Winternacht

von


Verschneit liegt rings die ganze Welt, Ich hab’ nichts, was mich freuet, Verlassen steht der Baum im Feld, Hat längst sein Laub verstreuet. Der Wind nur geht bei stiller Nacht Und rüttelt an dem Baume, Da rührt er seinen Wipfel sacht Und redet wie im Traume. Er träumt von künft’ger Frühlingszeit, Von Grün und Quellenrauschen, Wo er im neuen Blütenkleid Zu Gottes Lob wird rauschen.

Wann schrieb Joseph von Eichendorff das Gedicht "Winternacht"?

Wissenswertes

  • Joseph von Eichendorff schrieb die „Winternacht“ 1839.
  • Das Gedicht besteht aus drei Strophen zu je vier Versen im Kreuzreim.
  • Der kahle Baum im Feld, der „längst sein Laub verstreuet“ hat, träumt von der „künft’gen Frühlingszeit“: Das Gedicht endet mit der Hoffnung auf den Frühling.
  • Der Sprecher beginnt mit den Worten „Ich hab’ nichts, was mich freuet“ – der Baum, der im Wind „wie im Traume“ redet, spendet ihm am Ende Trost.
  • Joseph von Eichendorff (1788–1857) gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der deutschen Romantik.

Quelle: Joseph von Eichendorff, Gedichte (Fischer Klassik)*
FISCHER Taschenbuch, 2010