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Projekt Psychiatrisch statistische Erfassung des erweiterten Bewusstseins nach Dr.Kaiser/Australien
- von Peter Simon



Projekt Psychiatrisch statistische Erfassung des erweiterten Bewusstseins nach Dr.Kaiser/Australien

2Fortschrittsbericht Weibern, 24.11.99 08:59:40


(Im Bericht 1 ist die Rede fehlerhaft von Regensburg statt München im Gespr. bei Dr.Löhrer.)



- Roni: Das ist meine Seite. Sie haben vielleicht gedacht, daß wäre Ihre Seite. Man fährt öfter selbst... Ich kenne das, ich habe daß schon oft erlebt, daß der Gast auf meiner Seite einsteigen will.
- Peter: Eher aus praktischen gründen. Ich dachte, sie könnten etwas relaxen, wenn ich bis Mariaental fahre. Ich kenne mich hier schließlich auch besser aus als sie.
- Roni: Das mag nett gemeint sein, aber wissen sie, dieses Auto fahre nur ich und mein Chef. Ich bekäme auch Schwierigkeiten..., der Fahrgast fährt und ich sitze daneben!
- Peter: Na gut, dann fahren wir eben zusammen Auto: ich sage ihnen, wo es lang geht und sie lenken. Nur wir werden wissen, daß ich fahre. Alle werden denken, daß sie fahren, denn sie sitzen am Steuer.
- Roni: Sie brauchen mir nicht zu sagen, wo es lang geht, ich fahre Taxi seit vielen Jahren.
- Peter: So. Hier links Berg ab.
- Roni: Ich will damit sagen, gerade hier in der Gegend kenne ich mich etwas weniger aus... Wir haben selten eine Fahrt hierauf.
- Peter: Das ist eine kleine Straße, die auch nach Kempenich führt. Von Kempenich wissen sie schon, wie es weiter geht.
- Roni: Natürlich. Über Rammersbach.
- Peter: Ja., aber erst kommt Hannebach.
- Roni: Ah, ja stimmt.
- Peter: Bei allem Respekt Roni, ich glaube nicht, daß sie die Strecke nach Budapest besser kennen, als ich.
- Roni: Ja. Ddas mag auch sein.
- Peter: Ich dachte nur, wenn sie müde werden, könnte auch ich fahren. Zu zweit ist bestimmt leichter eine so große fahrt zu bewältigen. Ich habe mit meiner Frau das fast immer so gemacht.
- Roni: Das mag sein, aber es ist ein Taxi und kein Privatwagen, ich kann sie beim besten willen nicht fahren lassen.
- Peter: Es geht nicht um fahren lassen, sondern um unsere Sicherheit. Wenn sie übermüden, werden sie werden weniger aufmerksam und letztlich gefährden sie damit unser Vorhaben, rechtzeitig anzukommen. Das mit dem Taxi, kann man übrigens bald ändern. Sie werden das Taxischild rein nehmen können. Aber zunächst möchte ich, daß sie die Uhr laufen lassen. Schalten sie den Taxameter bitte ein!
- Roni: Es ist doch nicht nötig, wir fahren nach Pauschale.
- Peter: Tun sie bitte, was ich sage, ich habe meine Gründe!
- Roni: Ja. Ist ja schon gut. Wie sie wollen. Sie sind der Gast.
- Peter: Wissen sie ich war auch Taxifahrer.
- Roni: Ach, ja?
- Peter: Zwar nicht so lange, wie sie, aber immerhin.

Wir fuhren gemütlich die Straße runter nach Ahrweiler.

