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Geisha - Erinnerungen an den Tod
- von Herr Grau



Geisha - Erinnerungen an den Tod

Es ist der Anfang der Geschichte. Wer vielleicht mehr lesen möchte, kann sich gerne per E-Mail melden. Die vielen Komma- und Rechtschreibfehler stören hoffentlich nicht allzusehr. :p

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"Niemand, der dich vor deinen Träumen retten wird, kleine Geisha."
Hergat zum Kinde

Geisha - Erinnerungen an den Tod

Was ist es eigentlich, das sich da nicht erinnern liesse? Ist denn etwas nicht vorgefallen? Ist denn etwas nicht geschehen? Trotz all der jungen Seelen, die noch weinen. Wer giesst ihnen denn die Tränen ins Auge? Verbringt sein Handwerk unterm Baume und lässt die Wurzel daran stehen? Damit ihr fallendes Blattwerk entwachsen möge. Lässt die Wurzel dort zurück. Selig keimt es sich aus dem Leibe und selig will es dorthin zurück. Um mehr zu haben, mehr von sich. Leben will es. Warum?

Schwarz war der Ast. Und schwarz der Baum, dem er entsprang. Schwarz wurden die Zweige daran. Schwarz war das Tal, in dem sie lebten, das heisst, ihre Gräber standen. Der Wurzel zähe Finger leuchteten zum Gestirne der Nacht. In Trieben fern - nicht abgetrennt. Im Sog noch ungebrochen moderten sie zum Himmel.

Der Meister lief den Weg. In seiner Folge zwei Gelehrte, seine Schüler. Unmäßig dunkel drängte das Gewölk zur Erde, hielt den blassen Schatten, verstaute das Licht hinter Wolkenbänken. In den irdenen Trog kübelte sich Wasser, kam im Kreise. Fiel tief unter den Schein der Sonne. Die Regenbäche stürzten sich zu Tale, kamen gesammelt immer und immer wieder.
Keine Götter wagten es. – Keine –
Und der Meister lief den Weg. Lief den Weg nach vorn im Kreis. Lief den Weg zurück im Kreis.

Die Kinder waren still geworden. Zu schwarz noch, glühte ihnen die Nacht. Der Atem nahm ihnen die Luft, drückte auf ihre jungen Seelen. Fühlte dunkel in die Lunge.
„Geisha nein!“ die Mutter schimpfte.
Das Kind drehte sich stumm vom Fenster ins Bette. Verschloss die Augen, wie es die Mutter wollte. Trommeln im Kopf. Der Geist war da.
„Was tust du nur?“
„Ich kann nicht schlafen.“
Die Mutter kam zum Bette.

