lars: Mir reicht es für heute. Ich gehe duschen!
- Peter: Wenn dich das tröstet, auch du warst nicht da.
- Lars: Na klar! Mein Zwilling Marco war mit dir unterwegs!
- Peter: Ich habe ihn gebeten deinen Ausweis mit seinem auszutauschen.
- Lars: (aus dem Bad) Hat er nicht gefragt warum?
- Peter: Doch. Ich sagte ich will dich am Wochenende ein wenig auf den Arm nehmen. Er sollte auf deinen Namen für uns ein Auto mieten.
- Lars: Was hast du vor?
- Peter: Lasse dich überraschen!
- Lars: Hat er den Rucksack auf den Zaun des Kindergartens gehängt?
- Peter: Vielleicht!?
- Lars: Ihr Schurken....

Erzähler: Peter entfernt die Kunsthaut, Lars duscht, dann Peter Duscht und sie schlafen ein.

- Peter: Guten Morgen mein Gemahl!
- Lars: Ziehst du wieder den Kittel an?
- Peter: Natürlich. Was würde sonst der Portier von uns denken?
- Lars: Er könnte denken: Ganz schön schwül heute!
- Peter: Ganz schön frech von ihm!
- Lars: Redefreiheit ja, Gedankenfreiheit nein!
- Peter: Nieder mit den Denkern! Es leben die selig armen!

Erzähler: Sie machen sich frisch, sie ziehen ihre schicke Sachen an, Peter Zieht den Kittel drüber und sie begeben sich in den Speisesaal. Sie sitzen direkt am Fenster und genießen den Aussicht. Roheier, Schinken, Käse und Brot steht auf dem Tisch.

- Bediener: Guten Morgen! Möchten sie Tee oder Kaffe?
- Lars: Tee bitte!

(Bediener ab)

- Peter: Toller Aussicht. Wir bekommen schönes Wetter. Siehst du in Richtung Autobahnbrücke das
viereckige Hochhaus? Dort sind meine Töchter geboren. Im Maria Hilf Krankenhaus. Sie fehlen mir
so. Ich kann sie so selten sehen, seitdem sie in Ungarn leben. Mich wundert, wie sie die Scheidung
verkraften. Es ist bestimmt schwer für sie... akzeptieren, daß Mama einen Neuen hat und daß sie
eine neue Umgebung bekamen... neue Schule, Freunde usw.
- Lars: Das glaube ich.
- Peter: Dort in der Nähe der Wallanlage ist der Nervenklinik. Ein halbes Jahr auf dem Geschlossenen.
- Lars: Denke nicht mehr dran. Es ist vorbei.
- Peter: Mir fehlt der Idyll den ich in Altenahr hatte. Die Tage, als wir mit den Kinder beim Italiener eises-
sen waren, die Kunstausstellungen in unserem Haus, die Einrichtung, die ich Stück für Stück gekauft und
eingebaut habe, unser Badezimmer... wie die Kinder mit Mehl gespielt haben und wie angemalt sie aus
dem Kindergarten nach Hause kamen. Wie sie auf mein Motorrad kletterten... wie glücklich sie waren.
Wir waren oft im münstereifeler Hallenbad... sie haben mit Ton gespielt in meiner Werkstatt...
- Lars: Lasse sie los, sonst wirst du sie nur in Stücke reißen!
- Peter: Ich habe sie losgelassen... Trotzdem sind sie in Stücke gerissen. Sie wohnen in dem Mißt einer
Großstadt in einer Wohnung auf der zweiten Etage... statt in einem Haus im Grünen mit Garten. Ihr
Zimmer ist ein "Durchgangslager". Früher hatten sie ihre eigenen Zimmer für sich allein. Sie besuchen
inzwischen die vierte Schule. Sie mußten immer wieder von neu anfangen und die Freunde zurücklassen.
Sie haben ihre Heimat, Deutschland verlassen müssen. Ihre Mutter kümmert sich nicht mehr so um sie wie
damals, denn sie hat ein neues Kind von Josef. Sie und Josef lebten in `97 von März bis Juni alleine in
einer Wohnung in Budapest, auf meine Kinder hat solange eine Tante aufgepaßt...
Lars: Hör auf! Ist schon gut. Lebe jetzt! Das war einmal.
Peter: Das sagst du so einfach...
Lars: Ich sage das nicht so einfach... Denke an dein Gedicht "Jetzt und Sofort"! Auch mir wird grau ums Herz,
wenn du darüber erzählst. Es bringt dir nur nichts in der Vergangenheit um zu wühlen und Dinge
nachzuweinen, die unreparabel sind. Auch unsere Eltern sind geschieden.
Peter: Das ist es eben. Ich dachte ich werde anders leben als meine Eltern. Wir bleiben zusammen.
Lars: Sind deine Eltern geschieden?
Peter: Getrennt lebend. Seit dreißig Jahren.
Lars: Schön.
Peter: Schön dumm.


Erzähler: Nachdem ergiebigen Frühstück verlassen Lars und Peter das Panoramahotel und gehen ein Stück zu Fuß dem Hang runter. In einer Kurve der Zufahrtsstraße bleibt Lars stehen und zeigt mit seiner Hand nach oben:

Lars: Siehst du diese Riesenpfeiler mitten im Berghang? Dort sollte vor dem zweiten Weltkrieg eine zusätzliche Bahnlinie errichtet werden. Ursprünglich waren zwei nebeneinander verlaufende Bahnlinien im Tal geplant. Eine wichtige Strecke in Richtung Frankreich. Nach dem ersten Weltkrieg war dem Deutschen nur eine eingleisige Linie erlaubt worden, die hier vom Rhein im geschützten Ahrtal beginnen sollte. Die Franzosen hatten Bedenken, die schwer zu bombardierende Strecke könnte im Falle eines neuen Krieges schnell französische Steinkohle für die Rüstung nach Deutschland befördern. Sie hatten auch Bedenken, daß eine so gut ausgebaute Doppelstrecke deutsche Truppen nach Frankreich schleudern könnte. So hat Versailles Deutschland gezwungen nach dem ersten Weltkrieg die eine Talstrecke zu schließen. Fertige Brücken und Tunnel stehen ungenutzt. Also Hitler hat die Vereinbarung umgehen wollen. Er hat die Strecke im Tal nicht weiter ausgebaut, dafür hat er aber im Hang eine neue, mit viel Aufwand zu errichten versucht. Diese Pfeiler dort oben sind Teile einer Talbrücke. Teile eines abgebrochenen großen Projektes. Ein Betonandenken.
Peter: Ein Denkmal. Ein "Betonnachdenken".

Erzähler: Lars und Peter gehen dem Berg runter, dann an den Ausgrabungen der Römischen Villa vorbei auf die Versorgungsstraße der Winzer, die über der Stützmauer der Umgehungsstraße von Ahrweiler führt. Von hieraus kann man die Weinberge, ganz Ahrweiler mit der Stadtmauer und in der Ferne Bad Neuenahr mit der hundert Meter hohen Autobahnbrücke überblicken.

Lars: Wenn die Russen nicht gedroht hätten ganz Europa "zu befreien", hätten die Amerikaner nicht eingegriffen.
Peter: Du meinst, die Amis haben in den Krieg nur eingegriffen, damit sie den Puffer Europa nicht verlieren?
Lars: Militärisch und Wirtschaftlich.
Peter: Bleibe mal stehen! Hier sieht mich niemand.

Erzähler: Peter nimmt den Schleier ab, zieht den Kittel aus und will dann die beiden Sachen in einen Müllkorb werfen.