- Roni: Für welches Unternehmen haben sie gefahren?
- Peter: Für die Firma Gladbach. Unter Goldschmied. In der Nähe des Kölner Doms.
- Roni: Ach, so. In Köln?
- Peter: Eigentlich war das kein Taxifahren. Es war ein Mietwagen Unternehmen. Ein Relikt der Nachkriegszeit.
- Roni: Ja. Mietwagen. Kenne ich.
- Peter: Schwarze Mercedes, der Fahrer im Slips und Kragen. Zwischen den Trümmern florierte das Geschäft: Mietwagen mit Fahrer, die Bahn, die Busse waren weit nicht so zuverlässig, wie heute. Inzwischen ist aber selten geworden, daß jemand nach Hamburg oder etwa nach München gefahren werden will. Die Mietwagenfirmen schrumpften. Ihre Autos müssen immer zur Zentrale zurück fahren, die Fahrer dürfen sich nicht an den Taxiständen anstellen. Die Fahrten beschränken sich auf Stadtfahrten. Manchmal gibt es Kunden, die zum Flughafen wollen nach Bonn, selten nach Düsseldorf oder sogar nach Frankfurt. Die Firma Gladbach hatte einen ausgedienten alten Fahrer, einen Säufer, der die ganzen Hotels und Lokale der Gegend zu Kunden gemacht hat. Wenn der Wirt statt ein Taxi uns gerufen hat, hat er als Dank ein „Füchschen“ (50 Pf) erhalten. Wenn der Portier eine Flughafenfahrt vermittelt hat z.B. vom Hotel Excelsior am Hbf., hat er einen „Heiermann“ (DM 5) erhalten. Der alte Säufer hat die meisten Schwulkneipen, wie z.B.: die Tom Tom oder die Altemarkt Stube zu Stammkunden gemacht. Nicht nur schwule und deren Kunden fuhren gerne mit uns, auch Huren und Edelnutten (z.B.: Heilgymnastikerinnen reicher Behinderten), denn wir ließen sie in Ruhe und wir scherzten nicht über sie, wie manche Taxifahrer. Die W.D.R., die Deutsche Welle und derdie Deutschland Funk hatten wir fest im Vertrag. Wir beförderten die Redakteure und die Ansager. Für die Deutsche Bahn haben wir geheimnisvolle Metallkoffer geschleppt und für IBM Chips und sonstige Computerteile im Eiltempo von Olpe bis Aachen für die Großrechner von Braunkohle, Degussa, Fordwerke, Linde usw.
- Roni: Wir haben vorwiegend Personenfahrten, Bootsfahrten sind selten. Höchstens hier und da einmal ein Pizza und selten ein Blumenstrauß. Manchmal ein Kranz zur Beerdigung.
- Peter: Sie wohnen schön im Mariental, zwischen Bunter Kuh, Bunker, Klosßter und Weinreben... im Neubau... noch unverputzt.
- Roni: Woher wissen sie, daß ich in einem unverputzten Haus wohne?
- Peter: Es ist nur eine Vermutung Roni. Nur eine Vermutung.
- Roni: Ja, sie treffen den Nagel so richtig auf den Kopf. Das ist es, so eben mit dem Haus. Das Haus ist auf dem Namen meiner Lebensgefährtin...
- Peter: Aber auch sie arbeiten Tag und Nacht dafür...
- Roni: Genau. Wissen sie, ich komme von drüben. Arbeiten können mutet man mir nicht zu. Vorurteile. Auch wir können leisten...
- Peter: Sie kämpfen gegen Vorurteile indem sie zeigen, was sie leisten können.
- Roni: Ja ich arbeite sechzehn Stunden am Tag, oft noch mehr, denn ich will es zum etwas bringen im Leben. Ich packe alles an und schaue nicht nur zu, wenn andere arbeiten.
- Peter: Hier links.
- Roni: Woher wissen sie, daß wir hier abbiegen müssen? Wissen sie auch etwa, wo wir wohnen?
- Peter: Nein, sicher nicht. Es ist nur eine Vermutung. Bloß eine wage Vermutung.
- Roni: So. Das da hinten.
- Peter: Mit dem roten Dach?
- Roni: Ja das. Das ist das Haus.

Er hielt an, stieg aus, küßte seine Freundin, nahm den Rucksack an sich und nahm Abschied, als würde er in den Krieg ziehen.

- Roni: Mach dir keine Sorgen Schatz, ich werde dich anrufen.

Sie war voller Sorge und hat mich forschend angeschaut, ich lächelte sie an und sagte:

- Peter: Machen sie sich nicht unnötig Sorgen, selbst wenn es uns dort unten gefällt, kommen wir zurück!
- Veronika: Gute Reise!

– rief sie uns nach, Roni drehte und wir fuhren fort.