„Verzeiht mir, Meister. Meine Schuld ist groß.“
„Verzeiht dem Meister.“
Es schien das Licht vom Leuchter, fielen die Schatten gegen die kalte Wand.
„Der Meister hört?“
„Ich höre.“
„Vergebt mir. Das Wissen war mit mir. Groß ist es gewesen. Nun, höret! Es war am Tage. Und ich ward frei gesprochen.“
Der Meister nickte.
„Ich bin am Meere gewesen. Wollte mich laben. Ihr wisst? Hinter mir nur Düne. Oh, sie war mit mir, Meister!“
Der Meister schwieg.
„Wellen, so groß, wie das Meer. Ihr wisst? Ich hielt sie bei der Hand. Sie hatte Furcht, Meister. Wir gingen ins Nasse. Was ihr gefiel. Und ich musste denken, Meister. Ich warf sie gegen die Welle. Was ihr gefiel. Musste sie auffangen. Sie zappelte in meinem Arm, oh Meister! Dernach kam die Welle und spülte sich über uns. Ganz gleich war sie, so frei. Ihr wisst?“
„Nur weiter.“ sprach der Meister.
„Seht! Da hielt ich das Kleine an die Brust gedrückt und es gurgelte und spuckte. Meister, seht die Welle, die folgte. Ich drehte ihr den Rücken. Und das Kleine, ganz in meinem Schutze. Oh, wie sie war. Meister! Und wie sie es war! Still. Ihr wisst? Gegen die Brust hielt ich es. Das kleine Arme. Und über uns die Welle. So nass. So kahl. Über uns. Sie spuckte mich an. Ins Gesicht. Und lachte dazu. Sie war nackt, Meister. Das Ding zappelte im Arm. Und spuckte weiter. Ich fragte sie. Ich fragte, ob es wohl genug wäre. Das Ding spuckte und schrie nein. Ich konnte nicht. Ihr wisst? Das tat mir wohl. Die nächste Woge kam. Ich hielt sie dagegen. Wie glücklich! Es gurgelte und schluckte und spuckte. So frei! Dem Kinde war es einerlei. Ich fragte wieder. Oh, nein. Es wollte noch lange nicht. Und mir war so gut. Ich warf mich zur Welle, das Ding im Arm. Wie sie jubelte! Und eingetaucht, das Kind bei mir. Ich drückte sie an mich. So fest! Wie still es war im Meere, Meister. Das Kleine tanzte auf mir. Ihr wisst? Ich bäuchlinks unterm Meere und das Kind auf mir. Oh, Meister!
Sie trampelte mir den Nabel ein. Spuckte das Meer ins Meer. Und wie es schrie und quiekte dort drunten. Ich hob es aus dem Wasser und gegen die Sonne. Das Ding jauchzte, Meister, und ward trocken, ehe ich es sah. Ich hielt es mir ans Ohr, das Kind. Was es nicht schon sagte! Was es nicht schon wusste! Das Kind gurgelte mir die glücklichen Worte herein, dass es eine Freude war.“
„Weiter.“
„Nun, ich hielt es dort. Es war zu schön. Das Stimmchen, Meister! Und wie es den Kopf nach mir drehte und mich begaffte. Die Äuglein, die kugelten umher in ihren Höhlen. Aber nicht wie beim Kranken oder Wahnsinnigen. Sie hatten Ziel. Ihr wisst? Das Ziel war die Woge, ward der Horizont, der ferne. Ich sah mit ihm. Der Kamm des Wassers, Meister. Das Ziel ward die Sonne. Da schrie es! Und blickte zu mir, noch geblendet. Ich konnte es trösten. Sie hörte auf mich, vertraute mir. Sah mich an. Oh, schön war sie und schön sah sie mich an. Dass auch ich, auch ich Meister, mich schön fühlen durfte. Da tat ich es aus dem Wasser. Das Ding sprang vom Strand in die Wälder und ich hinterher. Es machte sich ein Spiel daraus vor mir wegzulaufen. Ich spielte mit. Oh, es wär leicht gewesen das Ding zu fangen. War es falsch von mir das nicht zu tun?“
„Das hängt vom Ernste des Spiels ab, Hergat. Aber weiter!“
„Ich fing es nicht. Sollt es doch die Freude haben! Musste ich denken. Ihr wisst? Das Ding also voran und ich, gewollt und träge, trachtete nach ihm ohne Erfolg. Die dürren Beinchen, Meister. Und wie es hüpfte bei der Flucht. Gesungen hat es dazu. Geschrien! Voll Leben, voll Lust daran. Unwissend wie es war. Das Kinde kam zur Ruhe und setzt sich in die Wiese. Die Beinchen hingestreckt, daneben die Hände im Gras. „Sonne!“ schreit es. „Ich will die Sonne sein!