Lars: Willst du daß die Sachen gefunden werden?
Peter: Du hast vollkommen Recht. Ich werde sie in Köln loswerden.


Erzähler: Peter versenkt die Sachen im Rucksack.

Lars: Geht es nach Köln?
Peter: Vor einem Attentat sollte man relaxen. Was hältst du von einem Besuch in den Ahrthermen?
Baden entspannt und hilft sich zu ordnen.
Lars: Ja, gerne. Fahren wir mit der Ahrtalbahn?
Peter: Ja, gerne.

Lars: Denk mal, Hitler hätte den Krieg gewonnen!
Peter: Wie denn?
Lars: Er hätte vier Jahre später anfangen sollen und er hätte die Russen in Ruhe lassen sollen.
Peter: Hältst du etwas von Diktatur, Kontrolle, Mord und Totschlag? Merkwürdig, wie viele darüber noch nachdenken als hätte die Geschichte nichts gelehrt. Sechs Millionen starben.
Lars: Der Verlierer ist immer der Gelackmaierte.

Erzähler: Lars und Peter warten auf der Station von Ahrweiler auf die Ahrtalbahn und reden ganz leise miteinander, als hätten sie Angst, jemand könnte sie verstehen und sogleich eventuell mißverstehen.

Peter: Sympathisierst du mit Hitler?
Lars: Laut Geschichte ist er ein Tier gewesen. Ich frage mich nur, ob die Geschichte nicht anders den Krieg und die ganzen Untaten beschreiben würde, wenn der Krieg anders ausgegangen wäre.
Peter: Konzentrationslager mit Bordell und Folterkammern, Goldzähne ausbrechen, ...Holocaust.
Lars: Ich weiß. Unbeschreiblich schrecklich, aber wir wissen nicht, was für verbrechen die Gewinner begangen haben. Schau: in Remagen gab es z.B. ein amerikanisches Gefangenenlager für zwanzigtausend Deutsche Soldaten. In drei Monaten sind zwei drittel an Hunger und Krankheit gestorben.
Peter: Ja. Wo kein Kläger, auch kein Richter.
Lars: Wäre es angebracht, wenn die Deutschen über den zweiten Weltkrieg jammern würden?
Peter: Wohl war. Klar, die Juden haben in der Antike auch völkermordet. Die Deutschen distanzieren sich von Faschismus, aber manche Sachen würden sie gerne aussprechen.
Lars: zum Beispiel?

Erzähler: Inzwischen ziehen Lars und Peter Fahrkarten aus dem Automat. Sie haben Glück und brauchen nicht lange zu warten. Der Zug rollt an. Sie steigen ein und fahren nach Bad Neuenahr. Im Zug setzten sie sich in eine Ecke, wo sie Keiner hören kann und sie fangen an zu flüstern:

Perer: Es gab Arbeit, Ordnung und eingehaltene politische Versprechungen. Man durfte Deutscher sein und mußte sich nicht schämen für die Untaten Anderer.
Lars: Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will Hitler nicht etwa rehabilitieren. Ich verstehe nur nicht, warum dann zum Beispiel den Amerikanern ihre Kriegsverbrechen nicht immer weiter nachgesagt werden. Was immer Soldaten im Krieg schlimmes tun, ist nicht volksspezifisch.
Peter: Wenn aber Verbrechen zu einem Staatsprogramm werden...
Lars: Ja. Was passiert im Gazastreifen?
Peter: Staatlich kontrollierte Kriegsverbrechen... auf beiden Seiten.
Lars: Wenn aber die deutsche Soldaten auch nur gottesfürchtig waren,... sie handelten für das Vaterland und nach dem Krieg sich schämen mußten auch dafür, was sie nicht taten?
Peter: Ich glaube, ich verstehe schon. Stell dir vor, die Amerikaner würden in Amerika den Verbrechen Denkmäler setzen, die sie zum Beispiel an Indianer begangen haben. Es gebe auch dort "Konzentrationslager" oder vielleicht "Lager des Terrors", wo beschrieben und gezeigt wäre, wie systematisch die Indianer ausgerottet waren, schwangeren der Bauch aufgeschnitten wurde, aus Hodensäcken und aus Busen Tabakbeutel gefertigt wurde,... oder unter welchen unmenschlichen Umständen die schwarzen über die Jahrhunderte ausgebeutet und gefoltert und wie Vieh "vermarktet" wurden. Wenn man lange graben würde, bliebe kein Volk mit weißer Weste.
Lars: "Der soll den ersten Stein auf sie werfen, der noch nicht gesündigt hat!"
Peter: Ja Mann. Die Welt wird sich so nie einigen, wenn Schuld Vergeltung gebärt. Man kann ja nicht verzeihen, denn was passiert ist ja passiert. Aber man sollte nicht immer weiter die Wunden lecken, so heilen sie nicht.
Gibt es keine Versöhnung zwischen Deutschen und Juden mehr? Zwischen Zigeuner und Ungaren, zwischen Schwarzen und Südstaatler, zwischen Iren und Engländer, zwischen Äthiopen und Eritreaner, zwischen Chinesen und Japaner, zwischen Kurden und Türken, zwischen Basken und Franzosen... soll ich weiter aufzählen?
Lars: Nicht doch.
Peter: Die Welt sollte sich aussprechen. Das kann so nicht weitergehen.
Lars: An der Brücke von Remagen ist ein Schrifttafel angebracht:
"Laßt uns jeden Tag an dem Frieden arbeiten mit Herzen und Verstand,
und jeder beginne bei sich selbst!"
Peter: Schön wäre es.

Erzähler: Es ist ein schöner spätsommersamstag. Die Sonne strahlt als die Beiden aus dem Zug steigen. Sie gehen durch das alte Stationsgebäude und schauen sich kurz um. Sie schweigen und denken nach. Nebeneinander laufen sie dann in Richtung Ahrtehermen.
Peter hat zwei Staatsangehörigkeiten. Er war in Ungarn geboren und in der sozialistischen Ära aufgewachsen. Mit einundzwanzig kam er in die B.R.D. Inzwischen ist er als Industrie-Alpinist einundvierzig geworden. Lars ist zwanzig jahre alt. Er hat einen Zwillingsbruder: Marco.
Lars steht das Leben bevor. Peter hat das Leben fast abgeschrieben nach der Scheidung von Agnes und wegen der Entfernung von seiner Kinder. Sie sind nach Ungarn gezogen und leben mit Agnes neuem Mann Josef zusammen, in Budapest.


Lars: So.
Peter: So. Laufen wir über die Ahrbrücke oben drüber?
Lars: Ja, komm!


Erzähler: In Bad Neuenahr gibt es eine Brücke über dem kleinen Fluß Ahr, die von oben gespannt ist. Mit etwas Geschick kann man hoch über dem Gespann laufen ohne in den Fluß zu fallen. Lars klettert auf der linken Seite, Peter auf dem rechten. Fußgänger wundern sich über den Beiden. Es gibt Menschen, denen es gefällt, andere geben ihre Mißbilligung kund. Als sie ganz oben sind schauen einander an und lachen. Peter trägt den Rucksack. Lars dreht sich auf einmal um und tut so, als würde er seine Hose aufmachen und als wollte er in die Ahr pinkeln.


Peter: Ahr-ische Bürger! Mannequin pißt!
Lars: Psst! Wir sind nicht in Belgien.
Peter: Komm weiter!
Lars: Wer das Wasser der Ahr trinkt, trinkt auch seine eigene Pisse mit.
Peter: Und ob!