- Peter: Eine nette Gefährtin.
- Roni: Ja, sie ist mein Schatz.
- Peter: Wir haben etwas Zeit verloren, wenn sie nichts dagegen haben, ich möchte über den kürzesten Weg auf die Autobahn kommen. So kurz, wie es nur geht.
- Roni: Über Ahrweiler ist es am schnellsten.
- Peter: Fahren sie hier bitte links!
- Roni: Ahrweiler ist aber rechts.
- Peter: Ja, ich weiß. Fahren sie bitte nach links, Richtung Dernau. Danke. So. Jetzt diese straße rechts rein, an dem Kloster vorbei Richtung Regierungsbunker. Die Straße führt durch den Wald nach Holzweiler.
- Roni: Sie kennen sich aber gut aus.
- Peter: Ich kenne ein paar Wege, die nur wenige kennen.
- Roni: Was tun sie in Rumänien, wenn ich fragen darf?
- Peter: In Ungarn Roni. In Ungarn.

Wir fuhren durch den Wald, die Sstraße war völlig leer.

- Roni: Holzweiler.
- Peter: Ja. Fahren sie bitte an der Kreutzung rechts der Hauptstraße entlang Richtung Arzdorf.
- Roni: Erst kommt Vettelhofen.
- Peter: Genau.

Kurz nach Vettelhofen faßte ich meinen Silberring, drehte dran und ich sagte:

- Peter: Kurz vor der Unterführung fahren sie links hoch. Da wird „Durchfahrt verboten“ ausgeschildert sein,
wir fahren dort trotzdem durch. Diesmal muß das sein!

Kurz vor der Unterführung bog er ohne Widerrede auf die Versorgungsstraße der Autobahnmeisterei ein und fuhr auf den Autobahnparkplatz. Er schaute sich kurz um, er drehte nach rechts, fuhr auf die Beschleunigungsspur, er gab ordentlich Gas, fuhr auf die Autobahn drauf und bald erreichten wir die Autobahnbrücke hoch über Bad Neuenahr-Ahrweiler.

- Peter: Sehen sie das große, eckige Gebäude da unten?
- Roni: Das „Maria Hilf Krankenhaus“.
- Peter: Ja. Meine Töchter sind dort geboren.

Unterbrechung des Berichtes 2. Vervollständigt bis zum 30.11.99, 11.00 Uhr.

Vervollständigen des Fortschrittsberichts 2 30.11.99 09:17:14, Weibern

- Roni: Wir möchten auch Kinder haben.
- Peter: Ein alter Bekannte sagte zu mir: Junge, für deine Kinder könntest du deine Arme hergeben, aber für deine Enkel, könntest du sterben!
- Warum sagten sie, ich könnte das Taxischild rein nehmen?
- Wenn es nicht mehr von Wichtigkeit sein wird, daß dieses Auto ein Taxi ist, dann können sie das Schild rein nehmen. Dann fahren wir, als wäre es ein Privatauto.
- Oder ein Mietwagen.
- Oder ein Mietwagen.

Kurz vor Koblenz:

- Peter: wir fahren weiter die A 61. Dann die A 6.
- Roni: Ich denke, die A3 ist kürzer.
- Peter: Schon, aber ungünstiger.
- Inwiefern?
- So herum ist der Weg etwa 50 Km länger, dafür aber entspannter, wenn wir Frankfurt umfahren.
- Das ist nicht mehr so schlimm, wie...
- Ist gut. Fahren sie dann hier bitte ab, richtungRichtung Frankfurt!
- Ja. Wissen sie, mir geht es nur um das eine, um die Finanzen. Das muß stimmen. Sind sie sicher, daß sie das Geld mir in Regensburg geben können?
- Ich bin mir sicher.
- Denn ich habe schlechte Erfahrungen.
- Viel zu viele von uns haben schlechte Erfahrungen.
- Ja, aber ich muß das wissen, ich kann sie in einem Stück nach Ungarn fahren, wir sind schnell da, wenn ich nur wüßte?, daß alles glatt geht.
- Roni. Wenn alles glatt geht und wir in Budapest heil ankommen, so werden sie sich in ihrem Leben nie mehr um Geld zu kümmern brauchen.
- Wie meinen sie das?
- Fahren sie hier ab, auf die B 98 Richtung Mannheim.
- Richtung Mannheim? Sie wollen doch nicht bis Mannheim Bundesstraßen fahren?
- Haben sie etwas dagegen?
- Na ich weiß es nicht, aber das ist nicht vereinbart gewesen.
- Da wird während dieser Fahrt noch einiges passieren, über sie keine Vereinbarungen getroffen haben. Obwohl sie ein so vorsichtiger, planender Mensch sind. Roni.
- Woher wissen sie, daßs ich ein vorsichtiger Typ bin?
- Wenn ich das nicht wüßte, hätte ich sie für diese Fahrt nicht auserwählt.
- Auserwählt?
- Ausgewählt, wollte ich natürlich sagen. So. Jetzt haben wir ein kleines Problem.
- Was für ein kleines Problem?
- Wissen sie, Roni, es ist nicht egal, wie wir fahren. Um anzukommen, müssen wir manschmal improvisieren... Das kleine Problem ist, das ich etwas verunsichert bin.
- Soll ich anhalten, geht es ihnen etwa nicht gut, Herr Simon?
- Nein, nein, fahren sie nur ruhig weiter. Wir sind mit unserem Kleinen Problem nicht allein. Bald bekommen wir Hilfestellung, dann werden wir wieder auf der richtigen Fährte sein.