“ Ich setzte mich dazu und hatte meine Freude an dem Ding. Es kugelte sich fort und hinter meinen Rücken und um mich herum. Das kleine Nackte! Sprang auf und stürzte weiter, dass ich mich sputen musste. Liess sich in die nächste Lichtung fallen und ich, Meister, tat es ihm gleich. Dort lagen wir lange. Die Erde war sehr warm, ihr wisst? Das Kinde kratzte darin und hub ganze Mengen davon aus, um sich die nackte Haut damit vollzuschmieren. Ich tat es ihm gleich. Ich, Meister. Es muss mir wie im Traume gewesen sein. Ich dachte, so muss es. Am Ende sahen wir aus, wie die Finken. Und lachten. Und hielten uns. Wo noch Haut zu sehen war, da kam der andere und klebte braune Erde darüber. In die Gesichter, Meister. Wie die Erdmännchen selber waren wir. Ganz Erde geworden. Voll mit warmem Weltenfleisch, ihr wisst? Wie ich erwähnte, lange Zeit über hatte uns die Lichtung. Das Kinde liess sich schmirkeln unterm Strahl, auf dass die Erde festbüke, doch bröckelte sie natürlich vor allem und als es das Ding merkte, da hatte es neue Beschäftigung und wischte und schnippste sich alles wieder von der Haut. Oh, wie mir war! Jetzt machte sich die Kleine daran, Käfer einzufangen und in ihrer Hand tanzen zu lassen. Erst nur einen einzigen. Einen mächtigen Bock. Den griff sie sich aus dem Gras und setzte ihn in die gehöhlte Hand. Dort lief er dann im Kreis die Wändchen hoch und sie drehte und schaukelte sein Verlies und wenn er auszubrechen drohte, gab sie ihm mit dem Finger einen Stoss. Ihr Gesicht, Meister. Man hätte einen Kundigen rufen sollen, um es doch zu malen und zu halten. Der Käfer bekam das Grausen und machte ihr vor Angst in die Hand. Oh, sie war ihm nicht böse. Sie verstand schon. Weil sie doch aber so viel Freude an ihm hatte, wollte sie ihn noch nicht freigeben und nahm stattdessen einen zweiten aus der Wiese und schmiss ihn mit dazu. Die Käferchen waren sich zunächst egal. Aber der zweite beruhigte den ersten ersichtlich. Denn sie hockten jetzt, ein jeder in seiner Ecke, ganz ruhig in der Hand des Mädchens. Wie die Faustkämpfer vor dem Kampfe, Meister. Denn hört, was die Kleine mit ihnen im Schilde führte. Sie schickte mich an, ein Blättchen aufzusuchen. Und zwar ein toll verlaustes! Ihr wisst? Nun, das Vorhaben interessierte mich nun auch und ich lief in die Büsche, eines zu holen. Ich fand einen ganzen Strunk Marmorgras, der unter dem Joch der Läuse schon fast kaum noch erkennbar war. Den brachte ich zu ihr! Sie hielt die Höhle fest geschlossen und begutachtete das Zeug. Liess sich geduldig von mir auch einiges erklären. Dann aber, hielt sie es nicht aus und rupfte eine reiche Läusekolonie vom Strunk. Sie tat das Blättchen in die Hand und stierte, was geschehen möge. Die dummen Käfer hockten da noch unbewegt. Aber! Wie auf Kommando rannten sie dann los. Das Gewühl der Beine, Meister! Und jeder fraß sich Läuse vom Blatt bis sie sich dann etwa bei der Mitte trafen. Und jetzt! Ihr wisst? Begann die Keilerei! Die öden Käfer zerrten einander an den Beinchen und schnappten und wühlten! Da zwischen rannten Läuse und die Kleine jauchzte dazu. Wie in Rom, Meister! Die Kleine hatte sich ihr eigenes Kolosseum geschaffen. Am Ende unterlag der zweite Käfer und zuckte angefressen in einer Ecke der Hand. Der erste, freilich, bekam den Rest der Läuse zu fassen. „Zur Belohnung!“ lobte das Mädchen und hob den nächsten Käferkrieger in den Ring. Oh, ein krankes Tier war das. Der konnte noch nichtmal rennen, geschweige den fressen. Der war rasch am Ende. Das wurde der Kleinen fad und sie gab neue Läuse dazu und eine ganze Schwadron frischer, gesunder Käferkrieger. Eine feine Schlacht, Meister! Der erste der Käfer, ihr heimlicher Liebling und Veteran, der war ein Wüstling und mordete gleich drei am Stück. Das merkten die anderen wohl und schufen eine Allianz gegen ihn. Der Rest der Horde stürzte sich jetzt im Verbund auf das Tier. Er biss noch einem in den Kopf, verjagte die Feigen unter den Angreifern, erlag aber am Ende der großen Übermacht. Da war