Das Weihnachtsbäumlein

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Es war einmal ein Tännelein, mit braunen Kuchenherzlein und Glitzergold und Äpflein fein und vielen bunten Kerzlein: Das war am Weihnachtsfest so grün, als fing es eben an zu blühn. Doch nach nicht gar zu langer Zeit, da stand’s im Garten unten, und seine ganze Herrlichkeit war, ach, dahingeschwunden. Die grünen Nadeln war’n verdorrt, die Herzlein und die Kerzlein fort. Bis eines Tags der Gärtner kam, den fror zu Haus im Dunkeln, und es in seinen Ofen nahm – hei! tat’s da sprühn und funkeln! Und flammte heim- und himmelwärts in hundert Flämmlein an Gottes Herz.

Wann schrieb Christian Morgenstern das Gedicht "Das Weihnachtsbäumlein"?

Wissenswertes

  • Christian Morgenstern schrieb das Gedicht etwa 1910. Gedruckt wurde es erst 1921, sieben Jahre nach seinem Tod, in dem Band „Klein Irmchen“, den seine Frau Margaretha Morgenstern herausgab.
  • Das Gedicht hat drei Strophen zu je sechs Versen mit dem Reimschema ababcc.
  • Die Verkleinerungsformen „Tännelein“, „Kuchenherzlein“, „Kerzlein“ und „Flämmlein“ geben ihm den Ton eines Kinderlieds.
  • Es erzählt vom Schicksal eines Weihnachtsbaums: erst geschmückt, dann dürr im Garten, am Ende verbrannt – und doch hoffnungsvoll, denn er „flammte heim- und himmelwärts“.

Quelle: Christian Morgenstern, Klein Irmchen
Herausgeber: Margaretha Morgenstern (Hrsg.), 1921