Roni faßte mit beiden Händen das Lenkrad und fuhr so konzentriert, wie er nur konnte.

- So. Sehen sie das Fahrzeug, das uns gerade überholt, er gibt gleich ein Zeichen.
- Ja.
- So. Wenn er links blinkt und auf die linke Spur kommt, folgen sie ihn in dem Tempo, das das Fahrzeug uns vorgibt. Es kann sein, das wir schnell fahren werden. Macht das ihnen etwas aus?
- Er hat nach links geblinkt.
- Ja. jetzt geht’s los. Wie stark ist ihr Wagen Roni?
- Es ist ein starkes Auto. Das sieht man ihm gar nicht an...
- Sie dürfen ihn nicht vor den Augen verlieren. Wenn wir ein paar Autos hinter ihm sind, ist das nicht weiter schlimm, aber wir müssen so schnell sein, wie er uns das vorgibt.
- Ist gut. Ich gebe mir mühe.
- Hundert dreißig P.S.?
- Hundertachtzig.
- Man, was ist das für eine Rakete. Das hätte ich echt nicht vermutet.
- Mensch, die rasen, wie verrückt, wir könnten Schwierigkeiten bekommen. Es ist bloß eine Bundesstraße.
- Aber ausgebaut, wie eine Schnellstraße.
- Ja, aber das können wir doch ohne aaufzufallen nicht tun.
- Ist ja schon gut. Sehen sie, sie fahren schon langsamer.
- Also, ich weiß es nicht. Sie fahren tatsächlich langsamer.
- Fahren sie ihm bitte gemütlich nach. Sie werden uns bald ein Zeichen geben, dann können sie den guten Wagen überholen. Ist O.K.?
- Ja.
- Wir haben diese kleine Schwierigkeiten bald hinter uns, und wir werden entspannter fahren können.
- Er blinkt nach rechts. Soll das heißen, daß wir...?
- Ja, richtig. Wir bedanken uns für die nette Fführung.

Roni fuhr auf die linke Spur und schaute den Ffahrer, „unseren Führer“ nicht an. Er fuhr umsichtig und ruhig, ja fast verantwortungsbewußt.

- Roni: ich kenne eine Stelle, da könnten wir auf die A3 rauf fahren. Was halten sie davon?.
- Peter: Ich halte viel davon.

Etwas später fuhr er auf die A3 und lehnte sich zurück. Wir unterhielten uns über die DDR, über seine Übersiedlung, über die Schwierigkeiten in der Anpassung und sonstiger Belange. Allmählich näherten wir uns Frankfurt. Da kam das Thema Mafia hoch, das große Bauen soll hier mit Mafiageld von statten gehen, ... usw. Dann haben wir über die Wirkung des HIV geredet, wie man mit Aids neben der schlimmen Krankheit auch kriminelle Aktivitäten hemmen konnte, die Szenen Huren, Schwule und
Drogen wurden attackiert und geschwächt. Ich schaute mich um und sagte:.

- Wahnsinn.
- Was ist Wahnsinn?
- Na, diese Anlagen des Flughafens. Die erwarten scheinbar viele. Sehr sehr viele.
- Fluggäste?
- So kann man sagen. Fluggäste. Man wird das eine Aktion!?
- Wovon reden sie, Herr Simon?
- Wie wäre es wenn wir uns dutzen würden Herr Rommler?
- Woher wissen sie, daß mein Familienname Rommler ist?
- „Ja, Herr Rommler, wissen sie, wir wissen einiges über sie...“
- Mißt. Ich verstehe nur Bahnhof.
- Hoffentlich einen Kopfbahnhof. Aber Spaß bei Seite! Wir wollten uns dutzenduzen. Ich heiße Peter., aber du kannst mich auch einfach Peter nennen Roni!
- Toll. Roni.

