Hermann´s Wort zum Sonntag

von dummy
Lyrik Bisher keine Bewertung 17.04.2002

Án des Sonntags tiefer Stille
spüre ich die Welt von fern.
Und setze eine Prise Hoffnung
in die Zukunft dieses Stern´s.

Ist meine Seele auch wie Wasser,
und glatt zur Zeit die Oberfläche,
so wart´ ich ängstlich auf ich auf den Sturm,
der mir des Sonntags Seelenruhe
zerbricht in meiner Trutzburg Turm.

Doch durch den Griff zur Fernbedienung
des TV-Höllenautomat´s
wird mir die wahre Weltgeschichte
in schnellen Bildern offenbahrt.

Hier spür ich gleich die Sonntagsruhe
mit jedem Eindruck mehr entschwinden,
und kann mit ganzer Kraft und Mühe
auch meinen Mißmut nicht verwinden.

Zur Krönung dieses Gottestages
mit all´ den inn´ren Toleranzen
gehört dann noch der Blick ins Erste
mit Tatort und dann Christiansen.

So endet dann die tiefe Stille
an einem Sonntag im November
mit Frustration und Furcht vor Morgen
und einer üblen Seelenenge:
So hab ich schon in mancher Hinsicht
die Antwort dann auf meine Zwänge.

Und die Moral von der Geschicht:
Sieh` Fernseh´n auch am Abend nicht !

Hermann

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