Erzähler: Sie steigen an der anderen Ahrseite ab und nähern sich dem Hallen- und Freibad. Dem Thermalbad von Bad Neuenahr. Nachdem sie durch Straßen und Parks laufen, lösen Eintrittskarten. Sie kleiden sich um, sie duschen und stiegen ins Wasser.


Lars: Schön hier.
Peter: Mir gefällt die unbürokratische Regelung mit den Magnetschlüsseln. Die Dienstleistungen die wir in Anspruch nehmen werden mit Hilfe dieser Schlüsseln in der Computerzentrale festgehalten. Wir können überall mit unseren Schlüsseln bezahlen.
Lars: Mir gefällt vor allem, wie die Halle gebaut ist. Nicht nur aus Stahl und Kunststoff, auch aus Holz.
Peter: Das letzte Mal war ich Manisch, als ich hier gewesen bin. Ich dachte es fand in der Wirtschaft eine Umformung statt: Frauen haben die hart arbeitenden Männer überreden können, daß sie Dampf ablassen, paar Gänge zurückschalten und sich ausruhen. Die Frauen sorgten für ein einfacheres, menschlicheres und vor allem für ein natürlicheres Werkeln in der Landwirtschaft, in der Industrie und in der Lebensmittelindustrie. Ich war also hier und beobachtete, wie ältere Damen ihre angestrengten, ja abgenutzten Männer ins Wasser führten und ihnen zeigten, wie schön es ist Zeit für sich zu haben. Sie planschten. Die Männer wunderten sich über die Weisheit der Frauen und stützten sich auf sie, wie Kinder.
Es kann nämlich mit der Wirtschaft so nicht weitergehen. Die Rate immer weiter höherschrauben..., die Nachfrage kann mit dem Angebot auf Dauer nicht mehr schritt halten ohne die Menschen verrückt zu machen . Dachte ich. Man sollte den Menschen nicht immer weiter suggerieren: Du bist nur wer, wenn du Kaufkräftig bist. Hier ist alles lila und weiß. Ich dachte, meine Mutter und Agnes haben sich endlich versöhnt und sie haben
dieses Erholungszentrum hier bauen lassen. Die Farbe weiß bezog ich auf meine Mutter, denn sie war der Vollmond für mich und führte mich wenn es um mich dunkel geworden ist. Die Farbe Lila war die Lieblingsfarbe von Agnes. Ich dachte sie zusammen haben damit angefangen: die Wirtschaft der Männer zu reformieren, denn Frauen verstehen doch mehr vom Wachstum, denn sie können Mütter werden.
Lars: Gefährlich, gefährlich!
Peter: Komm, schwimmen wir nach draußen! Frau heißt für mich auch Natur. Das Leben natürlich anzugehen...
Lars: Frauen sind hysterisch!
Peter: Manchmal. Wehe aber, wenn Männer hysterisch werden... Das ist wesentlich schlimmer.
Lars: Erzähl weiter!
Peter: Es täuscht.
Lars: Was denn?
Peter: Na, wie Frauen sich so machen... im Fernsehen oder in der Regierung. Das sind maskuline Frauen nach meine Meinung, denn sie versuchen mit Kraft sich über Wasser zu Halten in einer Kraftwelt der Männer versuchen sie mit männlichen Zügen sich durchzusetzen. Charme, und Natürlichkeit macht für mich eine Frau aus.
Lars: Männer nicht?
Peter: Männer können natürlich auch charmant sein, ich meine aber ihnen steht besser, wenn sie Kraft und Geborgenheit ausstrahlen.
Lars: Ausstrahlung ist auch wichtig!
Peter: Was verspricht Tschernobil?... Eine strahlende Zukunft. Ja. Heute sollte, wer sich um einen Job bewirbt Ausstrahlung, Selbstsicherheit, Führungsqualität und Durchsetzungsvermögen haben. Diese Erwartung macht so Mann wie Frau zu hart und zu automatisiert... eben zu technisch. Technik frißt Natur auf? Muß das sein? Ich dachte eben darum... Wie wäre es, wenn man eine natürlichere Technik hätte? So kam ich auf Frauen... zur Weisheit über Gleichgewicht. Darin sind sie gut.
Lars: Im Gleichgewicht?
Peter: Vielleicht bin ich zu voreingenommen, aber ich denke so. Frauen verstehen mehr vom Gleichgewicht als die Männer. Schau unsere Welt nur an... die Welt der Männergesellschaft... ist total aus dem Gleichgewicht geraten.
Lars: Nur wegen der Frauen... meine ich!... Du bist wohl in einer Frauenpartei!?

Erzähler: Peter versucht daraufhin Lars unter Wasser zu drücken. Sie lachen und sie genießen die Gelassenheit der Badeanlage. Im Bad befindet sich ein Eßlokal. Sie bestellen dort Grünes zum Mittag und sie bezahlen auch hier mit ihren Magnetschlüsseln. Nach dem Mittagessen gehen sie in die Sauna wonach sie kalt duschen. Im Bad gibt es Brausen, Wechselbad, Dampfbad, Wellenbad, Massage und noch Vieles mehr. Eben alles für Erholungsuchende. Nach der Massage schwimmen sie etwas. Danach geht es nach draußen und sie legen sich hin auf die Wiese um sich zu sonnen. Sie halten inne für einige Minuten.

Peter: In Ungarn gibt es mehr schöne Frauen.
Lars: Das glaube ich nicht. Schaumal da!
Peter: Sie ist zu jung für dich.
Lars: Du aber bist für sie leider zu alt! Sie könnte deine Enkelin sein.
Peter: Gut. Heirate sie. Ich nehme dich auf in die Familie.
Lars: Apropos Familie... wir vergeuden wertvolle Zeit. Was wird aus dem Attentat?!
Peter: Das Attentat findet ohne uns statt.
Lars: Wie, wir werden unsere Hände nicht mit Blut beschmutzen?
Peter: Wir bereiten es nur vor.
Lars: Das Beschmutzen?
Peter: Das Attentat findet nicht am Wochenende statt. Auch Gangster ruhen irgendwann.
Lars: Nicht jetzt am Wochenende? Ich muß mich auf das Leben vorbereiten, ich werde nicht immer Zeit für Mord und Totschlag haben.
Peter: Nur ruhig Blut... Auch das Leben birgt Möglichkeiten. Deine Rechnung wird schon aufgehen.
Lars: Lasse das Opfer bitte nicht dick und häßlich sein! Ich möchte etwas knackiges... zum anbeißen!
Peter: Lasse die Lämmer schweigen Hannibal!
Lars: Mal im Ernst, wie geht es jetzt weiter?
Peter: Fahren wir nach Köln!
Lars: Mit dem Zug?
Peter: Klauen wir ein Auto!
Lars: Ist das möglich?
Peter: Natürlich. Am Wochenende sind die Turnhallen für Erwachsenen da. Du gehst in den Umkleideraum
der nächsten Turnhalle und stählst uns einen Mercedesschlüssel.
Lars: Ich bestimmt nicht. Ich nehme lieber das Attentat.
Peter: Klar, weil das Attentat besser getarnt ist und keiner auf dich kommen kann?
Lars: So war das geplant... oder?
Peter: Um ehrlich zu sein ich habe das so geplant, daß man dich an meiner Stelle suchen kann, wenn du jetzt die Sache mit dem Autoklau machst. Das wäre günstig für mich.
Lars: Warum hängen wir nicht einiges Marco auf den Hals?
Peter: Wieso einiges? Alles!
Lars: Mensch bist du ein guter Freund, hast auf mich gedacht!
Peter: Wir werden in dem einen gestohlenen Fahrzeug seinen Ausweis liegen lassen. Das reicht.
Lars: In dem einen Fahrzeug? Stehlen wir etwa gleich zwei?
Peter: Ja. Wir müssen uns für eine Weile trennen.
Lars: Wir fahren getrennt...
Peter: Wirst du mich vermissen?
Lars: Wie kommen wir zu Marcos Ausweis?
Peter: Du hast es!
Lars: Ich habe bloß meine Unterhose an!
Peter: Kannst du dich entsinnen, daß man beim Eingang unsere Ausweise verlangt hat?
Lars: Ja. Wir mußten sie abgeben. Für die Schlüssel.
Peter: So. Du hast Marcos Ausweis abgegeben.
Lars: Sag bloß. Wie denn das?
Peter: Na, ich habe dir das schon einmal gesagt. Ich habe ihn gebeten in deinem Nahmen ein Auto zu mieten. Unter Zwillinge sollte das doch kein Problem sein.
Lars: Er hat die Ausweise wirklich ausgetauscht? Ich habe Gestern gedacht, du nimmst mich auf den Arm. Dann hat aber er an meiner Stelle im Hotel geschlafen.
Peter: Na klar. Er ging dann auch Baden. Guten Morgen!
Lars: Und er wird jetzt auch ein Auto stehlen... nicht war?
Peter: Nein. Er holt nur das Auto, das du gemietet hast.
Lars: Moment mal! Wer soll das ausbaden, ich meine Bezahlen? Habt ihr mich etwa reingelegt?
Peter: Er ging doch baden. Nicht du.
Lars: Mit Nestrin.
Peter: Mit Nestrin soll er er bloß geschlafen haben. Gebadet haben soll er mit Josef Roßmann.
Lars: Du hast einen Ausweis mit dem Nahmen Roßmann abgegeben? Das wird mir langsam zu unübersichtlich. Peter: Ist doch auch richtig. So soll das auch sein. Im Interesse des Attentats. Du weißt noch: erst Durcheinander, dann Ordnung.
Lars: Wer Ordnung hält ist faul zu suchen.
Peter: Wer Unordnung hält ist schwer zu suchen.
Lars: Ach so.