Er blickte mir in die Augen und wir dachten, vielleicht werden wir Freunde.

- Weißt du wie ein ungarisches Kennzeichen aussieht?
- In etwa.

Wir verließen die A3 und fuhren ruhig weiter bis Mannheim.

- So. Wir werden bald noch einen kleinen Umweg machen müssen.
- Warum?
- Kannst du segeln?
- Nein.
- Links, rechts, links, rechts... manchmal muß man sich in Zickzack sich fortbewegen, manchmal geht es gar nicht anders.

Wir redeten dann über Hasen, über Füchse, über Igel und über die ganzen Tricks in der Tierwelt...

- So. Das ist ein ungarisches Kennzeichen. Sei bitte so lieb und folge ihn. Wir werden kurz über die A5 weiterfahren.
- Wie kommen wir weiter?
- Er blinkt nach rechts. Paß auf! Wir sind jetzt womöglich zu schnell. Er fährt auf den Parkplatz. Siehst du, Polizeikontrolle. Das kann der Grund gewesen sein.

Wir hielten auch an und stiegen aus dem Wagen. In dem ungarischen Auto rührte sich niemand. Wir bewegten uns, wir dehnten unsere Körper und hüpften ein paar mal. Die Polizisten hielten hinter uns weiter Autos an und kümmerten sich überhaupt nicht um uns, als wären wir Luft. Die Ungaren machten den Motor an. Wir setzten uns ins Auto und wir fuhren ihnen nach. Wir kamen über die A6 schließlich auf die A61. Wir überholten die Ungaren und fuhren schneller. Bei Nürnberg kamen wir wieder auf die A3. Ich habe Roni erzählt, daß die A3 auch die E5 ist. Von Amsterdam über Köln bis Istambul. Die alte Seidenstraße. Ich bat ihn anzuhalten und wir nahmen das Taxischild rein. Ich sagte ihm, er ist in der einmalig glücklichen Lage, alles fragen zu können, worauf er in seinem bisherigen Leben keine Antwort finden konnte. Er fragte anfangs leichtere Sachen, die ich ihm leicht erklären und beantworten konnte. Als er anfing schwerere Dinge anzusprechen, so sagte ich: ich sagte, du kannst alles fragen, daßs ich auf alles eine Antwort gebe, daß habe ich nicht gesagt. Viele Menschen wartene auf ein Wunder, aber ohne Glauben gibt es kein Wunder. Mindestens das müßten die Menschen glauben, daß das was sie gerade erlebt haben, war eiun Wunder. Denn ohne Glauben, gibt es keine Wunder. Er bat mich einen Wunder zu nennen. Ich fragte, was ihm lieber wäre: wenn es in Regensburg regnet, wenn wir dort ankommen, oder wenn dort die Sonne scheint? Er bestellte Regen. Abgemacht, habe ich locker dahin gesagt.
Ich habe ihm erklärt, er kann beruhigt sein, in Ungarn habe ich viele Freunde, bei denen er wohnen kann und selbst wenn ich ihn nicht bezahlen könnte, wird er sein Geld z.B. von meinen Freunden bekommen. Das wird aber auch das letzte mal sein, daß er sich mit dem Problem Geld abgibt, denn am Ende unserer Reise wird nichts mehr kosten. Ist ja Wahnsinn hat er gesagt. Ihm ist dennoch lieber, wenn wir meine Bekannten in Regensburg aufsuchen. Kurz vor Regensburg hat er sich dann anders überlegt und bestellte den Regen ab. Ist in Ordnung sagte ich. Wir kamen beim Sonnenschein an.





Wegen Zeitmangel muß ich abbrechen, den Rest werde ich Ihnen zuschicken.


30.11.99 10:38:47

Peter: Sie trauen mir nicht zu sie in Budapest zahlen zu können.
Roni: Um ehrlich zu sein... Wissen sie ich hatte mal einen Fahrgast. Er war in Amsterdam ausgestiegen und ich stand da.
Peter: ...und seit dem sehen sie in vielen ihrer Fahrgäste diesen Halunken, Roni.

Ich nahm meinen Silberring, zog ihn von meinem Finger und hielt ihn in meinen Händen.

