Glück

von


Solang du nach dem Glücke jagst, Bist du nicht reif zum Glücklichsein, Und wäre alles Liebste dein. Solang du um Verlornes klagst Und Ziele hast und rastlos bist, Weißt du noch nicht, was Friede ist. Erst wenn du jedem Wunsch entsagst, Nicht Ziel mehr noch Begehren kennst, Das Glück nicht mehr mit Namen nennst, Dann reicht dir des Geschehens Flut Nicht mehr ans Herz – und deine Seele ruht.

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Dieses Gedicht findest du in:

Sämtliche Gedichte in einem Band: Hrsg. u. Nachw. v. Volker Michels

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Wann schrieb Hermann Hesse das Gedicht "Glück"?

Wissenswertes

  • Das Gedicht besteht aus vier Strophen.
  • Die Kernaussage formuliert ein Paradox: Die Suche nach dem Glück verhindert das Glücklichsein — erst das Entsagen aller Wünsche bringt der Seele Ruhe.
  • Bekannt geworden ist die Eingangswendung „Solang du nach dem Glücke jagst, / Bist du nicht reif zum Glücklichsein."
  • Enthalten u.a. in „Die Gedichte" (Hrsg. Peter Huber), Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002 (S. 164).
  • Hesse verfasste „Glück" 1907, mit etwa 30 Jahren.

Fritz Stavenhagen liest "Glück" von Hermann Hesse

Quelle: Hermann Hesse, Sämtliche Gedichte in einem Band*
Herausgeber: Volker Michels, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1995