Erzähler: Peter sagt Lars, daß sie schon genug gebadet und sonnenbrandet haben.
Lars sagt, es gibt kein Sonnenbranden. Peter erwidert, daß wenn es Willi Brandt gibt, muß es auch "Sonnen Brandt" geben. Lars meint, es gibt Willi Brandt nicht mehr und er hält daran fest, daß es Sonnenbaden und Sonnenbrand gibt, aber keinen Sonnenbranden. Peter nimmt dann das Wort Brandung als Argument für die Bildung Sonnenbrandung. Lars sagt, daß Sonnenbrandung, gibt es. Peter fragt dann, ist die Brandung nicht die Sache von wegen wellenbrechen? Lars will auch schon kein wellenbrechen kennen. Nur Wellenbrecher.
Peter findet komisch, daß Wellenbrecher ein Wort ist und Wellen brechen zwei. Lars sucht auf die Schnelle nach einem Beispiel und er findet das Wort Hosenscheißer zutreffend. Peter findet den Wortlaut doch unlogisch, denn Hosen scheißt man nicht. Korrekt sollte es Hosenbescheißer heißen. Lars meint: wenn schon dann Hosenbeschisser. Er ist seiner aber nicht ganz sicher.
Sie begeben sich unterdessen in die Umkleidekabinen und sie ziehen sich an. Auf der Straße schlägt Peter vor mit dem Bus drei Stationen in Richtung Ahrweiler zu fahren. Er kenne dort eine Turnhalle, vor dem Autos "zum stehlen" stünden. Man habe große Auswahl.

Lars: Ich glaube das nicht. Du hast nicht gelogen. Das ist wirklich Marcos Personalausweis!
Peter: Denkst du ich würde dich veräppeln?
Lars: Mann oh Mann. Zeig mir deinen!... Josef Roßmann. Wo hast du ihn her?
Peter: Ich habe ihn ausgeliehen.


Sie nehmen also den Bus. Als sie dann sich zu Fuß zu der besagten Turnhalle nähern, Lars überlegt sich anders und will lieber das Attentat, als den Autoschlüssel holen. Er ist sich nämlich nicht ganz sicher, ob Peter nicht spinnt und stehlt wirklich ein Fahrzeug. Vielleicht ist das nur getürkt... von wegen gemietet. Geungart meint Peter dann.

Lars: Ich stehe solange schmiere, bis du den Schlüssel holst.
Peter: Du kneifst solange.
Lars: Ein getarntes Attentat ist okay, aber ein Auto offensichtlich unter die Nägel zu reißen ist etwas Anderes. Kriminell.
Peter: Angsthase!
Lars: Knacki!
Peter: Es ist kein Raub, nicht einmal Diebstahl. Es ist bloß Trickdiebstahl.
Lars: Na dann, leg los Alcapone!
Peter: Mach mich nicht zur Schnecke! Alcapone saß bloß wegen Steuerhinterziehung.

Erzähler: Peter geht lässig durch die offene Schultür. Etwa nach fünf Minuten kommt er heraus und geht zu
Lars, der vor dem Parkplatz am Bürgersteig auf ihn wartet.

Lars: Hast du ihn?
Peter: Ein Honda.
Lars: Woher willst du das wissen?
Peter: Steht auf dem Schlüssel: Honda.
Lars: Ach so, und jetzt willst du alle Hondas in Alarm setzen, indem du den Schlüssel ausprobierst, ob er paßt!?
Peter: Wo lebst du? Ich habe einen Schlüssel mit Fernbedienung geholt.
Lars: Willst du mit einem dicken Schlüsselbund alle Hondas anstrahlen?
Peter: Was dagegen?

Erzähler: Peter zieht einen Schlüsselbund aus seiner Hosentasche und er fängt an das passende Auto per Knopfdruck zu suchen. Er findet auf anhieb das richtige. Es gibt nur zwei Honda auf dem Parkplatz. Die Blinker des Autos leuchten zweimal auf. Er macht die Tür auf, steigt ein und wartete auf Lars.

Peter: Soll ich dir einen Antrag stellen?
Lars: Aber bitte schriftlich!

Erzähler: Lars setzt sich auch ins Auto.

Lars: Fahr los Mensch!
Peter: Praktisch diese Fernbedienung. Schade daß das Auto nicht gleich erzählen kann, wo er wohnt. Da könnten wir gleich die Glotze mitnehmen.
Lars: Die Kinder sitzen davor.
Peter: Na und?
Lars: Du kannst doch nicht die Glotze den Kindern wegnehmen.
Peter: Aber Papas Auto.
Lars: Wie willst du jetzt weiter verfahren?
Peter: Keine Angst, ich verfahre mich nicht.
Lars: Ist dieses Auto jetzt gemietet und du hast nur so als ob gemacht, oder sitzen wir in der Tinte?
Peter: Das Andere holen wir in Altenahr ab.
Lars: Wir?
Peter: Soll ich etwa alles machen?
Lars: Ich will damit nichts zu tun haben...
Peter: Du sitzt im selben Boot!
Lars: Warum ausgerechnet aus Altenahr, dort kennt man dich doch!
Peter: Dort gibt es Autos, die nicht abgeschlossen sind.
Lars: ... und der Schlüssel steckt, womöglich?!
Peter: So ist es.
Lars: Tinte!
Peter: Schönes Auto.

Erzähler: Peter fuhr in Richtung Altenahr auf die Umgehungsstraße von Ahrweiler und sie kamen an dem Felsen der "Bunte Kuh" vorbei.