Peter: Kennen sie den Märchenepos: „Herr der Ringe“?
Roni: Vom hören.

Peter: Fahren sie in Richtung München die erste Abfahrt ab!

Nach der Abfahrt erklärte ich ihm, daß ich meine Freunde nur so finden kann, wenn wir zunächst ihre alte Adresse anfahren. Sie sind umgezogen. Von dort aus kann ich ihn dann zu der neuen Adresse führen.

Roni: Hoffentlich sind sie Zuhause.

Wir fuhren die vorhin beschriebene Route. Kurz vor dem Haus meiner Freunde sagte ich dann, wie ein Abschied:

Peter: Was könnte die „gelbe Gefahr“ bedeuten?
Roni: „Tausend Jahre vergehen, zweitausend Jahre vergehen nicht und es kommt die gelbe Gefahr“?
Peter: Wissen sie was ein gelbes Haus ist?
Roni: Nein. Das weiß ich nicht.
Peter: Ein gelbes Haus ist ein Irrenhaus.
Ich setzte meinen Ring hochkant auf das Armaturenbrett vor mir, ließ ihn in acht Teilringe auseinander fallen und sagte:

Peter: Schade Roni, wir hätten es schaffen können. Wir sind da, stellen sie den Motor ab und kommen sie mit
zu meinen Freunden, sie werden ihnen ihr Geld geben.

Ich habe meinen Ring seitdem nicht mehr gesehen. Wir gingen zum Haus und wir klingelten.
Prof.Dr. Hacky und seine Frau Dr. Fodor machten uns die Haustür auf. Sie waren leicht gekleidet und baten uns in den Garten zu kommen. Sie fanden, es sei überhaupt nicht in Ordnung, daß ich mit dem Taxi nach Ungarn fahren will und das ist kein vernünftiger Grund, daß ich mich von meiner Mutter noch sehen lassen will, bevor sie ihr Augenlicht gleich verliert. Sie haben sie angerufen und sie sagten, sie ist sehr besorgt um mich und in ihrem Zustand kann sie sich gerade selbst betreuen, mich könnte sie nicht. Ich ging zur Toilette. Sie haben im Garten Roni ausgefragt und Frau Hacky kam nach etwa fünfzehn Minuten zur Toilette um nachzusehen, was mit mir los ist. „Was machst du da so lange Peter?“ „Ich helfe einer Mücke. Sie ist am Rande des Waschbeckens mit einem Beinchen in einem Tropfen Wasser kleben geblieben.“ „Laß jetzt die Mücke und komm zu uns heraus, wir müssen mit dir reden.“
Wir haben beschlossen zum Krankenhaus zu fahren um mich psychiatrisch untersuchen zu lassen. Armer Roni
wußte immer noch nicht mit Recht was er denken soll, denn außer fünfhundert Mark hatte er immer noch sein Geld nicht und er mußte uns mit meinem Gepäck schnell folgen, nicht daß wir ihn abschütteln. Vor dem Krankenhaus hat er auch noch lange warten müssen, denn es geschah an einem Wochenende. Inzwischen habe ich meinen Freunden dreihundert Mark gegeben: „Damit muß er sich begnügen.“
Schließlich kam ein Arzt und konsultierte. Später kam ein Pfleger und er führte mich an eine Neurologische Station. Von hier aus ging es in eine Psychiatrische Station. Ich bat ihn, solange wir warten müssen, alles zu zeigen, was sie anzubieten haben. Im Eßraum saß ein alter Türke und eine Zigeunerin. Ich redete über die Einrichtungen und über die therapeutischen Angebote so abwertend, daß immer mehr Patienten uns zuhörten.
Ich habe dann kurz die Geschichte der Menschheit erzählt und machte meine Zuhörer auf das Fehlverhalten aller Nationen aufmerksam. Langsam brach der alte Türke in Tränen aus. Ich ging ungeachtet „meines Bewachers“ zu ihm und ich nannte ihn tröstend Baba (Vater). Er nickte und hörte auf zu weinen zu wollen. Er schaute mich aber sehr traurig an und sagte kein Wort. Wir hatten uns verstanden. Die uns beobachtet haben, haben gesehen, daß wir uns verstanden haben und sie rauchten.

