Kindheit

von


Es wäre gut viel nachzudenken, um von so Verlornem etwas auszusagen, von jenen langen Kindheit-Nachmittagen, die so nie wiederkamen - und warum? Noch mahnt es uns -: vielleicht in einem Regen, aber wir wissen nicht mehr was das soll; nie wieder war das Leben von Begegnen, von Wiedersehn und Weitergehn so voll wie damals, da uns nichts geschah als nur was einem Ding geschieht und einem Tiere: da lebten wir, wie Menschliches, das Ihre und wurden bis zum Rande voll Figur. Und wurden so vereinsamt wie ein Hirt und so mit großen Fernen überladen und wie von weit berufen und berührt und langsam wie ein langer neuer Faden in jene Bilder-Folgen eingeführt, in welchen nun zu dauern uns verwirrt.

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Wann schrieb Rainer Maria Rilke das Gedicht "Kindheit"?

Kurt Lauterburg liest "Kindheit"

Quelle: Rainer Maria Rilke, Die Gedichte*
Insel Verlag, 2006