Peter: Kennst du die Geschichte der Bunten Kuh?
Lars: Sei bitte ehrlich und sag die Wahrheit! Is| dieses Auto das, was Marco in meinem Namen gemietet hat?
Peter: Nein. Dieser Tal ist wohl ein Weingebiet.
Lars: Klar. Mann oh Mann...
Peter: Es gab Weinlese zu 1903, und als solche, wollte man wie jedes Jahr die Weinkönigin testen. Nach einem Vorschlag sollte die Weinkönigin auf diesen hohen Felsen klettern. Als Belohnung erhalte sie dann eine bunt bemalte Kuh als Andenken. Sie war dann hier nicht nur hochgeklettert, sie hat sogar ihre Strümpfe heruntergeworfen.
Lars: Das waren Zeiten!
Peter: Man konnte sich von Glück preisen, wenn man schon die Knöcheln einer Schönheit zu sehen bekam.
Lars: Mariental.
Peter: Hier hat man lange gebuddelt. Der Regierungsbunker. Ist mit Bonn unterirdisch verbunden.
Lars: Ja. Der Tunnel. Können wir nicht da lang weiterfahren?
Peter: Das wäre was. Leider nicht. Ist geschlossen. Wir wollen sowieso nach Köln, nicht nach Berlin.
Lars: Bonner Grundstückspreise sind gefallen... Die Regierung entkam nach Berlin.
Peter: Dort gibt es ja auch einen Bunker. Ich frage mich, ob die beiden nicht miteinander verbunden sind.
Lars: Ja, warum nicht? Unterirdisch ist die Eifel doch nur ein Katzensprung aus Berlin. Warum fragst du nicht, ob Budapest mit Berlin verbunden ist?
Peter: Mit Budapest ist Moskau verbunden.
Lars: Warschau mit natürlich.
Peter: Unterirdisch... versteht sich.
Lars: Willkommen in Dernau.
Peter: Jetzt erteile ich dir Anweisungen. Paß auf!
Lars: Bin ganz Ohr. Ich mache aber auch gleich in die Hose, du verzeihst.
Peter: Klar. Frische Unterwäsche ist im Rucksack. Gleich gibt es eine Abfahrt aus dieser Talstraße zur Autobahn. Eine schöne Panoramastrecke. Ist als Umgehungsstraße gedacht worden für LKW. Die deutsche Einheit ließ sie nur bis Eschweiler ausbauen. Zu kostspielig. Das Geld reichte aber durch die Straßenverbreiterung die Hälfte eines jüdischen Friedhofs einzubuddeln...
Ich weiß nicht für welches Auto du dich später entscheidest, aber das Auto, das wir in Altenahr uns holen, wird hier über diese etwa zehn Kilometer langen Strecke auf die Autobahn fahren. Hier. Siehst du, so weiter dort hoch.
Lars: Gebangt.
Peter: Kneif die Arschbacken zusammen!... Beide Autos müssen schnell den Ort verlassen, wo sie angezeigt werden. In Altenahr gibt es keine Polizeistation mehr. Die Autos sollten also möglichst schnell auf die Autobahn, die sie auch schnell wieder verlassen müssen. Dieses Auto muß den Tal in Altenahr verlassen und muß dann die A1 nehmen, direkt nach Köln, denn er wird von Ahrweiler aus gesucht. Das Auto das wir in Altenahr abholen muß die Autobahn über Bonn nehmen und muß an der Südverteiler in Köln ankommen. Es gibt auf der Strecke zwischen Bonn und Köln eine Versuchsanlage. Alle dort durchfahrende Fahrzeuge werden Tag und nacht mit Hilfe von Spezialkameras registriert, so daß also man hinterher, oder sofort, herausbekommen kann, ob und wann das gesuchte Fahrzeug die Strecke gefahren hat oder fährt. Es ist Teil einer Versuchsreihe. Später sollte man aus der Datenbank einer Bundeszentrale, oder einer Europazentrale auch herausbekommen können, wer der Fahrer ist.
Lars: Ist ja toll. Du willst damit sagen, daß die Autobahnen rund um die Uhr mit Daueraufnahmen überwacht werden?
Peter: Werden werden. Dazu kommt noch, daß gestohlene Sachen wie Autos oder verschollene Tiere oder sogar Menschen mit Hilfe einer Erkennungsmarke leicht wiedergefunden werden, denn früher oder später alles Satellitenüberwacht wird.
Lars: Was du nicht sagst!
Peter: Ich sage es.
Lars: Mensch wir müssen uns dann mit unserem Attentat aber beeilen... Es ist ein Wettlauf mit der Technik unserer Zeit!... Sag bitte, das dieses Auto nicht gestohlen ist!
Peter: Ich sage einfach, es ist ein Leihwagen... Wir leihen es aus.. Verstehst du? Wenn jemand auffällt, holt man seine Visage einfach aus dem Archiv und schaut wo, laut Aufnahmen der letzten Zeit, er sich so eben aufhält.
Lars: Phantastisch. Wir bringen es zurück, ja?
Peter: Werden wir müssen...
Lars: ...und das gibt es schon auf der Autobahn zwischen Bonn und Köln.
Peter: Versuchsweise.
Lars: Dann weiß ich schon welches Auto ich nehme.
Peter: Welches?
Lars: Na dieses. Der soll also die kölner Autobahn nehmen. Du fällst dann auf der bonner Autobahn so auf, wie du möchtest. Meine Weste bleibt rein.
Peter: Konntest du denn mich folgen?
Lars: Frag was!
Peter: Wo willst du hin mit diesem Auto... he?
Lars: Also... Willkommen in Rech!
Peter: Na, ich sehe schon, du weißt nicht so recht...
Lars: Also das andere Auto: vor Rech war Dernau, dann hoch über Eschweiler auf die Autobahn über Bonn zum Südverteiler...
Peter: Schön. Ich dachte, du wolltest nicht auffallen.
Lars: Du gibst mir für alle Fälle den Kittel mit dem Schleier!
Peter: In Ordnung schieben wir alles auf Nestrin.
Lars: ...und auf Marco! Na klar! Er hat meine Visage. Ich nehme aber dann lieber doch dieses Auto und du kannst den Kittel mit dem Schleier haben. Bei Altenahr also raus aus dem Tal, rauf auf die A1,... Was mache ich, wenn ich kontrolliert werde,... mit Marcos Ausweis?
Peter: Du zeigst nur deinen Führerschein.
Lars: ... und nur die Wagenpapiere... Sonnen klar. Gönne mir bitte eine kurze Sendepause! Ich muß nachdenken.
Peter: Baue bloß keinen Unfall! Traust dir zu den kölner Fernmeldeturm zu finden?
Lars: Den mit einer Höhe von 200 Metern?
Peter: Wo ich so oft herumgehangen war. Als Industrie-Alpinist... Du weißt...
Lars: Dort auf dem Parkplatz?
Peter: Unter dem Turm auf dem großen Parkplatz.
Lars: Hast du denn noch alle?
Peter: Wenn du also, wie du sagst doch noch dieses Auto fahren möchtest, so würde ich dir gerne seine Rute beschreiben.
Lars: Willkommen in Mayschoß! Ist denn nicht egal, wie ich zum Turm komme?
Peter: Nein, denn die Nordautobahn ist auch mit Lerchen bestückt!
Lars: Mit was für welcher Vögeln?
Peter: Na, mit Guckerleins. Auch beim vögeln.
Lars: Du meinst mit diesen Aufnahmedingen...
Peter: Ja. Also. Dieses Auto soll bei Frechen runter von der Autobahn.
Lars: ... und dann?
Peter: ... und dann auf die Dürener Straße. Aaachener Straße, Innere Kanalstraße, Fernsehturm. Kannst du mich folgen?
Lars: Mann oh Mann...
Peter: Auf wiedersehen! Das war Mayschoß. Jetzt kommt noch Reimerzhofen und dann Altenahr...
Keine Bange Lars, den Turm Kannst du in ganz Köln sehen.
Lars: Das beruhigt ungemein! Warum soll das altenahrer Auto zwischen Bonn und Köln gesehen werden?
Peter: Um aufzufallen. Du weißt noch!? Erst auffallen, um dann verschwinden zu können durch sich Vermehren...
Lars: Nur mal halblang! Ich mache da nicht mit!
Peter: Lars... hümm... Ich binde dir doch bloß einen Bären an! Dieses Auto ist gemietet...
Lars: ... und das Andere?
Peter: Was wird aus unserem Spaß, wenn ich alles im Vorfeld verrate?!
Lars: Wir wollten doch nur schöne Frauen absolvieren, durch Wiesen und Städte laufen, und was wird daraus?...
Peter: Im Grunde wollten wir noch eine Industriesabotage vorbereiten (als Ablenkung) und ein Attentat begehen!
Lars: Mann oh Mann... Willkommen in Reimerzhofen... übrigens...
Peter: ...und zu Nächst einmal noch kein Auf Wiedersehen, denn von hieraus geht es steil hinauf zwischen den Weinreben... Meine Damen und Herren.
Lars: Nicht nach Altenahr?
Peter: So. Hier rauf. Kannst du die Stelle dir merken? Für den Fall daß du dich letztlich doch für das andere Auto entscheidest. Doch, wir kommen nach Altenahr, aber von Hinten, durch Mäusepfad.
Lars: Mann geht es hier Steil ab!
Peter: Keine bange, ich kann das!
Lars: Paß nur auf, es ist eng, wie Arsch! Es ist auch für Fußgänger ein Wagnis. Muß das sein?
Peter: Das altenahrer Auto muß dann leider hier zurück.
Lars: ...über Dernau auf die bonner Autobahn... Ich weiß.
Peter: Ja, ja. Dumm ist nur, daß wir kurz auf den Rotwein-Wanderweg müssen, bis zum Gasthof Berggeist.
Lars: Es ist Samstag Nachmittag, vielleicht gibt es weniger Wanderer als Sonntags. Eine Serpentine ist das!
Peter: Bald vorbei.... Hier. Eine Vergabelung. Siehst du die Schranke? Da lang geht es zur Grillhütte.
Lars: Die Schranke ist zu.
Peter: Wir fahren in die andere Richtung.
Lars: Sind wir jetzt auf dem Rotwein-Wanderweg?
Peter: Ja.
Lars: Wenn das nicht auffällig... ich weiß es nicht...
Peter: Siehst du etwa Wanderer?
Lars: Da, direkt vor der Kurve!
Peter: Tatsächlich. Na das macht ja nichts... er ist bestimmt kurzsichtig.
Lars: Er kuckt aufs Nummernschild.
Peter: Na und, bald bekommt das Auto ein Anderes. Siehst du, er macht uns schön Platz und er ist nicht besonders verärgert.
Lars: Warte mal ab!... Geht es hier vielleicht steil ab, Mann oh Mann... Was für ein neues Schild?
Peter: Na vom Anderen Wagen.
Lars: Ist das dein Gasthof im Bergsattel dort vorn?
Peter: Ja. Ich parke dort den Wagen.
Lars: Der Weg führt daran gar nicht vorbei!
Peter: Ja, hinter der Bergkuppe gibt es eine Abzweigung. Von der anderen Richtung leider. Ich werde rückwerts
einfahren. Der Parkplatz ist hinter dem Gasthaus... im Gasthaus ist zur Zeit kein Betrieb.
Lars: Woher willst du das wissen?
Peter: Wir haben unterhalb des Gasthauses gewohnt. Sie machen erst Anfang Juni auf.
Lars: Okay. Wie geht es dir?
Peter: Mach dir bloß um mich bitte keine Sorgen! Ich habe Dokumente darüber, daß ich nicht Normal bin. Man wird mir nichts anhaben können.
Lars: Ich weiß jetzt. Ich steige hier aus und fahre keines von Beiden.
Peter: So. Ich setze hier also schön zurück und fahre rückwärts auf den Stellplatz. Merkst du denn nicht, daß ich nur Zinke? Dieses Auto hat mir ein Freund geliehen und das Andere, das ich jetzt holen werde ist meins.
Lars: Du hast doch kein Auto!
Peter: Habe ich doch, habe ich doch!... Guter Herr Schmitz hat die dumme Angewohnheit die Autos auf zu lassen mit gesteckten Schlüsseln.
Lars: Ich rufe Marco an!
Peter: Kack´ Handy´s... Willst du, daß man uns anpeilt? Ich Stelle das Auto so hin, daß man die Nummernschilder drüben von dem Wanderweg nicht sehen kann. Hier kommt doch niemand vorbei, es ist eine
Sackgasse. Wenn du willst, du kannst von dem "Weißen Kreuz" von dort weiter oben, beobachten, wie ich das andere Auto unten im Dorf an der Tankstelle abhole. Es dauert nicht lange.