Schließlich kam ich auf einer anderen Station unter Schloß und Riegel.
AllesDie Station war ungepflegt, die Patienten achteten nicht auf Sauberkeit, überall war im Flur Wasser mit Staub verwischt. Ich setzte mich in den Aufenthaltsraum und ich lauschte die Aussagen des Fernsehens. Es gab Popmusik. Der Aufenthaltsraum war in zwei Räume geteilt mit einer Glaswand. In beiden Räumen gab es einen Fernseher. In dem einen Raum durfte man rauchen, hier war die Bildqualität mangelhaft. Die Fernsehgeräte waren je in einem hohen Schrank. Wenn man fernsehen wollte, mußte man die Schränke so öffnen, wie Altare.
Wie Altare mit Flügel. In beiden Geräten lief das selbe Programm, die meisten saßen in dem Raum des schlechteren Fernsehens, sie rauchten, hörten den Fernseher im „Rauher Raum“ und schauten durch die Glaswand den anderen Fernseher mit dem besseren Bildqualität im „Nicht Raucher Raum“.
Ich setzte mich in den „Nicht Raucher Raum“. Ein Patient kam zu mir und sagte er sei Armin und es freut ihn mich zu sehen. Ich sagte, es freut mich auch mich zu sehen. Er lachte. Warum bist du hier? – fragte er. Ich wollte
mit dem Taxi nach Ungarn fahren. – antwortete ich. Bist du denn Irre? Nein, oder um ehrlich zu sein ich weiß es nicht. Warte einen Moment sagte er. Er kam gleich pitsch naß zurück. Wann bist du geboren? Am usw. antwortete ich. Wann ist deine Mutter geboren? Ich verwechsele das ständig. Ich glaube am 29.01. Daß sie 1933 geboren ist, das weiß ich. Er rannte weg. Ich stand auf und ich sah vier Bilder an den Wenden hängen, die wie aus meinen Psychosen geschnitten genau das zeigten, was ich in den letzten Jahren im Kopf erlebt hatte. Es handelte sich um Zeitdruck und um Exkremente, um Sachen tragen und umbauen.
Armin kam zurück, diesmal in einer Unterhose. Scheinbar hat das Wasser ihn nicht ausreichend gekühlt. Er war rot von Hitze und er war sehr aufgeregt. Andere kamen zu uns, und wollten einiges sagen aber Armin hat sie geblockt. Er fragte mich, warum wollte ich nach Ungarn mit dem Taxi fahren. Damit meine Mutter mich noch ein letztes mal sehen kann, denn sie ist gerade dabei ihr Augenlicht zu verlieren. Er war schockiert. Ein anderer
blaßte ihn an und er bedankte sich bei ihm für die Kühlung. Er fragte, ob ich aus Ungarn zurück kommen will.
Dann fragte er, was ist, wenn mir das Geld ausgeht. Wie komme ich zurück. Ich sagte, wenn ich in Ungarn rechtzeitig ankomme, kostet nichts mehr Geld auf der Welt. Er rannte weg. Drei vier Patienten beobachteten mich.
Ein schwerer Gestalt kam zu mir er forderte mich auf ihn zu folgen und sagte: Ich bin der Weltmeister im schwer Gewicht. Ein Anderer sagte, er sei bloß ein Kinderschänder. Ich folgte ihn und er stellte mir die Patienten vor:
- Das ist Raseford, das hier ist Klaus. Eigentlich Jesus, aber wir nennen ihn Klaus, denn er ist im Inkognito.
Das hier ist Jan Paul Marat, ein Rebell, er quatscht dich voll bis du nicht mehr kannst und das da gefesselt der Satan. Er denkt, er ist der liebe Gott.
Satan sah angsteinjagend aggressiv aus, er blickte uns mit zerschmetternden Blick an. Ich stellte mich ganz nahe an sein Bett und ich schaute seine Fessel an. Dann schaute ich ihm friedlich in die Augen. Er griff nach mir und markierte den Bösewicht. Da ich mich nicht beeindrucken ließ, hat er mich nicht angefaßt.
Wir gingen zurück in den Raucherraum. – Die kannst du bumsen. – sagte er. Sie macht es mit jedem.
Auf der Station waren zwei Frauen, diese war sehr dick und schien Zigeunerin zu sein. Sie hatte zwar Hosen an,
aber sie spreizte ihre Schenkel so schamlos das ich das als provokativ aber eher als Protest, ja als Demonstration sehen konnte. Wir schauten uns in die Augen und wir haben uns verstanden. Sie sagte, besorge mir Zigaretten.
