Lichter der Welt

von dummy
Lyrik Bisher keine Bewertung 27.11.2007

Im unendlichen Dunkle,
aus unzähligen Grauen,
mit andauerndem Wille,
kommen reine Seelen
auf der Erde zur Welt,
als Ameise, Viere, Wolf,
Palme, Insekt oder Mensch…:
Aus Stein wird lebendiger Stein.

Der Große Geist vermehrt sich
in Körpern und läßt nicht nach:
In Billarden nimmt er Gestalt an
und haucht weiter Seelen in Materie
bis er das Reich der Leere mit ihnen
ganz besiedelt hat, – das Reich seines
Widersachers, das Reich des Schattens -,
mit Lehrlingen und Meister, aus totem Stein.

„Wer hir vorübergeht
denke nit er verehre
den Stein,
sonder Gottes abgestorbene
Seelen allein!“
– steht eingemeißelt in Weibern -,
im alten, grauen Sandstein,
am Wegekreuz in einem Dorf der Eifel.

Die Weiber dieser Welt kennen dieses
Kreuz und lehren ihren Jüngern Ehrfurcht
statt Gier nach vergänglicher Macht.
Statt Habgier nach weltlichen Gütern,
statt töten aus Vergnügen lehren sie
Hochachtung vor den Gestalten
der Schöpfung: vor den
Lichtern aus Stein.

Habt Nachsicht und Erbarmen
mit diesen Lichtern der Welt,
seid bescheiden und satt,
– bedenket, wir alle sind irgendwo
zwischen Gott und Steinen –
nimmt keinem von Ihnen
ohne Grund das Leben

und haut lieber den Stein!

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