Erzähler: Peter parkt also, zieht den Autoschlüssel nicht ab, steigt aus dem Honda und spaziert auf der anderen Bergseite auf der etwa dreihundert Meter langen Versorgungsstraße des Gasthofes: "Berggeist" ins Dorf namens "Altenahr" runter. Lars den Autoschlüssel ab, Klettert auf den kleinen Felsen mit dem "Weißen Kreuz" und schaut Peter nach. Von hieraus kann man beide Täler überblicken: den Tal mit Reimerzhofen, wo sie zwischen den Weinreben hier hinauf gefahren sind, mit dem Flüßchen Ahr, mit den Bahnbrücken und den Tal auf der anderen Bergseite, wo Altenahr liegt. Weiter oben auf dem Berg ist die Burgruine Ahre. Man kann auch sehen, daß tief unten die Normalstrecke durch einen Straßentunnel durch diesen Berg über Altenahr führt. Unten im Dorf sieht man auch eine Shell Tankstelle mit Reparaturwerkstatt. Vor und um die Werkstatt stehen mehrere Autos. Tief unten in Altenahr und im reimerzhofener Tal gibt es gemäßigten Verkehr, denn Altenahr hat eine schöne Umgehungsstraße seit 1997.
Peter kommt mittlerweile im Dovf an und nimmt Kurs auf die Schell Station Schmitz, die von der Einmündung der Versorgungsstraße etwa zweihundert Meter weiter unten in Richtung Dorfmitte steht. Lars überlegt, was passiert, wenn Peter entdeckt wird. Man wird sehen, daß das gestohlen Fahrzeug Richtung Autobahn aus dem Tal fährt. Wegen einer Kurve kann man von der Tankstelle aus nicht sehen, das Peter rechts in die Versorgungsstraße hochfährt. Niemand wird denken, daß das Auto doch in die andere Richtung Altenahr hinter sich läßt. Er versteht nur nicht, warum Peter das Risiko eingeht, auf der Strecke zwischen Bonn und Köln aufzufallen und womöglich erwischt zu werden. Vielleicht rechnet er damit, daß das Verschwinden des Autos später entdeckt wird... und wenn das Auto doch ihm gehört und er hat ihn dort nur abgestellt? Vielleicht war sein Auto in der Reparatur...
Peter schaut durch das Fenster eines roten Autos, schaut sich um, öffnet die Fahrertür, setzt sich ins Auto und fährt los, in Richtung Autobahn. Um die Tankstelle ist weiter alles ruhig, es scheint niemand nimmt von der Entwendung Notiz. Lars sieht das rote Auto wegen der Bäume nicht mehr. Eine Minute später hört und sieht er wie das Auto die Versorgungsstraße hoch fährt und sich nähert. Peter stellt das Auto neben das Honda und steigt aus. Er ist die Ruhe selbst. Er blickt zum Rotwein.Wanderweg rüber und holt aus dem Honda den Rucksack.