Später es hat zeit. Sie legte ihre unapetitliche nackte Füße vor meine Nase. Da kam ein schwarzhariger Mann,
zog seine Socken aus und legte auch seine Füße unter meine Nase. Seine Füße waren ungepflegt. Ich nahm die Füße und fing an sie mit großer Hingabe per Hand zu säubern. Etwas später kam Armin, immer noch in Unterhose und verjagte sie. Plötzlich hörten wir von Vorne, wo das Telefon hing Schreie: - Man kann schon
kostenlos nach Köln telefonieren. Wann ist dein Vater geboren? – fragte Armin. Meine Mutter glaubt daß Großmutter gelogen hat, und er ist nicht am 31. März, sondern am ersten April geboren.
Armin rannte wieder Weg und versuchte einen Arzt zu konsultieren. Er kam zurück und fragte, was ist mein Problem? Ich soll sagen, was mich am meisten verärgert hat in meinem Leben. Ich erzählte, wie meine Mutter mir nicht glauben wollte, daß ich das Rauchen bloß ausprobierte, aber nie mehr rauchen wollte, und wie sie mich vor den Augen ihrer Freunde mit meinem Vater zusammen einen Exempel statuierte. Ich mußte rauchen und
trinken, damit mir so schlecht wird, daß ich nie mehr Lust auf rauchen bekomme.
- Du bist nicht krank, du bist gesund! – schrie Armin und zerrte mich zur Telephon. Ich soll die 01188 wählen
und wenn jemand sich meldet mich verbinden lassen. Ich soll meinen Vater anrufen. Nach dem Anruf bekäme ich das Geld zurück. Mein Vater ging zwar nicht dran, aber wir konnten auf diese Weise tatsächlich während meines Klinikaufenthaltes im Inland kostenlos telefonieren.
So. – sagte er. Jetzt schreiben wir einen Brief an deine Mutter: „Liebe Mutti, ich wollte nicht rauchen.“
Wir haben den Brief mit seiner Marke weggeschickt. Er sagte, er brauche Schnupftabak für Raseford.
Er und „Raseford“ zeigten mir dann, wie man mit Schnupftabak Kockst. Sie haben es voll genossen und sie wurden von dem Tabak auch noch hei. Herr Gott trat zu mir und sagte: Du hast mir geholfen, so werde ich dir helfen. Zeig mir deine Kraft! – forderte er mich heraus. Er fasste meine Hände an und sagte, das sei Pampes, das seien Kräfte und er zeigte mir seine sehr kräftige Hände. Ich sagte, paß auf, daß du nicht gleich um kippst!
Und ich schob ihn von der Stelle mit einer Hand so kraftvoll, daß er mich fort an Dalai Lama nannte.
Klaus (Jesus) hörte, daß mein Ring verloren ging und er schenkte mir einen Ring mit zwei Delphinen.
Die Station wurde später sauberer, denn wir demonstrierten auch für die beiden Frauen, die auf Männerklo mußten und wir hatten oft kein Toilettenpapier mehr. Es gab eine Tischtennisplatte, aufgebaut im Flur aber es gab nur einen Schläger. Ich fing an mit jemandem trotzdem Tischtennis zu spielen, der mit seiner Faust seine Stirn wund geboxt hatte. Er mit dem Schläger und ich mit der bloßen Hand. Er legte den Schläger ab und wir spielten mit bloßen Händen. Ich nahm den Ball aus dem Spiel und wir Spielten Ohne Schläger und ohne Ball mit voller Freude weiter. In zwei Tagen bekamen wir dann den fehlenden Schläger.
So ging es in allen Bereichen. Wenn jemand fixiert wurde, in der Regel auf der Flur, so spielten wir für ihn,
aber wir spielten nicht zu viel, damit auch er etwas für sich selbst tut. Später revoltierten einige Pfleger, denn sie fingen an uns zu verstehen, und wir schlugen sie im Kickern. Normalerweise durften sie nicht spielen, denn sie waren für „Pflege“ bezahlt. Bei meiner Entlassung sind sie schon so gut geworden, daß die Patienten gegen sie nicht mehr ankamen. Die Pfleger spielten dann zu viert unter sich und wir sahen, daß sie gesünder waren als wir.
und so Weiter... I tak dalsche, i tak dalsche...









































 



 
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