Kennst du das auch

von


Kennst du das auch, daß manchesmal Inmitten einer lauten Lust, Bei einem Fest, in einem frohen Saal, Du plötzlich schweigen und hinweggehn mußt? Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf Wie Einer, den ein plötzlich Herzweh traf; Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch, Du weinst, weinst ohne Halt – Kennst du das auch?

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Dieses Gedicht findest du in:

Sämtliche Gedichte in einem Band: Hrsg. u. Nachw. v. Volker Michels

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Wann schrieb Hermann Hesse das Gedicht "Kennst du das auch"?

Wissenswertes

  • Zwei Strophen zu je vier Versen.
  • Das Gedicht beschreibt einen plötzlichen melancholischen Bruch inmitten einer fröhlichen Geselligkeit — das lyrische Ich muss schweigen, hinausgehen und liegt schlaflos, „Wie Einer, den ein plötzlich Herzweh traf".
  • Ringkomposition: Die Schlusszeile nimmt die Eingangswendung „Kennst du das auch?" als Frage wieder auf und bindet Leser und lyrisches Ich in eine geteilte Erfahrung.
  • Eine frühe Vorstudie zu Hesses späteren Reflexionen über Einsamkeit wie Im Nebel.
  • Hesse verfasste das Gedicht im November 1901, mit 24 Jahren.

Robert Stadlober liest "Kennst du das auch"

Quelle: Hermann Hesse, Sämtliche Gedichte in einem Band*
Herausgeber: Volker Michels, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1995