Peter: Was hat Marco gesagt?
Lars: Ich habe ihn doch nicht angerufen, denn egal ob er mich belügt oder die Wahrheit sagt, es hieße so oder so, daß er kein Auto in meinem Namen gemietet hat... und er wüßte sicherlich auch das nicht, wie ich an seinen Ausweis kam.
Peter: Du hättest doch sagen können, Spaß bei Seite, Peter hat einen Anfall.
Lars: Na gut. Ich habe angerufen, er geht nur nicht dran. Kapos!

Erzähler: Peter holt aus dem Rucksack eine Tube und einen Schraubenzieher und fängt an die Nummernschilder der Autos abzumontieren.

Lars: Was wird das, wenn es fertig ist?
Peter: Ich tausche die Nummernschilder aus.
Lars: Opla, der Honda ist ein Ausländer. Was hat er für ein Kennzeichen?
Peter: DJA-542, vielleicht aus Belgien.
Lars: ...und das da ist ein kölner.
Peter: K-EA 9000. Eine schöne Nummer.
Lars: Was ist das für eine Kiste?
Peter: Ein Honda.
Lars: Peter! Der Andere!
Peter: Das ist ein Renault 12. Selten. Seit zwanzig Jahren ein Auslaufmodell.
Lars: Warum tauschst du die Schilder aus?
Peter: Ich stelle mir vor, daß man so besser durchkommt. Übrigens, hast du dich entschieden, welches Auto, mit der entsprechenden Route nimmst?
Lars: Ich möchte Honda fahren.
Peter: Hier. Deine Schilder.
Lars: Die Schraubenlöcher werden nicht passen!
Peter: Nimm den PU-Schaum! Klebt, wie Fliegenkacke. Nicht zu viel... nur Punkte aufsprühen! Zwei Minuten warten und dann Schild kurz dranhalten! Montiere bitte auch die Schilder meines Renaults!


Erzähler: Nachdem Peter alle Schilder abgeschraubt hat, versenkt er die Schrauben in seiner Hosentasche und schielt weiterhin ab und zu über die Schulter auf den Wanderweg, von wo sie eventuell gesehen werden können. Er holt aus dem Rucksack die Perücke und die Augenbrauen setzt sich in den Honda, verschwindet hinter den getönten Scheiben, zieht die Perücke an und klebt die Augenbrauen auf. Er kontrolliert sein Aussehen im Schminkspiegel der Sonnenblende und steigt wieder aus dem Wagen. Inzwischen ist Lars mit dem Aufkleben der Nummernschilder soeben fertig.


Lars: Au! Wer ist das denn? Mit deinem Bart und mit diesen langen Haaren siehst du aus, wie Jesus.
Peter: Darf ich mich vorstellen? Jesus.
Lars: Es freut mich sie kennenzulernen. Nestrin.
Peter: Wenn sie mögen, wir erlauben die Hand zu küssen.
Lars: Die Sache fängt an mir Spaß zu machen. Sollte ich angehalten werden, so sage ich, du hast mir das Auto geliehen und ich fahre zu einem Maskenball. Wenn sie fragen Wo, so sage ich, ich treffe mich mit dir in Köln am Turm. Den Rest klärst du dann. Einverstanden? Ich hätte die Wagenpapiere bei dir vergessen und wüßte nicht, warum die Nummernschilder auch ohne Schrauben montiert sind. Du hättest mir gesagt, das wäre dein Fahrzeug.
Peter: Einverstanden

Erzähler: Lars holt den Kittel und den Schleier aus dem Rucksack, setzt sich in den Honda und zieht die Sachen an. Jesus, alias Peter kontrolliert, ob die Schilder richtig angeklebt worden, versenkt die PU-Tube und den Schraubenzieher im Rucksack, wirft "seine Haare" mit einer Kopfbewegung aus den Augen, macht den Kofferraum des Honda auf und schließt den Rucksack ein.

Peter: Lars, hier. Deine Schlüssel. Fahr nicht zu schnell und ruhig. Du wirst schon nicht angehalten. Wenn die Polizei ein Auto sucht, schaut sie erst auf die Automarke und dann auf die Schilder...
Lars: ... und wenn das Auto so ein Dings... "Finde mich Sender" hat?
Peter: Das auto ist geliehen! Deine Route bitte!
Lars: Da runter, wo du mit dem Renault hier hochgefahren bist, dann rechts hoch Richtung Autobahn. Ich nehme
die A1 und fahre sie bis Frechen. Bei Frechen ab auf die Dürener Straße, Aachener Straße, Innere Kanalstraße, Turm, Parkplatz.


Peter: Wenn du am Parkplatz angekommen bist, behalte den Kittel und den Schleier an! Schließ den Wagen ab und gehe zum Friesenplatz. Gehe in die U-Bahnstation und ziehe bitte vier Einzelfahrscheine aus dem Automat! Gehe bloß nicht wechseln, das Automat nimmt auch Banknoten. Am Friesenplatz steht ein modernes Kunstwerk. Zwei rostende Riesen Scheiben mit je einer Achse. Warte bitte dort auf mich. Das ist ganz in der Nähe der "Tate Galerie" in der Longericher Straße, die von dort anfängt. Ich werde also die bonner Autobahn zum Südverteiler, dann die Bonnerstraße, Bonnerwall, Weißhausstraße, Universitätstraße und Venloer Straße fahren und nehme dich am Friesenplatz vor dem besagten Kunstwerk auf. Wir werden über den Hohenzollern Ring, Hansarig, Rielerstraße über die Zoobrücke fahren, bei der Messe abfahren, unser Renault unter der Brücke Parken und wir werden mit der Drahtseilbahn wieder auf diese Reinseite fahren. Von dort aus fahren wir mit der Straßenbahn zum Wienerplatz. Dort müssen wir uns kurz trennen. Ich erzähle dir das alles, weil die Straßenbahnstationen Kamera- und mikrofonüberwacht sind und wir bis zu unserem Treffen in der "Tate Galerie", du weißt, unser Schach-Café, miteinander nicht reden dürfen. In der nähe vom Wiener Platz werde deine Tarnung unauffällig los! Von Wiener Platz kannst du die 11 nehmen bis zum Friesenplatz. Findest du dort die "Tate Gallerie"?
Lars: Ja. Am Friesenplatz vier Einzellfahrscheine ziehen..., am Kunstwerk warten... bla-bla-bla,... und also vom Wienerplatz, dort "Nestrin" loswerden und mit der Straßenbahn zurück 11 zum Friesenplatz.
Peter: ...Auch ich werde meine Tarnung los und ich werde mit dem Taxi über Deutz zum Hbf. fahren. Dort nehme ich die U-Bahn zum Rudolph Platz. Wir müssen die Sachen gut versteckt loswerden! Hast du alles behalten?
Lars: Nein. Erzehle bitte nochmal!
Peter: Arschgeige!
Lars: Wir sehen uns!
Peter: Bestelle in der "Tate Galerie" schon mal bitte einen Kakao mit Tost!
Lars: Warum mußt du ausgerechnet Jesus spielen?
Peter: Er wird überall gern gesehen.
Lars: Ach so... und Nestrin?
Peter: Das ist vielleicht gar nicht Nestrin. Vielleicht ist das bloß ein Selbstmordattentäter aus dem Nahen Osten...
Lars: ...und Jesus ist ein Industriesaboteur...
Peter: Maskenball... du weißt!
Lars: Nimmt dich auf deinem Weinwanderweg bloß in Acht Jesus!
Peter: Ego sum via, veritas et vita!
Lars: Salem alejkum!
Peter: Alejkum salam!
Lars: Müssen wir das Attentat denn ausgerechnet einem Fundamentalisten anhängen?
Peter: Warum oder denn ausgerechnet einem Juden, wie Jesus?
Lars: Wir sprechen noch!
Peter: Aber bitte nicht vor dem Treffen in der "Tate Galerie"!
Lars: Laß uns lieber fahren, Pilatus guckt schon auf seine Sanduhr...!
Peter: Holz und Beinbruch!
Lars: Mach ein Kreuz!
Peter: Adeu!

