Weihnachten

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Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle, Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle Schöne Blumen der Vergangenheit. Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise Und das alte Lied von Gott und Christ Bebt durch Seelen und verkündet leise, Dass die kleinste Welt die größte ist.

Wann schrieb Joachim Ringelnatz das Gedicht "Weihnachten"?

Wissenswertes

  • Das Gedicht erschien 1910 in dem Band „Gedichte“, der noch unter dem bürgerlichen Namen Hans Bötticher veröffentlicht wurde. Den Künstlernamen Joachim Ringelnatz nahm er erst später an.
  • Es besteht aus zwei Strophen zu je vier Versen im Kreuzreim.
  • Die Schlusszeile „Dass die kleinste Welt die größte ist“ stellt den engen Familienkreis über alles Große.
  • Ringelnatz ist vor allem für seinen Humor bekannt – dieses frühe Weihnachtsgedicht ist dagegen ganz ernst und feierlich. Leichter im Ton ist sein späteres Gedicht „Vorfreude auf Weihnachten“.

Quelle: Hans Bötticher (Joachim Ringelnatz), Gedichte
Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig 1910