die Kleine höchst betroffen und baute mit der anderen Hand ein kleines Käfergrab, während die Kämpfe natürlich wieder jeder gegen jeden fortgeführt wurden. Sie hob die Leiche aus dem Ring und verschacherte den Urkäfer im Dreck. Oh, sie war böse auf das Pack! Und schickte mich, ein Spinnentier zu holen. Ich tat wie mir geheissen und holte ein widriges Vieh von Spinne herbei. Sie riss es mir aus den Händen und tat es in die Arena. Meister! Ein Grauen! Die Spinne zerriss die Horden in kürzester Zeit. Aber sie konnte doch nicht alle auffressen! Nur am Leben liess sie nicht einen. So dass die Hand jetzt förmlich überquillte von totem Käfergetier. Das widerte das Mädchen an und sie schüttete die ganze, kleine Kampfstatt in die Wiese. Sie war jetzt satt von der Gewalt und verlangte nach Schönem. Und weil sie doch unter meiner Obhut war und ich nichts anderes wusste, zeigte ich ihr die Grundpfeiler der Enklave. Die Zimmerleute, die Brotbauern, die Ärzte.“
„Weiter, Hergat.“
„Nun, die Handwerker waren lieb zu ihr und erzählten kindgerecht von ihrer Kunst, Häuser und Räume zu erschaffen, in denen der Mensch leben und arbeiten kann. Sie sprach ihnen ein wohlwollendes Lob aus, welches die Zimmermännchen mit Augenzwinkern aufzunehmen wussten. Die Bauersleute brachten ihr einen frischen Happen. Auch ihnen war sie dankbar und gut gesonnen. Ja! Nahrung braucht der Mensch. Aber dann! Oh, die Ärzte. Gleich der Allgemeine war schon Gift für sie. Sie hiess ihn einen Schlendrian und Betrüger! Der war gleich sprachlos und schickte uns mit barscher Geste fort. Nein, die Ärzte erkannte sie nicht an. Das machte mich schon aufhorchen. Aber hört nur weiter. Es kommt noch viel. Wir verliessen das Dörfchen und zogen weiter. Das Kind an meiner Seite. Es war noch aufgebracht. Vom Ärztepack, wie sie sich ausdrückte. So feiges, törichtes Gelumpe! Ich liess sie reden. Es war allemal gut zu hören, was sie zu sagen hatte. Und dem war viel. Das Ding beruhigte sich gar nicht. Träge Lügner waren sie. Elende Betrüger. So sprach sie, Meister. Nun, ich liess ihr die Rage. Hatte ich doch gelernt zu hören. Ihr wisst? Ja, sie hasste die Ärzte noch mehr, als die Kranken. Aus Instinkt, oh Meister. Sie ging ja nicht auf meine dünn gestreuten Fragen ein. Sie liess mich nicht ans Wort, nein. Ihre komischen Tiraden waren da wichtiger. Der Arzt als sein erster und wichtigster Patient – der Kranke als Opfer. Der Kranke im Fang des Selbstverbesserers. Nein, nicht die Krankheit war das Problem. Das Problem war der Arzt in ihrem Auge. So sah sie es. Ja, soll sie doch. Sie hat ja die Wahl. Ihr wisst? Und wenn die Welt die ihre wäre..oh, Meister. Sie würde das gesamte Ärztetum abschaffen und elendig verenden lassen. Von schlimmen Versuchen sprach das Kleine. Man könnte einem jeden doch die Gesamtzahl der Diagnosen aufhalsen! Einen perfekten Kranken schaffen, sozusagen. Oh, die Kleine! Nun ja, ich musste sie schließlich beruhigen. Was sollte das auch? Diese Verschwendung der Kräfte des jungen Teufels. Da griff ich ein. Ihre Wirkung sollte doch eines Tages weiter ragen, als die meine. Horcht, Meister?“
„Ich höre. Weiter, Hergat.“
„Also gut. Ich ging mit dem Ding weit weg. Ich erkannte da schon die feinen Kräfte in ihr und nahm mir vor, so viel, wie mir möglich war, aus dem Kleinen zu pressen. Was nicht leicht ist für den Schwächeren - mich. Ihr wisst, Meister. Ich riss das Ding mit mir an die dunklen Ufer im Höhlengarten der Grotte Gatta’s. Sie fühlte sich unbekümmert beim Eintritt, Meister. Eine Wand voll Grau wölbte sich über uns. Ein Schlund der Tiefe nahm uns entgegen. Die Grotte Gatta’s. Und wir hinein. Nun, ich kannte die Grotte. Doch sie. Oh, es war ihr ein Rauschen. Sie ward auf der Stelle verliebt in das, was mich dereinst beinahe hat scheitern lassen.“
„Weiter.“
„Ihr kennt die Vorschrift, Meister. Ich liess sie allein.“