Erzähler: Jesus, alias Peter steigt in das Renault ein und fährt los. Der Fundamentalist, alias Nestrin beziehungsweise alias Lars im Kittel und Schleier steigt in das Honda ein und fährt die Versorgungsstraße des Gasthofs "Bergfried" nach Altenahr herunter. Peter fährt in die andere Richtung den Rotweinwanderweg bis zu der Schranke vor dem Grillplatz. Lars fährt in Richtung Autobahn den Berg hoch. Peter fährt dir kurvenreiche, schmale Weinbergstraße runter nach Reimerzhofen. Lars kommt an der Kalenbornerhöhe an und sieht schon weit vorne im Tal die Autobahn. Er denkt: "Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, das Leben ist schön!". Er hätte Lust einen zu rauchen, er will den Schleier seiner Tarnung aber nicht lüften. Schon nicht mehr nur aus Spaß, denn er ist sich überhaupt nicht sicher, was davon war oder nicht echt ist, was Peter erzählt und tut. Das alles könnte auch stimmen. Er behält vorsichtshalber seine Tarnung und raucht nicht. Sicher ist sicher.
Peter erreicht Reymerzhofen, Lars erreicht die Autobahn. Peter fährt über Laach, Rech und Mayschoß Richtung Dernau. Lars fährt von der A 565 auf die A1 nach Köln, nach Norden. Peter biegt vor Dernau auf die Panoramastraße ein, die aus dem Ahrtal auf die eschweiler Hochebene führt. Von Eschweiler aus kommt er auf die Strecke, die Lars schon passiert hat zwischen Kahlenborn und der Autobahn. Bald erreicht er auch die Autobahn, er bleibt aber auf der A 565 in Richtung Bonn, die nach Osten führt. Lars grübelt und grübelt und versucht Ruhe zu bewahren, denn es müßte schon so sein, daß das Honda geliehen ist. Es hatte aber ursprünglich ein ausländisches Nummernschild! Was jetzt?! Was würde er sagen,, wenn er zur Kontrolle angehalten wäre? Er hat weder Autopapiere noch das Richtige Nummernschild. Er schaut in den Handschuhfach, er findet aber nichts. Ist aber schon war, wenn das Honda gestohlen ist, so wird nicht erst der Typ, sondern das Kennzeichen gekuckt, und den hat Peter. Es wird schon...
Peter erreicht mit dem Renault Bonn und er fährt auf die Bonn-Kölner Autobahn rauf in Richtung Norden, nach Köln. Die an den Brücken angebrachte Überwachungsanlagen signalisieren, wie alle hier passierenden Fahrzeuge, Peters Auto mit "Jesus" Gesicht und die Uhrzeit. Auch in Europa werden immer mehr Wegstrecken und Stationen der Öffentlichen Verkehrsmittel auf diese Weise überwacht. Sollte eine Person oder ein Auto gesucht werden, so kann man sofort, oder auch nachträglich feststellen, wann und wo die gesuchte Person sich aufhält oder sich aufgehalten hat. Kommt die Person also irgendwo vor, so kann sie geortet und sofort verhaftet werden. Die Datenaufnahmen dieser Überwachungsanlagen werden für längere Zeit aufbewahrt, denn sollte etwa ein Verbrechen, wie ein Attentat verübt worden sein, so kann mit Hilfe dieses "Rund um die Uhr Bürgerüberwachungssystem" nachträglich der Werdegang des Attentats festgestellt werden. Sollte es sich um eine "größere Sache" handeln, so können auch die Daten von Überwachungssateliten abgefragt werden. Mit diesem Weltweiten System, daß immer mehr ausgebaut wird, wird dem Terrorismus die Stirn geboten, denn von nun an heißt es: "Wir sehen alles!"

Im Hintergrund hört man:
- Lars meyer verschleiert, Honda, K-EA 9000, A1, Messpunkt 5442369100706, 16 Uhr16. 16.10.1999.
- Peter Simon maskiert, Renault, DJA 542, A 565, Messpunkt 5442369565102, 16 Uhr 20. 16.10.1999.
- Lars Meyer verschleiert, Honda, K-AE 9000, A1 Messpunkt5442369100707 16 Uhr 20. 16.10.1999.
- Peter Simon maskiert, Renault, DJA 542, A 565, Messpunkt 5442369565103, 16 Uhr 22. 16.10.1999.
- Lars Meyer verschleiert, Honda, K-AE 9000, A1








Skizzen:

Lars: Er hielt irgendwo in Köln an, und warf den Autoschlüssel in einen Postkasten.
Lars: Moment mal! Er wollte den Kittel und den Schleier doch in Ahrweiler in ein Müllkorb werfen...
Lars: Was hat er dir gesagt? Marco: er wollte gerne eine Pistole leihen. Lars: Von uns? Stimmt ja. Er quasselte
etwas von wegen Stupsnase. Ja: Simon, sein Name soll Stupsnase bedeuten. Mutter Meyer: Simon bedeutet doch: Der, wer anhört.
Marco: Stephen sagte, Peters Mutter hat Peter ihr Auto geschenkt.
Erzähler: Peter ruft aus Weibern Lars in Remagen an:
- Peter: Hallo! Judeas?!
- Lars: Meyer. Immer noch. Hallo Peter.
- Peter: Die Polizei war hier.
- Lars: Ja?
- Peter: Ja. Sie suchten ein Auto... Mit dem Kennzeichen eines anderen Autos.
- Lars: Und?
- Peter: Man hat Jesus gefaßt...
Während du ihn für dreißig verraten hast, haben wir mit Andreas und Mattheus in der Bank der
Samariter hundertdreißig geraubt.
- Lars: Sag bloß. Wo war Johannes in der Zeit?
- Peter: Thomas wollte es auch nicht glauben .
Er dachte wir waren bloß fischen.
Lukas stand schmiere.
Paulus fuhr an deiner Stelle die Karre.
Johannes hat sich für Jesus beim Jüdischen Volk leider vergeblich stark gemacht.
Man favorisierte Barabas.
Pilatus berief sich auf die Dummheit des Volkes und rieb sich die Hände.
Josef, mußte einen Vaterschaftstest durchmachen und ihm wurde vorläufig der Zimmermann Lizenz
entzogen. Er soll zum letzten Mal getischlert haben.
Maria wurde das Mutterschaftsgeld nachträglich streitig gemacht.
Maria Magdalenas grandiose Nebenolle wurde dagegen für einen Oskar nom

 



 
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