Die Engel

von


Sie haben alle müde Münde und helle Seelen ohne Saum. Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde) geht ihnen manchmal durch den Traum Fast gleichen sie einander alle; in Gottes Gärten schweigen sie, wie viele, viele Intervalle in seiner Macht und Melodie. Nur wenn sie ihre Flügel breiten, sind sie die Wecker eines Winds: als ginge Gott mit seinen weiten Bildhauerhänden durch die Seiten im dunklen Buch des Anbeginns.

Wann schrieb Rainer Maria Rilke das Gedicht "Die Engel"?

Nina Petri liest "Die Engel"

Quelle: Rainer Maria Rilke, Die Gedichte*
Insel Verlag, 2006