Geisha blickte Hergat nach, der sich mühsam einen Weg über das Geröll nach außen bahnte. Hier am Schlund der Höhle war noch Licht und der Gelehrte ging dem Sonnenschein entgegen. Die Kleine Geisha aber sollte ins Finstere, die Grotte durchschreiten und den Ausgang finden, wo Hergat sie dann erwarten würde.
Gähnende Leere sprach ihr aus dem Dunkeln entgegen und das Kind ging vorsichtig hinein. Wundervolle Bäche liefen die Wände entlang. Hinter tiefen Einschnitten zirkulierte der Wasserstrom. Hier und da fielen Tropfen in angestaute Pfützen. Der Klang prallte von den Wänden, steigerte und vervielfältigte sich ins Unermessliche, war nicht genau zu orten. Die ganze Höhle war Stein, von dünnen Wasserschichten überzogen. Die Höhle war Wasser, von Stein umschlossen. Das Mädchen wadete darin. Bis kurz über die Knie stieg ihr der Spiegel. Sie hatte das Schuhwerk ausgezogen und trug es mit sich. Glitschig kalt fühlte sie den Grund an den Sohlen. Das Wasser umschmiegte die dünnen Kinderbeinchen, wellte sich bei jedem Schritt – war das einzige Geräusch hier unten. Viel mehr noch, der einzige Sinneseindruck überhaupt. Sie hörte und fühlte nur Wasser, kaltes schwarzes Höhlenwasser.
Als sie nach einer Stunde Weg noch immer nicht die Hand vor Augen sah, blieb sie stehen. Und tastete um sich. Der Gang war nicht breit. Mit zwei Schritten war man von einer Wand an der nächsten. Sie drehte sich – nur Schwarz. Hinter, vor ihr – alles schwarz – alles blind.
Sie rief: „Hergat! – gat – gat – gat – gat ..“
Das Echo. In kurzen Intervallen schoss ihr Stimmchen durch den schmalen Gang. Sie tastete nach oben – Luft. Sie sprang – Luft. Die Füße landeten klatschend im Wasser. Das Kind wadete weiter im sanften Geschlinger. Kam voran. Von Zeit zu Zeit prüfte sie die Beschaffenheit der Umgebung. Es blieb der enge Gang. Es blieb die unschätzbare Höhe. Es blieb das wassernde Gerinsel an den Wänden. Dem Kinde kam es vor, als wäre es noch dunkler gewurden. Als wäre dies das Licht jenseits von Schwarz. Als würde die Grotte sich selbst und alles darin verschlingen. Doch hatte sie keine Furcht. Sie wusste, dass jeder diesen Weg gegangen war. Jeder, der beim Meister vorsprechen wollte, um ihn um Aufnahme zu ersuchen. Alle waren jetzt mit ihr. Jede Seele, die einsam geschritten war. Auch Hergat. Wie lang würde sie schreiten müssen? Ihr Gefühl sagte ihr, dass der Tag sich wohl schon zur Hälfte geneigt habe. Wie lang würde der Weg sein? Würde sie schlafen müssen? Hier im Wasser der Grotte? Nur weiter!
Als sie ein weiteres, ungezähltes Mal die Umgebung prüfte, berührte sie beim Sprung die Höhlendecke mit den Fingerspitzen. Das war neu. Der Gang war niedriger geworden. Auch die Breite schien ihr jetzt verengt. Nur der Wasserspiegel war gleich geblieben und stand ihr über den Knien. Das Kind stapfte weiter. Die Arme hatte sie jetzt ausgebreitet und mit jeder Handfläche streifte sie die Begrenzungen des Höhlenganges. Bald schon musste sie die Ellen einknicken. Sie berührte jetzt die Decke ohne zu springen. Nasse Schichten waren wie eine Haut aus Wasser darüber gezogen. Sie spritzte Teile davon mit der Handfläche in das Bächlein ihres Weges. Das entstandene Loch in der Wasserhaut zog sich sofort wieder zusammen. Sie sah es nicht, konnte es nur fühlen.
Enger und enger ward der Gang, tiefer und tiefer die wässrige Decke darüber. Sie ging mittlerweile gehockt. Bis sie an eine Stelle kam - die Schulterblätter musste sie schon fast zusammenpressen – wo die Höhlendecke den Wasserspiegel berührte. Sie spürte es mit Schrecken. Hier ging es nicht weiter. Es sei denn getaucht. Doch war es viel zu eng, um anständige Schwimmbewegungen machen zu können. Zumindest wenn die Breite hinter diesem Wasserschlund so bliebe. Sie müsste mit den Beinen rudern. Die Hände nach vorn gestreckt, oder eng am Körper. Wie lang wird dieser Abschnitt sein? Sie musste hier durch! Oder umkehren. Doch das kam nicht in Frage. Wie lang wird die Tauchstrecke sein? Sie ging auf die Knie und schob den Kopf unter Wasser und in den Schlund. Nichts zu sehen! Natürlich nicht! Sie zog zurück und schnappte Luft. Was wenn der letzte Prüfling dort im Weg lag? Sie wusste nicht, wann die letzte Prüfung stattfand. Nichts hatte sie erfahren können. Sie wusste nichts über den Prüfling und den Ausgang. Was wenn er dort lag und den Weg verbarrikadierte? Eine Wende wäre ihr nicht möglich. Sie müsste sich am Grund rückwärts wieder herausstossen – Stück für Stück. Das würde dauern! Und Kräfte kosten. Kräfte, die sie dann vielleicht nicht mehr hätte. Erstrecht wenn das Hindernis weit hinten, womöglich kurz vorm Ziel läge.
Sie musste an Hergat denken. Auch er war einst an diesem Schlund gehockt. Sie konnte ihn sich gut vorstellen. Er hatte es gewagt. Er hatte es geschafft. Oh, sie war mehr als Hergat. Sie war so unermesslich viel mehr.
Sie zwang sich zur Ruhe und fuhr den Herzschlag herunter. Sie musste Kraft sammeln. Sich zusammenreissen. In einer halben Stunde würde sie den Tauchgang wagen.

