Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
Wann schrieb Rainer Maria Rilke das Gedicht "Advent"?
Wissenswertes
- Rilke datierte das Gedicht auf Dezember 1897, Schmargendorf bei Berlin.
- Es erschien zuerst 1898 in Rilkes Gedichtband „Advent“, dem es auch den Titel gab.
- Für die Sammlung „Erste Gedichte“ (1913) wurden nur Rechtschreibung und Zeichensetzung angepasst, der Wortlaut blieb gleich; diese spätere Fassung ist hier wiedergegeben.
- Das Gedicht besteht aus acht Versen im Kreuzreim und im vierhebigen Jambus.