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26.10.2004
- von wyver



26.10.2004

Die mystischen Momente sind bei Kindern - bedingt durch ein unentmystifizierten Wissens - häufig und imprägnant. Sie werden zumeist als besonders ausdrucksstark und emotional empfunden und Fallen im weiteren Fortleben des Menschens häufig der kindlichen Nostalgie zum Opfer. Im Reifen des Kindes und somit der Entmystifizierung seines Wissens ist der Begriff des Enterlebens für mich unweigerlich eingebunden. So kann ein Kind in frühen Jahren noch -ohne Frage- erlebend die Symbiose mit Vögeln eingehen und lernt auf diese Weise so unsaglich mehr als in der notwendigen Schulzeit , reift nun dieses Kind und steigt zumeist proportional auch seine - entmystifizierende - Schulzeit so wird sich dieses junge Wesen bald nicht mehr in der Lage befinden jene Einheitserlebnisse zu erleben. In fortgeschrittenem Alter - dem Jugendalter - bestimmen von nun an andere mystische Momente und Utopien das Innenleben des Heranwachsenden. Eine häufig auftretende Utopie wird hierbei in eine - unbewohnte und somit ungestörte - einsame Insel im Pazifik projeziert. Dies ist ein Mystikum das dem Jugendlichen zwar als äußerst unwahrscheinlich abgetan , nicht aber komplett entmystifiziert werden konnte. In diesem Alter treten - zumindest bei einigen - auch die ersten Antithesen zwischen gesellschaftlichem und individuellem Leben auf. Durch die Entmystifizierung wird ein immer unbewussteres Leben und eine Reduktion des Erfahrens auf eine rein realistische Basis hervorgerufen. Hier greifen zumeist schon die ersten kindlichen Nostalgien , was sich mir gerade in einer Zeit, in welcher der Individualismus, bei eben jenen Jugendlichen, zu einer Zynegetik zu werden scheint, in fast schon krankhaften Klammerungsversuchen an Kinderhelden wie Pipi Langstrumpf oder Michel offenbart. Nun tritt eine kontroverse Proportionalität auf. Die individuelle Suche nach dem "Ich" weicht dem immer stärker werdendem Sehnen nach gesellschaftlicher Anerkennung , welche in der Liebe ein Zusammenspiel zwischen dem entmystifizierten Gesellschaftsleben und dem mystifizierten "Unterwegs" leider nur zu selten findet , denn eben jenes Zusammenfließen(Konduktion) wird -so will ich es zumindest für die meinige Zeit unterstellen- immer mehr zu einem utopischen Konstrukt,dem mit einem gar kindischen Eifer nachgejammert wird anstatt sich von ihm finden zu lassen. Denn hier , will ich meinen , gilt nicht das alte Sprichwort : Wer suchet der findet sondern das Gesetz der Schicksalsfindung , welches da lautet: Wer es schafft sich dem Jammern der Nachbarn zu entziehen und anfängt die Hektik der Suche nach der Schicksalsfindung,welche uns durch ihre erlebensraffende Art oft kränkeln lässt,zu entbehren der wird nicht an Liebe , sei es zu Mensch oder Natur , Gott oder Leben darben.
Nun möchte ich aber dem Erwachsen-Werden nicht die Notwendigkeit absprechen die ihm gebührt , denn ohne diese Entmystifizierung könnte niemals eine langfristig bestehende Gesellschaft existieren, da jeder Mensch auf einer einsamen Insel leben müsste und nur noch mit Tieren sprechen würde. Wichtig , fast unumgänglich scheint es mir jedoch hervorzuheben ,dass die Entmystifizierung nur dann Sinn macht wenn diese entweder in der Liebe mit dem lebenslangen Suchen als Konduktion, oder aber in Form von Eigenkreationen neuer Mystika entfaltet und genutzt wird. Eine Entmystifizierung die weder in der Liebe noch in der Eigenkreation eine Erfüllung findet kann sich schnell in Gestalt einer psychischen Krankheit in dem bemitleidenswerten Menschen festsetzen und lässt sich nur schwerlich heilen, da sie, wenn sie einmal auftritt, den Menschen dazu verleitet in eine aphatische Ablehnung allem positiven Erlebens gegenüber zu verfallen und gar charakteristisch im Diagnosebild Werthers den Kranken bis hin zur Ablehnung der eigenen Existenz führen kann.

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Da ich noch keinen wirklich passenden Titel gefunden habe möchte ich das Ganze zunächst unter dem Entstehungsdatum laufen lassen - bevor ich es mit irgendeinem drittklassigen Titel versehe.

 



 
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