„Nun, Meister. Ich liess sie also in die Höhle ein und machte mich selbst auf den Weg zur Höhe Gatta’s. Oh, ich wusste, sie würde es schaffen. Sie würde Gatta sehen! Sie ist soviel stärker, als ich. Meister, ihr wisst, ein wahrlich glückliches Kind von ausgewählten Trieben. Es war mir klar. Vom Moment an, als ich das Kind sah. Sie würde mich einst ablösen, vielleicht sogar, oh Meister -. Vielleicht sogar euch. Sie kennt sich, Meister. Sie kennt sich gut. Und sie ahnt die Höhen. Sie steckt sich keine ersichtlichen Grenzen. Prüft sie selber! Ich konnte keine ausmachen. Sie ist frei von Sehnsucht, Mitleid, Moral und Liebe. Ein glückliches Wesen, Meister. Ich sah lange nicht ein solches. Das Leben in einer Blüte! Was sage ich? Oh, sie ist noch Knospe. Was erst, wenn das Ding eines Tages aufgeht! Nicht abzuschätzen, ihr wisst?
Also, ich machte mich auf den Weg, ihr kennt den Kamm. Zur Höhe der großen Gatta. Zum Auge des Berges. Dort wartete ich auf Geishas Ankunft.“

Das Kind saß gehockt vorm Zugang in den Wassertunnel. Ein Tunnel von nicht einschätzbarer Länge, Breite, Beschaffenheit. Alles war dunkel, alles war kalt, nass und klamm. Drehte sie sich um, so sah sie das selbe. Sie hatte schon den ganzen Tag über nur das selbe gesehen. Nämlich nichts. Rein gar nichts. Sie blinzelte nutzlos. Hinter den Lidern lag nur gleichgültige Schwärze. Alles musste gefühlt werden. Alles musste sie sich ertasten, mit sinnenden Fingern wahrnehmen und daraus ein Bild in ihrem Kopf formen oder gänzlich darauf verzichten.
Sie hatte gewartet und sich gesammelt. Umkehr war ausgeschlossen, wollte sie eines Tages dem Meister gegenüberstehen. Sie war bereit. Das Kind duckte sich unter die niedere Decke und mit den Händen voran, stiess sie sich in den Kanal. Es war eng. Enger noch, als der bisherige Pfad sich bereits zugespitzt hatte. Konventionelles Schwimmen war ausgeschlossen. Sie ruderte die Beine, die Arme lang nach vorn gestreckt trieb sie sich durch die Röhre. Sie sah kein Ziel, sie sah nichts als Schwärze - sie ahnte nicht wie weit. Nur die Richtung war gegeben. Umkehr ausgeschlossen. Der Punkt dieser letzten und schändlichen Möglichkeit war überschritten. Sie spürte, sie müsse die Hälfte geschafft haben, oder ihr würde der Kanal zum Grabe werden. Von diesem Schauer getrieben steigerte das Kind seine Kräfte. Die Waden krampften, sie stiess mit dem Kopf an die Decke – immer wieder. Es blutete heiss aus einer schmierigen Wunde, liess eine unsichtbare, lauwarme Spur zurück. Dem Kind stieg das Grauen auf. Immer weiter streckte sich die Dunkelheit, immer weiter war zu schwimmen, zu tauchen, ohne Luftlöcher – ohne eine Ahnung von Licht. Zehn, vielleicht fünfzehn Meter würde sie noch schaffen. Wenn sich dann nichts tut, so wäre es aus. Da stiess sie auf einen Körper.

