HERMANN HESSE

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Schweineleben
- von perni_art



Schweineleben

Maxim hat Mitleid mit dem Schwein, wie es in einem Eck sitzt, abseits des fressenden Hauptbestandes und die Speisereste im Trog nicht anruehrt.


Er hebt eine Mistgabel und beruehrt es mit dem Eisenspitzen. Damit tauft er es auf den Name Donatella. Bei einem Besuch von Verwandten hatte das Gehör des kaum sechsjährigen Maxim den wundersamen Klang des Namens Donatella vernommen, als der Hausherr vor anwesenden Gellschaft verkuendete, seine bald zur Welt kommende Tochter werde auf den Namen Donatella getauft.
Die Jähzornigkeit des Bauern Rumpel schmettert auf die Schweine nieder. Er wirft mit Steinen nach ihnen und sticht mit Stöcken in ihre Leiber, das sie jaulen und Wunden davontragen. Hasserfuellt und mitleidsvoll, sieht Maxim die Gräueltaten seines Vaters und wagt sich nicht dagegen zu erheben.
Als die Boxtuer aufgeht, die Schweine quitschen und sich ihre Borstenhaare vor Angst aufrichten, stösst Donatella mutig voran, beisst dem Bauer Rumpel ins Bein und entwischt durch das Eisengatter ins Freie. Laufen fällt dem Bauer schwer. Er keucht unter seinen mit Mistklumpen verklebten Stiefeln. Donatella quickt vor Angst. Ihre kurzen Beine tun sich mit dem schnellen laufen schwer. Aber sie entkommt.
Ruempel bricht die Verfolgung ab. Mit rotem Kopf packt er seinen Knecht am Kragen und befiehlt ihm eins der Schweine qualvoll zu töten und es zu verbrennen.
Als Donatella den ersten Huegel erreicht, steigt hinter ihr ein winziger Rauchfaden in den dämmrigen Himmel.
Einige Jahre zieht Donatella durch die Wälder, frisst Pilze, Wurzeln, Schnecken und Käfer. An Sonnentagen legt sie sich auf Lichtungen und ihr ihr dicker, runden Körper nimmt die wärmenden Sonnenstrahlen auf. Menschliche Gegenden meidet sie.

Schrott bohrt sich in ihren Körper. Ein zweiter Schuss trifft sie am Kopf. Ihr Schrei hallt als unsichtbarer Todesbote an den Kieferstämmen vorbei und taucht in der Weitläufigkeit der bayrischen Wälder unter. Jägerschritte nähern sich dem sterbenden Tier und Schweineblut versickert langsam im Moos.

Nach Donatellas Flucht hatte auch Maxim den Hof wegen seines grausamen Vaters verlassen und sich auf Wanderschaft begeben. Zureuck liess er Donatella, die Tochter des Bankiers, dessen Liebe sich ins sein Herz gebohrt hatte und er den Schmerz dieses Stiches erst beim Abschied zu spueren bekam.
Am Tag als das Schwein Donatella auf der Lichtung starb, hatte die Heimat Maxim wieder gewonnen, der seine Reise abbrach, als er erfahren hatte, dass sein Vater bei Schlachtarbeiten umgekommen sei.
Maxim begegnet dem Jäger Keppler mit seiner seltsamen rosa Beute auf dem Heimweg von der Jagd. Eine Einladung zum Essen kann der eben Heimgekehrte nicht abwenden. Maxim trifft ein heftiger Schmerz in der Brust, als er Donatella, die inzwischen erwachsene Tochter des Bankiers in der Schwelle von Kepplers Haus erblickt. Ein blonder Bub lässt die Rockzipfel seiner Mutter los, um seinem Vater beim Ausnehmen der Beute zuzuschauen. Rote Striemen und Schwellungen im Gesicht rauben Donatella die Schönheit, die sich damals wie bildhaft in Maxims Gedächntnis gebrannt hatte und nun mit der bitteren Wirklichkeit zusammenprallt.

Donatella steht in der Tuer, schaut auf den Boden und die Erschrockenheit hindert sie daran zu sprechen.
Maxim ueberkommt Wut und Reue, seinen grausamen Vater damals nicht getötet zu haben und nun erneut vor dem Opfer eines brutalen Menschen zu stehen.
Donatella will ihn zurueckhalten. Bittet ihn flehend, es dem Sohn zuliebe nicht zu tun. Die Angst nochmals den feigen Fehler zu verfallen und tatenlos abzuhauen, treibt Maxim in die Huette neben dem Haus, wo er den Jäger Keppler und seinen Sohn mit dem Ruecken zu ihm an dem Schwein hantieren sieht. Er schnappt sich ein Holzkeil vom Brennholzstapel und schleicht sich geräuschlos an Keppler heran.

 



 
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