„Meister, ihr wisst. Meine Seele kann endlos schweifen. Kann sich nicht satt sehen an den gewundenen Formen der Berge und Täler. Und wie das Gesträuch und Geäst da hervorwächst und die Tiere herumspringen. Eine Wohltat, Meister. Und einer der schönsten Flecken der Enklave, das gewiss. Die Höhe Gattas am Auge des Berges. Wo die Baumgrenze überschritten, doch der Duft, und ihr wisst, bei klarem Wetter, auch die Sicht am feinsten ist. Ein erhabenes Lokal. Die Bäume sehen von dort wie Pilze aus. Und die Wolken, oh man ist ihnen so nahe. Man möchte fast hineinhoppsen in eine solche Insel. Welch Güte, Meister! Den ehrlichsten Dank empfinde ich dort oben. Bin gut gegen alles und jeden. Ganz durchtränkt von dem Schicksal, welches mich in solche Höhen führte.“
„Hergat. Sprich mir von Geisha.“
„Oh, Geisha. Ihr habt Recht. Also höret.“

Dem Kinde zerfiel die Hoffnung wie ein Sandschloss im Wind. Der Kanal war blockiert. Das war das Ende. Es lag da ein Körperchen im Wege, verstopfte jedes Fortkommen und zur Umkehr würde die Kraft nicht reichen. Der Schrecken hatte ihr die letzte Luft geraubt, sie stiess sie in kleinen Blasen in den verhängnisvollen Kanal. Oh Grab! Oh Ende! Sie war gescheitert. An der Prüfung, an Hergat, an Gatta, am Meister. Am Leben gescheitert in jüngsten Jahren. Das waren die Gedanken bevor ihr das Bewusstsein entschlich.
Das tote Körperchen aber, griff in diesem Moment nach dem Mädchen und zog es, rückwärtsschwimmend, an den vorgestreckten Händen mit sich und aus dem Kanal heraus in eine Grotte, ihre Grotte. Denn es war Gatta, die sich dem Kind in den Weg stellte, alle Hoffnung zunichte machte, um so die Grundlagen für die Prüfung zu schaffen. Sie hob sich das nasse Ding in den Schoss und fuhr ihr über den geschundenen Kopf. Strähnte das Haar beiseite und sprach ihr leis ins Ohr: „Geisha. Wer bist du? Geisha. Wer bist du?“
Das Kind verschluckte sich und spuckte und rülpste, zuckte heftig zusammen im Arme Gatta’s.
„Ich lebe!“ spie es.
Das Mädchen öffnete die Augen. Alles war schwarz, alles war dunkel. Doch spürte sie das Wesen, in dessen sanfter Umarmung sie lag. „Ich lebe! Gatta, ich lebe!“
„Ja, Kind.“
Im Moment, als Gatta dies dem Kind zur Antwort gab, flammte ein Kreis von tausenden Kerzen und Lichtern auf, der die Grotte und die Dunkelheit, wie zum Beweis Gestalt annehmen liess. Und was war es für ein Ort, der sich jetzt dem blinzelnden Kinde zeigte. Keine graue Höhle oder Grotte. Ein Meer von roten Rosen, ein Teppich ihrer Blüten, ein einziger Garten war die Grotte Gatta’s. Und mit dem Licht kam auch der Duft, der tönende, rauschhafte Duft der Rosenblüten in ihre Nase gespielt. Von der Decke hingen pflanzenbewucherte Kübel, Gestecke aus erlesenen Edelblumen, sagenhaftem Kraut und schimmerndem Kerzenschein. Das Ufer, in welches der so enge Kanal hier schließlich mündete, war bewachsen und darüber spiegelte das Wasser an die Höhlendecke.
Geisha blickte um sich. Wie groß war die Grotte! Es war eine ganze Landschaft mit Wald und Busch und Horizont. Auf einen fernen Hügel war ein Haus gebaut. Es glimmerte von dort strahlend weiss aus dem satten Grün der Welt hervor.
„Nimm meine Hand, Kind.“ sagte Gatta und richtete sich auf. Geisha liess sich von ihr helfen und schließlich über die gefallenen Blüten und durch die Gräser nach dem Hause führen.

„Etwas in dir ist nun tot, mein Kind. Nenne es die Hoffnung, nenne es Gewöhnung, nenne es Furcht. Es gibt mancherlei Begriff, für das, was nun nicht mehr zu dir gehört. Spürst du den Verlust?“
„Ich spüre ihn, Gatta.“
„Nun, die Prüfung ist ein zweiteiliges Ding. Geschaffen um den Prüfling von zweierlei Matter zu befreien. Den ersten Teil hast du nun bestanden. Du bist frei von Tod. Spürst du es, Kind?“
„Ich spüre es, Gatta.“
„Die zweite Matter ist das Leben, Kind. Du musst frei von Leben werden, um beim Meister vorzusprechen. Bist du bereit, dir das Leben zu nehmen, Kind?“
Geisha erschrak. Ward es ihr nicht schon fast abhanden gekommen? Hatte sie nicht auch jene Prüfung schon erfüllt? Aber sie war hier, um eines Tages zum Meister zu gelangen. So sprach sie: „Ich bin gewillt, Gatta. Nimm mir das Leben!“
Gatta lachte.
„Oh nein, Kind. Du selber kannst nur. Der Verlust des Lebens ist eine einsame Angelegenheit. Bist du bereit, dir selbst das Leben zu nehmen?“
„Ich bin bereit, Gatta.“
„So folge mir.“

Gatta brachte das Kind in den Teil der Grotte, der zum Himmel hin geöffnet war, das Auge des Berges. Hergat wartete dort oben auf sie. Oh, Hergat. Freundlicher, treuer Hergat! Was steht mir noch bevor?
Die Höhle war voller Gestalten, voll ziellos wandelnder Wesen, die einander nicht wahrnahmen, die durch einander hindurchgingen, als wären sie nichts.
„Das sind die Leben der anderen Prüflinge, Geisha. Jeder musste von seinem Abschied nehmen, um eines Tages zum Meister zu kommen.“
Die Gestalten warfen flüchtige Blicke auf die beiden.
„Das ist grauenhaft, Gatta.“ sprach das Mädchen.
„Höre, Kind. Als du geboren wurdest, gaben dir deine Eltern zweierlei mit auf den Weg. Zunächst die tief eingebrannten Kerben und Spuren der Vergangenheit. Das, was sie schon von ihren Vorfahren auf selbem Wege erhielten. Kurz, das Leben. Es ist nicht perfekt und wird es nie werden. Es ist dein namenloses Wesen. Deines ist identisch mit denen, die du hier versammelt siehst. Es ist das unbestimmte Verlangen. Zielloses Wuchern, hörst du? Jedes will nur mehr, nur mehr von sich. Immer und immer mehr. Dabei wird es, nun denke im Gesamten, Geisha! Dabei wird es nie über die Zahl eins hinauskommen. Niemals. Oh, es gibt der Gestalten viele. Du siehst es. Aber alle, alle bearbeiteten sie die gleiche Sache, die gleiche Zahl eins. Das Leben, hörst du Geisha. Du musst es aufgeben, um zum Meister zu gelangen..“
„Ich will. Doch was bleibt?“
„Das zweite Geschenk der Eltern. Ein ungleich persönlicheres. Ein Geschenk von Wert, Geisha. Man gab dir einen Namen. Und damit ein Schicksal. Das Schicksal ist perfekt. In jeder Form, Geisha. Jedes Schicksal ist allein, ist groß, ist vollständig. Jedes eine Welt. Jedes unsichtbar für das Leben, das gemeine. Es ist die Essenz, Geisha, die bleiben wird. Es bedeutet Einsamkeit und Kälte, das Leben aufzugeben. Denn der Zugang wird für immer ausgelöscht. Es ist ein Dasein, als einziger Bewohner einer Welt, deiner Welt. Keine Mutter wird dich trösten können, Geisha. Es ist hart. Es ist in jedem Fall hart. Auch dein Schicksal ist hart. Bist du bereit es anzunehmen? Es kostet dich dein Leben, Geisha.“
„Oh, ich will, Gatta, ich will.“
„Du siehst die Rosen? Es sind ihrer viele. Nimm eine von ihnen. Finde die deine und bringe sie zu mir, Geisha.“
Das Mädchen trat zwischen die Blumen, schenkte Blicke und entschied sich zuletzt für ein kräftiges Exemplar. Sie ging damit zu Gatta und übergab sie ihr. Gatta nahm sie, roch in die Blüte und fuhr ihren Stengel mit dem Finger nach.
„Eine schöne Blume, Geisha. Sie soll dein Schicksal sein?“
Das Mädchen nickte.
„Iss sie!“ sagte Gatta und gab sie dem Kinde zurück in die Hand. „Iss sie samt den Dornen!“
Geisha gehorchte. Sie biss ein Blatt von der Blüte und kaute, schluckte es hinunter. Dann das nächste und weiter bis die ganze rote Blüte verspeist war. Zuletzt den dornigen Stengel – die Rose war verzehrt.
Geisha blickte mit großen Augen; das Kommende beklemmt erwartend. Doch war es nicht viel, was sich aus ihr löste. Oh, es war ein kompletter Abdruck, ein Geist ihres Körpers der sie verliess, der aus ihr heraustrat. Und mit ihm ging das Gefühl, welches jeder Mensch kennt. Mit ihm ging das Gefühl, dass sich einstellt, wenn Haut die Luft berührt. Es ging diese schamhafte Wärme, diese Nacktheit, ihr Leben.
Sie sah Gatta an und lächelte.
„Gib mir deine Hand, Kleines. Du darfst jetzt zurück zu Hergat.“
Geisha liess sich von ihr zum Auge des Berges führen.
„Sieh!“ sagte Gatta.
An einer Kette befestigt, kam ein Körbchen von oben in die Grotte gefahren, machte knapp über dem Boden Halt und Geisha sah, dass es im Inneren mit Blüten ausgelegt war.
„Setzt dich hinein, Kind.“
Das Mädchen tat, wie geheissen und schaute Gatta an.
„Vielen Dank, große Gatta. Ich werde dich nie vergessen!“
Sie lachte. „Oh, Kind. Fahre zu Hergat! Dein Schicksal nimmt nun seinen Lauf.“
Geisha winkte, und winkte noch, als der Korb schon hoch über den Rosen und den blind wandelnden Wesen - auch dem eigenen - rasch aus der Grotte herausfuhr.

c Herr Grau 15.10.2006

 



 
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